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3.9.2026 | Die diesjährige Generalversammlung des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) in Thun wählte Fabian Schmid, Direktor Regionalverkehr Bern Solothurn (RBS), zum neuen VöV-Präsidenten und Serge Collaud, Generaldirektor der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), zum Vize-Präsidenten. Die Wahl fand aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkung statt, welche sowohl der bisherige Präsident als auch der Vize-Präsident erreicht haben. Weiter hat die Generalversammlung Yves Marclay, Generaldirektor der Montreux Berner Oberland-Bahn (MOB), als neues Vorstandsmitglied gewählt.
In seiner neuen Funktion legt Fabian Schmid einen Schwerpunkt auf eine gesicherte Finanzierung sowie kundenorientierte Entwicklung des öV: «Mit Verkehr ’45 erhalten wir die Chance, mithilfe eines angebotsorientierten Ausbaus den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr weiter zu steigern». Auch Serge Collaud sieht in Verkehr ’45 und der damit verbundenen Planung sowie Priorisierung einen Schwerpunkt für die kommende Amtsperiode. «Indem wir den öV als Gesamtsystem stärken, schaffen wir den grösstmöglichen Nutzen für unsere Kundschaft», sagt der neu gewählte Vize-Präsident.
Im Rahmen der diesjährigen GV hat der VöV-Vorstand über die Vorlage des Bunderats zu Verkehr ’45 befunden: Er beurteilt diese überwiegend positiv. In einzelnen Punkten besteht jedoch Korrekturbedarf. Um alle vom Bundesrat vorgeschlagenen Projekte umsetzen zu können, braucht es neben der vom Bund vorgeschlagenen Verstetigung des bis 2030 befristeten Mehrwertsteuer-Promilles eine zusätzliche Finanzierungsquelle.
Der VöV teilt die Einschätzung des Bundesrates, wonach der Ausbauschritt 2035 unverzichtbar ist, um akute Engpässe im Netz prioritär zu beheben – fordert jedoch, in den Planungsprozess eng einbezogen zu werden: «Wir müssen mit den Ausbauten für das Bahnnetz stets einen konkreten Nutzen für eine möglichst breite Kundschaft ermöglichen», erklärt Fabian Schmid.
Für die Leistung der Bahn ist die bestehende Priorisierung des Substanzerhalts gegenüber dem Ausbau gesetzlich verbindlicher zu verankern: Im Rahmen der Botschaft 2027 müssen genügend Finanzmittel prioritär für den Substanzerhalt gesichert werden, gefolgt vom Ausbau der bereits beschlossenen Ausbauprojekte, die das ÖV-Angebot im Horizont 2035 spürbar verbessern werden. In dritter Priorität folgt die Digitalisierung der Bahninfrastruktur. Erst danach folgen langfristige Grossprojekte – wiederum priorisiert nach dem Nutzen für das ÖV-Gesamtsystem.
Weiter fordert der VöV vom Bund, den aktuell bestehenden Fehlanreiz für Agglomerationsprojekte zu korrigieren. Während der BIF die Kosten für Eisenbahnprojekte komplett abdeckt, steuert der Bund an Tram- und metroähnliche Projekte aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) lediglich 30 bis maximal 50 Prozent bei. Solche Projekte sind jedoch häufig günstiger und schneller realisierbar als klassische Eisenbahnen und bergen grosses Potenzial für das vom Bund gesteckte Ziel, den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr zu steigern.
Der VöV stellt seine Vernehmlassungsantwort Ende September im Detail vor.
► Aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und Ausschusses.
Ueli Stückelberger, Direktor VöV | 031 359 23 35 | 079 613 77 01
Michael Schallschmidt, Mediensprecher VöV | +41 31 359 23 57
Medienmitteilung (PDF)