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Fernbusse ja – Rosinenpicken nein

Domo-Reisen hat ein Gesuch für die Erteilung einer Personenbeförderungskonzession eingereicht. Auf drei Linien sind pro Tag und Richtung je zwei Fahrten geplant.
 
Die Fernbusverbindungen bilden einerseits ein zusätzliches Angebot für die Kunden und Kundinnen im öV. Andererseits konkurrenzieren diese Verbindungen in einem gewissen Masse das bestehende Angebot. Das Hauptanliegen des VöV ist es, das bestehende, weltweit einmalige öV-System der Schweiz nicht zu schwächen oder gar zu gefährden. Entsprechend widersetzt sich der VöV dem Konzessionsgesuch von Domo-Reisen zwar nicht, fordert aber gleiche Rahmenbedingungen für alle. Eine «Rosinenpickerei» durch einzelne Marktteilnehmer darf nicht erfolgen. Nur dann kann ein fairer Wettbewerb stattfinden.

Der VöV fordert insbesondere die Einhaltung des Personenbeförderungsgesetzes (PBG) zum Beispiel in Bezug auf die Pflicht, den deklarierten Fahrplan unabhängig der Auslastung der einzelnen Busse zu fahren. Aber auch die vollständige Einbindung von Domo-Reisen in den direkten Verkehr inklusive der Fahrpreisberechnung; die Gewährung branchenüblicher Anstellungsbedingungen und Sozialleistungen sowie die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zur Behindertengleichstellung sind für den VöV wichtige Voraussetzungen für eine Vergabe der Konzession.

Der VöV fordert zudem das BAV auf, seine Aufsichtspflicht wahrzunehmen und die Anbieter von Personentransporten auf die Einhaltung der genannten Punkte zu überprüfen. Der VöV beobachtet in den kommenden Monaten die Auswirkungen der Fernbuslinien auf das öV-System. Er behält sich vor, seine Haltung zu Konzessionen von Fernbussen zu ändern. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich abzeichnet, dass sich die Konkurrenzsituation negativ auf die Kundschaft oder auf die Finanzierung des öV-Systems auswirkt.