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3.9.2026 | Die diesjährige Generalversammlung des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) in Thun wählte Fabian Schmid, Direktor Regionalverkehr Bern Solothurn (RBS), zum neuen VöV-Präsidenten und Serge Collaud, Generaldirektor der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), zum Vize-Präsidenten. Die Wahl fand aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkung statt, welche sowohl der bisherige Präsident als auch der Vize-Präsident erreicht haben. Weiter hat die Generalversammlung Yves Marclay, Generaldirektor der Montreux Berner Oberland-Bahn (MOB), als neues Vorstandsmitglied gewählt.
Sowohl der bisherige VöV-Präsident Renato Fasciati als auch VöV-Vize-Präsident Fabian Schmid haben die Beschränkung von zwei Amtszeiten erreicht. Für die Amtszeit von 2026 bis 2029 wählte die VöV-Generalversammlung den bisherigen Vize-Präsidenten Fabian Schmid zum neuen VöV-Präsidenten und Serge Collaud zum neuen Vize-Präsidenten. Renato Fasciati, Direktor der Rhätischen Bahn (RhB), bleibt dem VöV-Vorstand als freies Mitglied erhalten. Der VöV dankt Renato Fasciati für seinen unermüdlichen Einsatz als VöV-Präsident während der letzten sechs Jahre und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Verbandsspitze.
Mit Fabian Schmid und Serge Collaud, die seit 2017 respektive 2021 Mitglieder des Vorstands sind, übernimmt ein eingespieltes Tandem die Führung des VöV. Beide sind seit vielen Jahren in leitenden Funktionen im öffentlichen Verkehr tätig und verfügen über eine breite Branchenkenntnis.
Neu in den Vorstand gewählt wurde Yves Marclay, Generaldirektor der Montreux Berner Oberland Bahn (MOB). Patricia Solioz Mathys gab die Unternehmensleitung der Transports publics de la région lausannoise (tl) per 1. Juli 2026 ab und wurde aus dem VöV-Vorstand verabschiedet.
In seiner neuen Funktion legt Fabian Schmid einen Schwerpunkt auf eine gesicherte Finanzierung sowie kundenorientierte Entwicklung des öV: «Mit Verkehr ’45 erhalten wir die Chance, mithilfe eines angebotsorientierten Ausbaus den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr weiter zu steigern». Auch Serge Collaud sieht in Verkehr ’45 und der damit verbundenen Planung sowie Priorisierung einen Schwerpunkt für die kommende Amtsperiode. «Indem wir den öV als Gesamtsystem stärken, schaffen wir den grösstmöglichen Nutzen für unsere Kundschaft», sagt der neu gewählte Vize-Präsident.
Im Rahmen der diesjährigen GV hat der VöV-Vorstand über die Vorlage des Bunderats zu Verkehr ’45 befunden: Er beurteilt diese überwiegend positiv. In einzelnen Punkten besteht jedoch Korrekturbedarf. Um alle vom Bundesrat vorgeschlagenen Projekte umsetzen zu können, braucht es neben der vom Bund vorgeschlagenen Verstetigung des bis 2030 befristeten Mehrwertsteuer-Promilles eine zusätzliche Finanzierungsquelle.
Der VöV teilt die Einschätzung des Bundesrates, wonach der Ausbauschritt 2035 unverzichtbar ist, um akute Engpässe im Netz prioritär zu beheben – fordert jedoch, in den Planungsprozess eng einbezogen zu werden: «Wir müssen mit den Ausbauten für das Bahnnetz stets einen konkreten Nutzen für eine möglichst breite Kundschaft ermöglichen», erklärt Fabian Schmid.
Für die Leistung der Bahn ist die bestehende Priorisierung des Substanzerhalts gegenüber dem Ausbau gesetzlich verbindlicher zu verankern: Im Rahmen der Botschaft 2027 müssen genügend Finanzmittel prioritär für den Substanzerhalt gesichert werden, gefolgt vom Ausbau der bereits beschlossenen Ausbauprojekte, die das ÖV-Angebot im Horizont 2035 spürbar verbessern werden. In dritter Priorität folgt die Digitalisierung der Bahninfrastruktur. Erst danach folgen langfristige Grossprojekte – wiederum priorisiert nach dem Nutzen für das ÖV-Gesamtsystem.
Weiter fordert der VöV vom Bund, den aktuell bestehenden Fehlanreiz für Agglomerationsprojekte zu korrigieren. Während der BIF die Kosten für Eisenbahnprojekte komplett abdeckt, steuert der Bund an Tram- und metroähnliche Projekte aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) lediglich 30 bis maximal 50 Prozent bei. Solche Projekte sind jedoch häufig günstiger und schneller realisierbar als klassische Eisenbahnen und bergen grosses Potenzial für das vom Bund gesteckte Ziel, den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr zu steigern.
Der VöV stellt seine Vernehmlassungsantwort Ende September im Detail vor.
► Aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und Ausschusses.
Ueli Stückelberger, Direktor VöV | 031 359 23 35 | 079 613 77 01
Michael Schallschmidt, Mediensprecher VöV | +41 31 359 23 57
Medienmitteilung (PDF)