TRAVYS
Schiff Vierwaldst├Ąttersee

Modalsplit-Studie

Die Verkehrsleistungen im öffentlichen Verkehr sind in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Doch: Der öV-Anteil stagniert. LITRA und VöV haben zur Entwicklung der vergangenen Jahre eine Studie vorgestellt und fordern Massnahmen, damit der öV-Anteil wieder steigt. Grosse Potenziale bestehen in der guten Koordination von Raum- und Verkehrsplanung und in der Förderung des öV im Freizeitverkehr. Zudem soll der öV auch ausserhalb von Agglomerationen gestärkt werden.

Die LITRA, der VöV und das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) haben die Entwicklung des Modalsplits in seinen verschiedenen Ausprägungen mit einer Studie untersuchen lassen. Die Studie basiert vor allem auf den Daten aus dem Mikrozensus Mobilität und Verkehr und fokussiert auch auf die Regionen: In vergleichbaren
Gegenden wird der öV ganz unterschiedlich häufig genutzt. Hohe Anteile erzielt der öffentliche Verkehr in den grossen Agglomerationen; weniger genutzt wird er in den kleinen Agglomerationen und dem ländlichen Raum. Bei gleich gutem Angebot ist der öV-Anteil in der Deutschschweiz höher als in der französisch- und
italienischsprachigen Schweiz. Zum Teil hat dies mit der unterschiedlichen Nutzung mit räumlichen Merkmalen wie der Dichte und der Topografie zu tun, zum Teil mit der Entwicklung des Angebots und den Präferenzen der Nutzer. Der öV wird zudem je nach Verwendungszweck unterschiedlich intensiv genutzt: Ein Grossteil der Leute
benutzt unter der Woche den öV zum Pendeln, bevorzugt aber das Auto in der Freizeit, vornehmlich am Wochenende.

Vier Forderungen zur Erhöhung des öV-Anteils
LITRA und VöV wollen den öV-Anteil am Modalsplit erhöhen, sodass das Grundszenario aus den Verkehrsperspektiven 2040 übertroffen wird. Dieses geht davon aus, dass sich der öV-Anteil zwischen 2010 und 2040 von 19 auf 23 Prozent erhöht. Ein guter öV trägt dazu bei, die Klimaziele und die Ziele der Energiestrategie zu erreichen. 

1) Wir fordern klare Ziele für die Erhöhung des öV-Anteils
Es ist möglich, den öV-Anteil am Modalsplit wesentlich zu erhöhen. So wie dies zum Beispiel im alpenquerenden Güterverkehr dank festen Zielen und einem Bündel von Massnahmen erreicht worden ist. Die Ziele des Bundes für den Personenverkehr sollen abgestimmt sein auf regionale und kantonale Ziele, welche heute bereits existieren.

2) Wir fordern Massnahmen für Gebiete ausserhalb von Agglomerationen
Mit den Ausbauschritten für die Bahninfrastruktur und den Agglomerationsprogrammen fokussiert sich die Verkehrspolitik heute, zu Recht, auf urbane Gebiete. Doch die Verkehrsperspektiven 2040 orten auch in
kleineren Zentren am Rande von Agglomerationen, wie Düdingen oder Rolle, grosses Potenzial: Konkret dürfte der öV-Anteil in diesen Räumen bis 2040 um 5 Prozentpunkte steigen. 

3) Eine gute Koordination von Raum- und Verkehrsplanung ist notwendig
Unsere Studie postuliert drei Säulen, mit denen der öffentliche Verkehr gefördert werden kann. Es sind dies raumplanerische Massnahmen, neue Angebote und eine Einflussnahme auf die Nachfrage der Nutzer. Grosses
Potenzial besteht in der guten Koordination von Raum- und Verkehrsplanung. In mehreren Kantonen hat die Abstimmung von Siedlung und Verkehr höchste Priorität und ist in den neuen Richtplänen festgeschrieben.

4) Der öV in der Freizeit muss gefördert werden
Der öffentliche Verkehr wird in der Freizeit nur für 19 Prozent der Distanzen genutzt. Im Pendlerverkehr sind es 32 Prozent. Es braucht deshalb zusätzliche Anstrengungen, um die Infrastruktur für Freizeitaktivitäten besser auf den
öffentlichen Verkehr auszurichten. Auch sollen Komfort und Transportmöglichkeiten im öV weiter verbessert werden. Hier sind die öV- und die Tourismusbranche gefordert. Verschiedene Freizeitreiseangebote wurden
von der öV-Branche bereits lanciert.

Downloads

Medienmitteilung (PDF)
Hier geht es zur Studie (PDF)