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Bildung im öV > Laufende Bildungsprojekte > Bildung Technik Eisenbahn (BTE)

Bildung Technik Eisenbahn (BTE)

Der Fachkräftemangel in der öV-Branche, besonders bei den technischen Berufen, stellt eine grosse Herausforderung dar und erfordert ein aktives Vorgehen der Branche. Der Vorstand des VöV hat dazu die Umsetzung einer Initiative «Bildung Technik Eisenbahn (BTE)» beschlossen.

Die fehlenden Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich Eisenbahntechnik und das schwindende technische Know-how innerhalb der Bahnbranche sind seit längerer Zeit zu beobachten. Der Vorstand des VöV hatte schon Ende 2018 eine Grundsatzdiskussion über Massnahmen zum Erhalt, beziehungsweise zur Wiederherstellung des Bahn-Know-hows geführt und dabei die Stossrichtung, eine Initiative «Bildung Technik Eisenbahn (BTE)» aus- und/oder aufzubauen, grundsätzlich unterstützt.

Vertiefte Abklärungen und Branchenumfragen bestätigten den Bedarf an Bahnsystem- und Bahntechnik-Wissen. Die Vakanz an Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Bahnbranche wurde dabei auf bis zu 500 Personen pro Jahr, davon bis zu 100 Nachwuchskräfte, geschätzt.

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Übersicht Systemwissen (PDF)

Unter Systemwissen wird die Fähigkeit verstanden, im System Angebot/Rollmaterial/Infrastruktur zu denken und zu handeln. Voraussetzung dafür ist das Verständnis über den Bahnproduktionsprozess. Zudem sind die Kernkompetenzen wie Interaktion, Rollmaterial und Infrastruktur als Schlüssel-Erfolgsfaktoren zu betrachten.
Die umfassenden BTE-Aktivitäten der letzten Monate haben aufgezeigt, dass die Branche die verfügbaren (personellen) Ressourcen gezielt einsetzen muss. Der Stellenwert der bahnsystembezogenen und bahntechnischen Weiterbildungen wird in den Unternehmen tendenziell unterbewertet. In der Folge fehlen die notwendigen Ressourcen zur Weiterbildung der Mitarbeitenden und für Referententätigkeiten oder sie werden unter dem Tagesgeschäft priorisiert.

Um diesen Erkenntnissen Rechnung zu tragen, hat der Vorstand des VöV ein von der Arbeitsgruppe BTE erarbeitetes und vom Steuerungsausschuss BTE sowie der Kommission Bildung empfohlenes Programmkonzept zur Umsetzung beschlossen. Dieser Beschluss ermöglicht es, in absehbarer Zeit erste Massnahmen umzusetzen, Resultate zu erzielen und deren Wirksamkeit zu prüfen. Insbesondere kann damit die Zusammenarbeit innerhalb der Branche gefestigt, sowie eine engere Zusammenarbeit mit Bildungsanbietern auf Wirksamkeit geprüft werden.

Einerseits werden definierte Massnahmen im Bereich von Weiterbildungen (W) umgesetzt, anderseits soll an den Hochschulen (H) die Visibilität des Bahntechnikwesens gestärkt werden. Die bereits früher zur Umsetzung freigegeben Quickwins (Q) sind ebenfalls in Arbeit und können bereits erste Erfolge aufweisen.

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Übersicht Massnahmen Programm BTE (PDF)

Das Programm BTE setzt sich aus nachfolgenden Massnahmen zusammen, welche als Teilprojekte mit teilweise noch zu bestimmenden Arbeitsgruppen bis Ende 2023 umgesetzt werden. Die Mitglieder setzen sich aus Vertretern der Bahn- und Industrieunternehmen zusammen. Die Mitwirkung der Bildungsanbieter ist ebenfalls vorgesehen. Die Co-Programmleitung setzt sich aus einer Vertretung der SBB und einer Vertretung des VöV zusammen.

Hochschulmassnahmen (H)

Mit den Massnahmen an den (Fach)-Hochschulen wird gezielt die Nachwuchsgewinnung und deren Kompetenzentwicklung gefördert. Die Bahnunternehmen vernetzen sich über die Bahndozentinnen und -dozenten frühzeitig mit den Nachwuchskräften und beraten die Hochschulen in der Gestaltung der Kompetenzentwicklung 
Zudem tragen die Massnahmen dazu bei, nachfragebezogene, marktfähige, fachspezifische Aus- und Weiterbildungen, basierend auf der BTE-Modularisierungslandschaft, an Hochschulen aufzubauen. Letztendlich werden diese Massnahmen insgesamt eine positive Wirkung auf das Image der Bahnbranche haben und erhöhen die Attraktivität der Bahnbranche bei Nachwuchsingenieureninnen und -ingenieuren.


 

Stärkung Bahndozentinnen und -dozenten (H1)

Generell sind die Hochschulen sehr bahnaffin. Häufig fehlt es den Hochschulen jedoch an Dozierenden , die fachspezifisches Bahnwissen und die Vernetzung mit der Branche mitbringen. Der fehlende Zugang der Hochschulen zu geeigneten Referentinnen und eferenten der Bahnbranche trägt weiter dazu bei, dass nur wenige fachspezifische Weiterbildungen angeboten werden und Kooperationen bei der Kompetenzentwicklung der Nachwuchskräfte in geringem Masse zu zustande kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass nebenberufliche Dozententätigkeiten aufgrund der zunehmend hohen Arbeitsbelastung unattraktiv werden. Mit der Stärkung der Tätigkeit der Dozentinnen und Dozentne sowie dem Aufbau eines Netzwerks von solchen sollen diese Hürden reduziert werden.
 

Visibilität Bahntechnik (H2)

Das Bahnsystem und die Bahntechnik sind für Nachwuchsingenieurinnen und -ingenieure sehr attraktiv. Dies in Verbindung mit neuen Technologien, aber auch in der Vielfalt des Systemverbunds und der damit verbundenen Vielseitigkeit. Mit der Erhöhung der Visibilität von Bahntechnikthemen wird sichtbar, welches vielfältiges Fachwissen im Rahmen von Aus- und Weiterbildungen erworben und in die Praxis transferiert werden kann. Die Erhöhung der Visibilität von Bahntechnikthemen kann auf Ebene der Aus- und Weiterbildung etwa über Abschlussarbeiten, Fallbeispiele oder Live Cases aus der Bahnbranche geschehen. Das Quickwin-Projekt Railway Summer Camp ist ein weiteres bereits gestartetes Beispiel.

Weiterbildungsmassnahmen (W)

Modularisierung

Die als zentral erachtete Massnahme der Modularisierung wurde auf der Basis der 
Themenblöcke Bahnsystem, Bahnproduktion, Rollmaterial, Interaktion und Infrastruktur in mehreren Workshops im Februar 2021 mit rund 50 Fachexpertinnen und -experten der Bahnunternehmen, der Industriepartner und Bildungsanbietern vorgenommen.

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Erarbeitete Modularisierungslandschaft BTE, Stand 6/2021 (PDF)

Ein Modul ist ein in sich abgeschlossener Cluster, der Fachthemen sinnvoll zusammenfasst und mit einem Umfang von zirka 24 –40 Lektionen oder etwa  3-5 Tage einzeln absolviert werden kann. Damit wird dem vermehrten Bedarf nach individuellen Bildungsbedürfnissen begegnet. Mehrere Module können zu einem CAS, mehrere CAS zu einem MAS zusammengestellt werden.

Der Aufbau der Module fokussiert nicht nur auf die Erarbeitung von klassischen Lehrangeboten an Bildungsinstituten. Vielmehr werden auch Branchenlösungen und -angebote geprüft, etwa durch den Ausbau und die Weiterentwicklung von bestehenden Kursen von Bahnunternehmen oder über praxisbezogene Ansätze wie Praktika, etc. Mit der Evaluation solcher Angebote wird dem Risiko Rechnung getragen, dass durch einen hohen Initialbedarf ein (Über-)Angebot an Kursen konzipiert wird, deren längerfristige Durchführung fraglich und letztlich auch finanziell nicht nachhaltig wäre.

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Ergebnisse Workshops Modularisierung, Stand 3/2021 (PDF)
 

Aufbau von Modulen

Basierend auf der durchgeführten Bedarfsumfrage in der Branche, wurden 22 Module als prioritär aufzubauend beurteilt. Beim Abgleich mit den bestehenden Weiterbildungsangeboten in der Branche zeigte sich, dass 10 bis 16 dieser Module in ähnlicher Form bereits existieren oder im Aufbau begriffen sind und damit prioritär aufgebaut werden sollen.

Priorisierte Module:


 

Damit eine koordinierte, fachlich fundierte Umsetzung erfolgen kann, muss der Aufbau durch die Branche eng begleitet werden. Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass die Branchenunternehmen Eigenleistungen erbringen. Nur sie verfügen über das nötige Wissen und die Erfahrungen, um die Massnahmen umzusetzen. Entsprechend sind personelle Ressourcen notwendig.

Interessierte Fachleute aus der Branche, die am Aufbau der Module oder als Referentinnen oder Referenten mitwirken wollen, wenden sich bitte an bte@voev.ch.

Massnahmen Quickwins (Q)

Unter dem Motto: «Ingenieure für die Bahn – die Bahn für Ingenieure» findet vom 13. bis 16. September 2021 an der Fachhochschule Fribourg (HTA-FR) das erste Railway Summer Camp mit zirka 40 Teilnehmenden statt.
Grobprogramm und weitere Details unter Railway-Summer-Camp (Q6)

Weitere Quickwin-Massnahmen finden Sie unter Spezialbildungen Bahn/BTE.