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Den öV der Zukunft weiterentwickeln: Branchenzusammenarbeit statt freier Wettbewerb

Der Vorstand des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) hat ein Positionspapier verabschiedet, in dem er die grössten Herausforderungen der öV-Branche skizziert und darlegt, welche Erwartungen er an die Regulation hat. Klar ist dabei: Klimaziele sind ohne Steigerung des öV-Anteils nicht erreichbar. Zudem setzt der VöV klar auf die bewährte brancheninterne Zusammenarbeit, also einen Wettbewerb der Ideen.

Der Vorstand VöV hat im Juli das «Positionspapier für eine zukunftsgerichtete öV-Regulierung» verabschiedet. Darin zeigt er auf, mit welchen Herausforderungen die öV-Branche rechnet, was sie tut und welche Erwartungen der VöV an eine zukunftsgerichtete Regulation hat. Für den VöV ist Fakt, dass der öffentliche Verkehr auch in Zukunft eine unverzichtbar wichtige Rolle spielen wird.

Dabei steht er vor grossen Herausforderungen: Namentlich der Klimawandel, der intermodale Wettbewerb und die Bezahlbarkeit des öV sind Themen, welche die öV-Branche fordern. Sie geht diese Themen jedoch aktiv an und zeigt im Positionspapier auf, wie sie die zahlreichen Herausforderungen angehen will. Denn unbestritten ist, dass ohne Steigerung des öV-Anteils innerhalb der Gesamtmobilität die Klimaziele und diejenigen der Energiestrategie nicht erreichbar sind. Das heisst: Der öV ist Teil der Lösung und nicht des Problems.

Gleichzeitig wird der öV in verschiedenen Bereichen mit regulatorischen Fragen konfrontiert. Die wichtigsten Treiber sind dabei die Digitalisierung, der Trend zur Multimodalität, die Rechts-entwicklung der EU, die Entwicklungen des nationalen und internationalen Fernbusverkehrs sowie neue Kundenbedürfnisse und Regulationsbestrebungen.

Zu den wichtigsten Themen im Zusammenhang mit der «Regulation» hat der VöV seine Positionen definiert:

  1. Der VöV steht zu den bestehenden öV-Errungenschaften: Dazu gehören namentlich der unternehmensübergreifende Direkte Verkehr («eine Reise – ein Ticket») mit den aufeinander abgestimmten öV-Anschlüssen sowie die dafür erforderliche gute Branchenzusammenarbeit/Kooperation unter den Transportunternehmen. Der damit einhergehende «Wettbewerb der Ideen» ist eine weitere wichtige öV-Errungenschaft, die dazu führt, dass die Transportunternehmen zwar nicht im direkten Wettbewerb um einzelne Kunden stehen, sich aber indirekt an Qualität, neuen Innovationen und Effizienz messen. Dieser indirekte Wettbewerb steigert die Qualität des öV-Gesamtsystems, da «Best Practice» und innovative Ansätze übernommen und weiterentwickelt werden. Die brancheninterne Zusammenarbeit wäre in einem Wettbewerbssystem mit einem vollkommen liberalisierten Personenverkehrsmarkt nicht möglich, weshalb der VöV ein solches System ablehnt.
  2. Der öffentliche Verkehr ist sehr energieeffizient, die Umweltbelastung tief – deshalb muss der öV-Anteil am Modalsplit steigen! Ohne diese Massnahme sind die Klimaziele kaum zu erreichen. Aus diesem Grund unterstützt der VöV eine CO2-Abgabe auf Treibstoffen und fordert auch eine CO2-Lenkungsabgabe auf Flugtickets. In diesem Zusammenhang fordert der VöV eine verbesserte Koordination zwischen Raumordnung und Verkehrsplanung. Der Bund soll zusammen mit den Kantonen auf eine gut aufeinander abgestimmte Raumordnung und Verkehrsplanung hinwirken. Gleichzeitig soll der Bund nichtfossile Antriebe im Strassen-öV fördern und im Sinne einer Anschubfinanzierung einen Teil der Mehrkosten übernehmen, die durch die Ablösung von Dieselbussen durch umweltfreundlichere Busse entstehen. 
  3. Die Transportunternehmen müssen über unternehmerischen Spielraum verfügen, um Innovationen vorantreiben zu können. Konkret verlangt der VöV, dass im Rahmen der anstehenden Reform des Regionalen Personenverkehrs (RPV) die Besteller den Transportunternehmen finanzielle Spielräume gewähren, damit diese Innovationen vorantreiben können.

Das VöV-Positionspapier finden Sie unter diesem Link:
www.voev.ch/oev-regulierung

Auskünfte erteilen

Dr. Norbert Schmassmann, Präsident VöV  |  079 706 93 94
Ueli Stückelberger, Direktor VöV  |  079 613 77 01
Roger Baumann, Kommunikation VöV  |  079 270 10 00

 

Downloads

Broschüre zukunftsgerichtete öV-Regulierung (PDF)
Medienmitteilung (PDF)