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Kontiki-Konferenz
09. und 10 März 2017, Frankfurt am Main

58. Kontiki- Konferenz vom  9. – 10. März 2017, Frankfurt/Main

Die Kontiki-Konferenz  ging am 9. und 10. März 2017 unter dem Titel „eTicket und Innovationen – zwei verschiedene Welten?“ der Frage nach, ob die öV-Anbieter ein wichtiger Innovationstreiber in der digitalen Transformation sind oder ob andere Akteure der öV Branche diese Rolle streitig machen.


 
In einem ersten Konferenzteil wurden die aktuellen Ansätze in der Region Rhein-Main vorgestellt. Der Verkehrsverbund Rhein-Main testet seit 2016 mit freiwilligen Kunden den «RMVsmart», die Anwendung eines vereinfachten Tarifs (Grundpreis und zusätzlich entfernungsabhängiger Preis). Der Versuch bietet die Möglichkeit, verschiedene Ansätze und Neuerungen praxisnah und mit  wenig Aufwand auszutesten (z.B. Differenzierung des Angebots für Stammkunden, verkehrslenkende Wirkung von Tarifen, Erkennen von Entscheidungskriterien der Kunden).

Weitere präsentierte Ansätze zeigten auf, dass die Branche nicht untätig ist. Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wird aktuell das werbefinanzierte Ticketing getestet: wer eine Werbung schaut, darf gratis reisen. Ebenso zeigte die Präsentation über den Einbezug von Spiel-Apps eine spannende Möglichkeit auf, um gezielt Botschaften und Kundeninformation zu vermitteln: der spielerische Ansatz bietet die Möglichkeit, spezielle Zielgruppen, wie z.B. Jugendliche, zu erreichen.

Wichtige Akteure präsentierten ihre Position im zukünftigen Vertrieb unter besonderer Beachtung der Mobilitätsplattformen. Zentrale diskutierte Aspekte sind die Eigeninteressen der Anbieter und das gewählte Geschäftsmodell.

Der Mobilitätsplattform-Anbieter moovel bekannte sich für einen transparenten Umgang mit den Daten und die Bereitstellung einer Gesamtlösung. Sie bauen den Standard und der öV kann an der Weiterentwicklung partizipieren. Im Fokus stehen aktuell kurze Bedienungszeiten für den Kunden und der Gelegenheitskunde. Gerade weil die öV-Branche den Mobilitätsplattform-Anbieter (wie Quixxit oder moovel) die Daten aktuell nicht vorbehaltlos zur Verfügung stellt, konnten sich diese bisher nur langsam entwickeln.

Verschiedene Branchenvertreter plädierten für eine eigene starke Position, indem die Branche die Kundendaten immer eigenständig pflegt, selber Angebote bereitstellt und eigene Geschäftsmodelle verfolgt. Der Aufruf, als öV selber eine Plattform zu sein resp. anzubieten, verringert die Abhängigkeit von Plattformen resp. vom Vertrieb eines Dritten. Der öV muss dabei eigene Geschäftsmodelle entwickeln. 

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) präsentierte vor diesem Hintergrund seine Vernetzungsinitiative mit folgenden Eckpunkten: Zugangsbarrieren verringern (d.h. Tarifkomplexität reduzieren), Vereinheitlichung der Kundeninformation und verstärkte Orientierung am Kundenbedürfnis.


Die Präsentation und der Besuch von zwei Innovationslabors der DB (d-Labs) in Frankfurt waren ein wichtiger Programmpunkt und boten einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise. Innerhalb eines Netzwerkes werden interne und externe Partner zusammengeführt. Auf dieser Basis werden in kurzer Zeit «Pretotypen», d.h. exemplarische Anwendungen auf einfachster Basis erarbeitet (z.B. mit Hilfe von Legosteinen). Bewerten die Kunden eine Idee positiv, werden diese anschliessend als Prototypen und im operativen Geschäft weiterverfolgt. Das Innovationslabor übernimmt die Rolle des Mediators und prüft die Ideen unvoreingenommen. Ideen und Ansätze ausserhalb des Unternehmens und der Branche werden aufgespürt und eingebunden. Im d-Lab arbeiten aktuell 10 Personen für die verschiedenen Geschäftsbereiche der Deutschen Bahn (DB).

Weitere Infos zur 58e Kontiki-Konferenz in Frankfurt am Main finden Sie hier.

Martin Perrez
ch-direct
Fachbereich Vertrieb und Systeme
 



 

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