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Planungshilfe Publikumsanlagen

Die „Planungshilfe Publikumsanlagen“ wurde per 01.07.2017 zweisprachig im RTE-Webshop publiziert
und kann dort bezogen werden.

Die Planungshilfe Publikumsanlagen beschreibt von der Branche und Behörden akzeptierte Grundsätze und Standards. Es werden Verfahren und Abläufe sowie Methoden und Vorgaben zu Grenzwerten für die Dimensionierung von Publikumsanlagen, im Hinblick auf die Bewältigung des langfristig zu erwartenden Personenaufkommens dargestellt. Damit werden Nachweisverfahren aufgezeigt, welche im Rahmen der Sicherheitsnachweisführung von Publikumsanlagen bei Plangenehmigungsverfahren erforderlich sind.

Eine VöV-Arbeitsgruppe hat im Auftrag der VöV-Kommission Infrastruktur (KIS) die neue «Planungshilfe Publikumsanlage» erarbeitet und publiziert.

Basierend auf den hoheitlichen Anforderungen AB-EBV Art. 34.4 und der Richtlinie zu VPVE Art. 3, Ziff. 45.9.10 gibt ein BAV-Merkblatt vom 01.01.2015, die Struktur eines Sicherheitsnachweises für Publikumsanlagen vor. Die vorliegende Planungshilfe Publikumsanlagen ergänzt nun mit den entsprechenden Inhalten.

Für Regelfälle der Dimensionierung von Publikumsanlagen dient die Planungshilfe einer verbesserten Qualität bei der Planung und damit einer erhöhten Effizienz im gesamten Planungs- und Bewilligungsprozess. Methoden mit Fokus Sicherheit und Funktionalität dienen der Nachweisführung im Plangenehmigungsverfahren.

Den Verantwortlichen für die entsprechenden Sicherheitsnachweise, (Nachweisführende und unabhängige Prüfstellen), sollen Grundlagen zur Verfügung gestellt werden, wonach diese die Sicherheit von Reisenden auf Perrons und die Funktionalität des Bahnhofs prüfen können. Dadurch soll die Planungssicherheit bei Projekten für Bahnhofum- und -neubauten verbessert werden.

Die Planungshilfe ist gültig für Normalspur-, Meterspur- und Spezialspurbahnen (exkl. Strassenbahnen). Die Standards, Verfahren, Methoden, Faktoren und Werte fokussieren auf die Planung, Layout  und Dimensionierung der Publikumsanlagen von kleinen und mittelgrossen Bahnhöfen. Sie sind aber grundsätzlich auch in der Dimensionierung von stark frequentierten Publikumsanlagen anwendbar.
 
Die Planungshilfe erfordert vom Anwender ein interdisziplinäres Denkvermögen und die Fachkompetenz zur Konzeption und Dimensionierung von Eisenbahnanlagen mit Publikumsverkehr. Die vorliegende Planungshilfe ist als Ganzes zu berücksichtigen. Die isolierte Anwendung von einzelnen Kapiteln ist nicht zulässig.

Die Einführungsschulungen in Deutsch und Französisch wurden an drei verschiedenen Standorten mit über 70 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt. Der Schwerpunkt wurde auf die praxisorientierte Umsetzung der Planungshilfe sowie der korrekten Anwendung des Excel-Tools zur Berechnung des Gefährdungsbildes C gelegt.

Die Planungshilfe dient als Vorversion für eine künftige RTE-Regelung. Diese Regelung soll die Erfahrungen der Praxisanwendung aus diesem Dokument beinhalten. Die Erarbeitung der RTE-Regelung wird frühestens ab 2019 in Erwägung gezogen.

Die Anwender dieses Dokuments sind deshalb eingeladen Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge zur Erarbeitung der späteren RTE-Regelung mit dem Rückmeldeformular über RTE@voev.ch einzugeben.

CoC Crowd Management

Die Thematik Personenflüsse ist nach heutigem Stand bei SBB Infrastruktur im Team Personenflüsse und Architektur (I-AT-KUF-TAMM-PFA) angesiedelt. Für eine abgestimmte konzernübergreifende Zusammenarbeit wird neu ein Kompetenzcenter Crowd Management (CoC CroMa) geschaffen. Organisatorisch hat dies keine Auswirkungen.
 
Das CoC CroMa ist für die Weiterentwicklung der systematischen Planung, Überwachung und Steuerung von Personenflüssen in und um den Bahnhof zuständig. Daraus ergibt sich die direkte Verantwortung für die sicherheitsbezogene Steuerung und Optimierung der Personenflüsse und maximalen Kapazitäten von Publikumsanlagen im Zugang zur Bahn.
 
Im Mai 2018 wurde das eingereichte Konzept von den Mitgliedern des Technologie Management Boards (TMB) verabschiedet. Dabei wurden folgende Punkte beschlossen:

  • Die Gründung des CoC CroMa per 01.11.18
  • Die Kompetenzen zur divisionsübergreifenden Qualitätssicherung der Sicherheit und Personenflüsse in Publikumsanlagen zu übertragen – dies betrifft insbesondere die Themen Nachweisführungen und Kapazität von Bahnhöfen, Messkonzepte, Messsysteme und -methoden, Sicherheitsgrenzwerte für Publikumsanlagen und Crowd Management
  • Der Ressourcenaufbau von 1.5 FTE im Rahmen des CoC CroMa für Data Science Spezialisten hinsichtlich Datenaufbereitung und Analysen

Bis zur Gründung des CoC CroMa per ersten November 2018, unter der Fachverantwortung von Jasmin Thurau (I-AT-KUF-TAMM-PFA), sind noch einige Abklärungen und Vorbereitungen nötig. Als nächster Schritt müssen AKVs, Kommunikation, Gremienlandschaft und Prozesse, sowie finanzielle Aspekte des CoC CroMa bestimmt werden. In diesem Kontext wird auch die Struktur auf dem Sharepoint angepasst (die Datenmigration ist bereits erfolgt).
An einem Kick-Off-Meeting (SBB intern) am 31. Oktober wird das CoC CroMa genauer vorgestellt, weitere Informationen sowie das Themensetting folgen.
 
Wie bereits kommuniziert, verlässt Giulia Dell’Asin per Ende August das Team Personenflüsse und Architektur und wechselt innerhalb der Abteilung zur Fachstelle Denkmalpflege. Giulias Stelle wird neu besetzt und demnächst ausgeschrieben.
 
Wir freuen uns auf die noch intensivere Zusammenarbeit sowie eine aktive und transparente Mithilfe bezüglich Crowd Management Themen, damit das CoC CroMa zu einem Erfolg innerhalb und ausserhalb der SBB wird. Allfällige Anregungen werden gerne unter entwicklung.bahnhof@sbb.ch entgegengenommen.

Link

RTE-Webshop

Downloads

Präsentation Einführungsschulungen (PDF)
Rückmeldeformular (DOCX)