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öV-Glossar: Definitionen

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Begriff Definition
3PLThird Party Logistics. Übernahme von logistischen Dienstleistungen, die über den Transport hinausgehen wie z.B. Umschlag, Lagerung, Added-Value-Services.
4PLFourth Party Logistics. Übernahme sämtlicher Services entlang der Logistikkette ("Supply Chain") durch einen einzigen Anbieter und durch Integration der beteiligten Unternehmungen.
ABB-CimEmpfohlene Transport-Bedingungen des "CIT".
ABB-CIVAllgemeine Beförderungsbedingungen im internationalen Eisenbahnverkehr
ACCAdaptive Cruise Control. Automatische Abstandshalterung für Fahrzeuge. Der Abstand eines Fahrzeuges zum voranfahrenden wird mittels Radar ermittelt und ins Verhältnis zur gefahrenen Geschwindigkeit gesetzt. Mittels Motordrosselung oder Bremsung wird der errechnete Minimalabstand hergestellt. ACC gilt als marktreif und kommt in neuesten LKW vor.
Access ControlVerkehrszugangskontrolle (bei Städten wie z.B. London oder Bergen/No).
ACTSAbrollcontainersystem
ADLAdaptive Lenkung (SBB-Projekt). Das elektronische Tool der Adaptiven Lenkung von Zügen prognostiziert in der Disposition ungeplante Halte, berechnet ein optimiertes Fahrprofil, um Halte zu vermeiden und kommuniziert es in den Lok-Führerstand. Dadurch werden der Energieverbrauch reduziert und das Netz stabilisiert. ADL ging im Frühjahr 2012 auf der Strecke Olten-Basel in einen Pilotbetrieb.
AEIFAssociation Européenne pour l'Interoperabilité Ferroviaire. Europäische Vereinigung für die Interoperabilität im Bereich der Bahn mit Sitz in Brüssel. AEIF ist mitbegründet von "UITP", "UIC" und "UNIFE", verfügt über ein Mandat der EU-Kommission und hat sich seit 1999 vor allem mit den "TSI" befasst.
AgglomerationsverkehrOrts- und Regionalverkehr innerhalb der 57 Schweizer Agglomerationen. Der A. ist in der Schweizer Rechtssprechung nicht definiert. Deshalb ist z.B. seine bundesseitige Finanzierung für die A.-Strassen und den öV zwar politisch konsensfähig, aber noch nicht realisiert. Klassische A.-Mittel sind S-Bahnen, die heute noch nach den Regeln des Regionalverkehrs finanziert werden. Mit dem neuen Infrastrukturfonds, der im Frühling 2006 vom Ständerat gutgeheissen wurde, könnten innerhalb der nächsten 20 Jahre rund 6 Milliarden in den A. und zwar sowohl in den schienen- wie den strassenseitigen, fliessen. Der Infrastrukturfonds wird aus Mineralölsteuergeldern gespiesen.
AGRAbgasrückführung. AGR, Partikelfilter und „SCR“ sind drei notwendige Abgasreinigungsverfahren bei Bussen und LKW, um die Euro-6-Norm zu erfüllen. Die Beimischung der sauerstoffarmen Abgase zur Ladeluft lässt niedrigere Verbrennungstemperaturen und damit niedrigere NOx-Werte zu. Die Dieselpartikel werden hinterher in einem wartungsfreien Filter reduziert.
AIVAccord concernant les rapports entre transporteurs dans le cadre du transport international des voyageurs. Übereinkommen über die Schadensverteilung im internationalen Personenverkehr, z.B. bei Verspätungen und Streiks; Teil der Regelungen des Internationalen Eisenbahnkomitees CIT, letztmals geändert 2008.
Allianz pro SchieneDeutsche Eisenbahn-Interessenorganisation als breites Bündnis von TU (u.a. Deutsche Bahn, HGK), Verbänden (u.a. BUND, VCD, Automobil-Club) und Produzenten (u.a. Bombardier, Stadler Pankow, Siemens).mit Sitz in Berlin. Vorsitzender ist Norbert Hansen (Transnet und DB).
AlpentransitbörseVerlagerungsprojekt der ökologischen Lobbyorganisation Alpen-Initiative. Die A. kontingentiert die Zahl der LKW-Fahrten durch die Alpen gemäss politischen Zielen. Die verbleibenden Fahrten werden versteigert. Güterbahnnutzer erhalten Kontingente, welche sie auf den Markt bringen oder selber nutzen können. Die LSVA-Durchfahrtsabgaben bleiben bestehen. Umstritten ist, wieweit die A. mit den bilateralen Verträgen kompatibel ist.
APSAlimentation par le sol. Elektrische Speisung vor allem von Trambahnen über im Boden eingelassene Einrichtungen, seit 2003 in Bordeaux in Betrieb, geplant für Orléans, Reims und Angers. APS wird in heiklen stadtebaulichen Situationen gewählt, ist aber vier mal teuer als normale Oberleitungen und stellt knifflige Unterhaltsprobleme.
ATPAutomatic Train Protection. Sammelbegriff für Zugsicherungssysteme, welche die manuelle Steuerung des Zuges durch den Lokomitivführer z.B. bezüglich seiner Fahrgeschwindigkeit dominieren bzw. ausser Kraft setzen können.
AusschreibungWettbewerbselement im öffentlichen Verkehr. Mittels Ausschreibungen ermitteln die Besteller, in der Regel die öffentliche Hand, bei Ablauf einer Konzession oder bei Errichtung neuer Linien das geeignetste Transportunternehmen. Beim schweizerischen A.-Verfahren, das es seit 1996 gibt, kommen zu 40 Prozent Preis- und zu 60 Prozent Qualitätsmerkmale zum Zug. Beim Wechsel einer TU für eine bestehende Linie sind Leitplanken gegen Lohndumping und den Verfall getätigter Investionen der bisherigen TU gesetzt (z.B. Übernahmeverpflichtungen unter bestimmten Umständen). Die A. bildet bisher in der Schweiz klar die Ausnahme gegenüber der Erneuerung der Konzession mit der bisherigen TU. In weniger als 20 A.-Verfahren seit 1996 wurde sechs Mal die Betreiber-TU ausgewechselt.
AutoTramOptisch spurgeführtes, schienenloses Bahn-/Buskonzept des Frauenhofer-Institutes im Versuchsbetrieb (2005). Das AutoTram kann bis 56 m lang werden und gegen 300 Passagiere befördern. Das bestehende Versuchsfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb ist zweiteilig und 18 m lang. Der Bautzener Prototyp wurden von den Schweizer Firmen Derap, CWA und Frey gebaut.
avecLadenkette auf SBB-Regionalbahnhöfen. A. im Besitz von SBB, Migros und Kiosk AG, eröffnete 1999 ihren ersten Laden im Bahnhof Schüpfen/BE. Bei A. werden auch Tickets verkauft. Momentan existieren 21 A.-Läden; bis 2010 soll ihre Zahl verdoppelt werden.
AVLAutomatic Vehicle Location. Drahtlose Standortbestimmung vor allem von Bussen, meist Bestandteil eines Betriebsleitsystems ("RBL")
AVVAllgemeiner Wagenverwendungsvertrag. Vereinbarung zwischen dem Halter eines Privatgüterwagens (z.B. Esso) und der betriebsführenden Eisenbahn (z.B. SBB).
B 21Bahn 2000 1. Etappe. Im Dezember 04 in Betrieb gesetztes System, das Neubaustrecken, einen umfassenden Fahrplanwechsel und zahlreiches neues Rollmaterial umfasst. Kernstück von B 21 ist das Knotenprinzip, gemäss dem Züge und Busse unmittelbar vor oder nach der ganzen bzw. halben Stunde in den Bahnhöfen eintreffen und diese wieder verlassen. B 21 hat zahlreiche Fahrzeitverkürzungen zur Folge, etwa Zürich-Bern von 69 auf 58 Minuten. Die baulichen Kernstücke von B 21 sind Mattstetten-Rothrist und Zürich-Thalwil. Die Infrastruktur von B 21 kostet 5.9, das Rollmaterial zusätzlich 2.3 Milliarden Franken.
B 22Bahn 2000 2. Etappe. Die Projekte von B. werden neu unter dem politischen Stichwort „ZEB„ entschieden und gemäss aktueller Planung bis 2030 realisiert. Laut Botschaft von 2008 stehen für ZEB noch 5.4 Milliarden aus dem Finöv-Fonds zur Verfügung.
Bahn 2000B 21" und "B 22
Bahn 2030Bahnausbauprogramm für die Jahre 2027 bis 2042 im Umfang von 12 bis 21 Mia. CHF (Bundesratsvarianten). Bahn 2030 entspricht der früheren zweiten Phase von ZEB, und erfordert bis 2010 einen parlamentarischen Beschluss. Die Finanzierung ist noch nicht sichergestellt, soll aber grundsätzlich über den verlängerten FinöV-Fonds erfolgen. Zu den Bahn 2030-Projekten gehören provisorisch der Wisenberg-, der Ligerz- und der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels sowie Ausbauten zwischen Lausanne und Genf, Zimmerberg II und Heitersberg II und die Entflechtung Basel-Ost. Für Bahn 2030 wird eine Volksabstimmung nötig.
Basel IIAbkommen über die Beurteilung der (graduellen) Kreditwürdigkeit von Unternehmungen, benannt nach dem Ort der Übereinkunft. Das Abkommen trifft den öV deshalb härter, weil seine Eigenkapitalbasis aus strukturellen Gründen normalerweise klein ist und damit die Zinsen massiv hochtreibt. Während im Abkommen Basel I nur harte Finanzzahlen als Kriterien benutzt wurden, sind es bei Basel II auch Soft Facts, also z.B. Aussagen über die Führungsqualität der TU.
BATSBilletautomat Touch Screen. Billetautomatenmodell der SBB. Die 1. Generation wird momentan durch eine zweite Generation BATS, die E-ticketfähig und behindertentauglich ist, abgelöst.
BBTBrennerbasistunnel. Geplante Güterverkehrsverbindung zwischen Österreich und Italien für den Schienenverkehr zwischen Innsbruck und Franzensfeste. Geplanter Baubeginn für das ca. 5 Milliarden Euro teure Bauwerk ist anfangs 2006, Bauende 2015 plus. Der Tunnel soll zu 80 Prozent dem Güter- und zu 20 Prozent dem Personenverkehr dienen. An den Kosten dürfte sich die EU mit 20 bis 50 Prozent beteiligen. Der B. konkurrenziert und ergänzt gleichzeitig die NEAT. Österreich schätzt die Renditeverluste des B. durch die Eröffnung der NEAT auf 15 bis 20 Prozent.
Berner AppellAufruf von rund 100 EisenbahnjuristInnen vom Februar 2010 an die betroffenen nationalen Regierungen, eine einheitliche Rechtsordnung zu schaffen, um Eisenbahntransporte zwischen Europa und Asien zu erleichtern.
Berner RaumFürs Rangierkuppeln freizuhaltender Raum am Ende bzw. zwischen den Puffern von Eisenbahnfahrzeugen, vor allem Güterwagen. Der Name stammt vom internationalen TE-Abkommen von Bern (1882). Ein Problem bietet der B. beim Gemischtkuppeln von Schraub- und Automatikkupplungen, bei denen er im klassischen Sinne nicht genügend freigehalten werden kann.
Best-Price-SystemDurch das Schalter- bzw. Call-Center-Personal oder ein automatisiertes Ticket-System eingerichtete Lösung, nach welcher der Kunde automatisch ohne eigene Kentnis des Tarifsystems den jeweils günstigsten Preis für seine spezifische Nachfrage bekommt.
BetuwelijnNeue 160 km lange Eisenbahn-Güterlinie zwischen Rotterdam und Emmerich/D (Betuweroute). Die Linie, die im Juni 07 eröffnet wurde und keine Personenverkehrs-Bahnhöfe aufweist, erforderte zusätzli-che Ausbauten in Deutschland, z.B. ein drittes Gleis bis Oberhausen. Die B. verfügt über die neueste ETCS-Sicherungstechnik und kostete ca. 7.3 Milliarden CHF. Die Strecke ist für 120 km/h ausgelegt. Die B. wird wöchentlich von ca. 330 Güterzügen befahren (Gotthard: ca. 800).
BIBOBe-in-be-out. Berührungsfreies Ticket-Raumerfassungssystem (während der Fahrt). Fortgeschrittenste Ticket-Erfassungstechnologie.
BiodieselIn der Regel aus Raps oder Rapsöl hergestellter Dieseltreibstoff (Pflanzenmethylester). Vorteil: nahezu klimaneutral und russarm, Nachteil: Rapsanbau für Treibstoffe kann andere Bodennutzungarten verdrängen. In Gent/BE soll 2005 die erste Biodieselfabrik entstehen.
BlauseekurveSchienenstück an der Lötschberg-Bergstrecke, das oft für Testzwecke betreffend Leistungsfähigkeit von Lokomotiven gebraucht wird. Die langgestreckte B. weist einen Radius von nur 300 m und eine Steigung von 27 Promillen auf.
BohrjumboTunnelbohrgerät auf einem schweren Pneufahrzeug, das Sprenglöcher in den Fels bohrt und die Sprengladungen anbringt. B. haben meist zwei bis vier, im extremen Fall aber bis zu sieben Bohr-Laffetten, die im Fels pro Sprengung Dutzende von Löchern bohren. B. eignen sich vor allem für hartes Gestein, während "Tunnelbohrmaschinen" mit Bohrschilden in weicherem Gestein oder Molasse eingesetzt werden.
Bonus-Malus-RegelungAnreiz- und Sanktionssysteme, in der Regel auf finanzieller Basis. Unerwünschtes Verhalten oder unerwünschte Zustände werden mit Abgaben belastet (Malus), während erwünschtes Verhalten finanziell belohnt wird (Bonus). Dieser Mechanismus ist z.B. bei der Schweizer CO2-Abgabe vorgesehen.
BoreasSymbolischer Name (Boreas = Gott für den frischen Nordwind) für die neue Güterverkehrsdiesellokomotive MAK 2000-4 von Vossloh mit hochwirksamem Partikelfilter. B. wird momentan an SBB (Am 843, 59 Stück) und Sersa ausgeliefert. Es handelt sich mit einer Leistung von 2700 kW um die weltweit stärkste vierachsige Diesellokomotive. Der Partikelfilter verteuert B. um rund 10 Prozent.
Brennstoffzellen-AntriebBus-Antriebstechnik auf der Basis von Wasserstoff (Null-Emissionen). Die Brennstoffzellen erzeugen Strom, der gespeichert und über einen Konverter an den Elektromotor abgegeben wird. Die Kraftreserven sind vorderhand begrenzt, sodass die Busse erst im Versuchsbetrieb eingesetzt sind (u.a. Amsterdam, Peking, Reykjavik, Stuttgart und Turin). Hersteller sind u.a. Mercedes und Iveco ("CUTE").
BRTBus Rapid Transit. Neues Nahverkehrssystem auf der Basis überlanger Busse (meist 24 m und mehr) mit zahlreichen Einstiegsmöglichkeiten, vorzugsweise separater Fahrspur und grosszügigen Haltestellen. Das System, das als ähnlich leistungsfähig wie eine Metro gilt, ist z.B. in Curitiba/Kolumbien und in Bangalore/Indien, eingeführt. Eine OECD-Studie geht auch von finanziellen Vorteilen gegenüber normalem Trambetrieb aus.
BusschleuseSignalanlage zur zeitlichen Privilegierung des Busverkehrs bzw. zur (temporären) Ausgrenzung des Autoverkehrs z.B. bei Kreuzungen oder auf einem Schulgelände.
BVWPBundesverkehrswegeplan. Investitionsrahmenplan der Deutschen Bundesregierung, der für den Zeitraum von 2001 bis 2015 insgesamt 150 Milliarden Euro für die Schiene, die Strasse und die Wasserwege vorsieht, 56 Prozent davon für Substanzerhaltungsmassnahmen. Im BVMP 03 sind 64 Milliarden Euro für Erhaltung und Ausbau der Schienenwege vorgesehen (Strasse: 78 Milliarden), davon 26 (Strasse: 40) für Aus- und Neubau. Der BVMP geht in seinen Prognosen davon aus, dass das Verkehrsaufkommen auf der Schiene zwischen 1997 und 2015 um 32 Prozent, beim MIV um 16 Prozent und im Luftverkehr um 103 Prozent steigt. Die umfangreichsten Schieneninvestitionen gemäss BVMP betreffen die Strecken Nürnberg-Erfurt (3.3 Mrd. Euro), Erfurt-Leipzig-Halle (2 Mrd.), Stuttgart-Augsburg (1.3 Mrd.), Hamburg-Hannover (1.3 Mrd.) und Karlsruhe-Leipzig (1 Mrd.). Der Ausbau Karlsruhe-Basel ist mit 300 Mio. Euro eins der insgesamt 37 grösseren Investitionsprojekte.
BöVSchweizerische Fachstelle Behinderte und öffentlicher Verkehr. Lobbyorganisation für Behinderte im Bereich des öffentlichen Verkehrs mit Büros in Olten und Fribourg.
CareLinkSchweizer Projekt zum Aufbau und Betrieb eines landesweiten Betreuungsnetzwerkes mit Unternehmen, Behörden und Institutionen. Gegründet 2001 von SBB und Swissair. Gegenwärtig läuft der Versuch zur Integration der KTU. C ging aus dem Swissair Emergency Care Team hervor, welches die Hinterbliebenen des Halifax-Unglücks betreute. C, unterhält ein Call Center, eine Reihe von Caregivers und bietet Krisenmanagement-Services an. Sitz von Stiftung und Geschäftsstelle ist Kloten/ZH.
Cargo DominoKombi-Güterverkehrssystem der SBB, das mit einem einfachen, von den SBB entwickelten Gerät ("Nick") an der Verladestelle den Chauffeur in die Lage versetzt, den oder die genormten 7.5 m-Container selbständig in wenigen Minuten auf den Bahnwagen zu verladen. C benötigt damit kein Anschlussgleis. Das System ist 2002 gestartet und noch im Ausbau begriffen.
Cargo DomizilNationales System für den Stückguttransport mit Bahn und LKW. Das System wurde 1981 von der SBB eingeführt, 1992 aus Wirtschaftlichkeitsgründen teil- und 1996 ganz privatisiert. Täglich werden ca. 10'000 Sendungen verteilt. Bahnhub ist Olten, Verteilzentren sind Sion, Carouge-Genf, Lausanne, Bern, Basel, Altstetten-Zürich, Schachen-Luzern, Schwarzenbach-Wil, Chur, Samedan und Bioggio-Lugano. CD gehört vier Grosscamionneuren, darunter Planzer Transport. Bahnpartner sind SBB, BLS, RhB und MGB. CD schafft im Regelfall eine Door-to-Door-Zustellung innerhalb von 24 Stunden.
Cargo RailSBB-Name für den herkömmlichen Wagenladungsverkehr.
Cargo-MoverFahrerloses Güterverkehrs-Schienenfahrzeug von Siemens, das im Kurzstreckenverkehr in Taktlücken von einem Anschlussgleis zum einem andern fährt oder Zubringerdienste für Containerterminals erbringt. Der C. lenkt sich selbst via Mikrowellen-Radar, Laserscanner und Video-Kamera. Die Testphase für C. wurde 2003 abgeschlossen.
CargoCapVision einer unterirdischen Transportmöglichkeit von Gütern durch Fahrrohrleitungen als Ersatz für Strassengüterverkehr. Das Projekt der Ruhr-Universität Bochum sieht eine Teststrecke zwischen Duisburg und Dortmund vor. 2005 ist die Finanzierung der Teststrecke noch ausstehend.
CargoSprinterSystem kleiner selbstfahrender und zusammenkuppelbarer Güterzugseinheiten (Zugfahrzeug und zwei bis drei Wagen). Die schwache Motorisierung sollte kostensenkend, das gesamte System eine Ergänzung zu den Ganzzügen (Rettung des EWLV) sein. Der C., in den 90er-Jahren initiiert, scheiterte an technischen Problemen und mangelnder Wirtschaftlichkeit.
CargotramGüterverkehrstram, in Zürich seit 2002 zur öffentlichen Sperrgutentsorgung eingesetzt. Mit der dreiteiligen Komposition werden acht, später neun Haltestellen im Vier-Wochentakt bedient. 2003 wurden 270 t Sperrmüll entsorgt. Ein C. existiert bereits seit März 2001 in Dresden als Zulieferer für das Volkswagenwerk (40 Minuten-Takt an sechs Tagen) sowie in Wien und ab 2008 in Amsterdam. Die Feinverteilung in Amsterdam erfolgt mit Elektromobilen. Eine Tramfahrt ersetzt drei LKW-Fahrten.
CaRLCargo Rail Lines. Automatisiertes Umschlags- und Transportsystem im kombinierten Verkehr, das für kleinere Einheiten hohe Umschlagsgeschwindigkeit bietet.
CARLOSPilotversuch eines elektronisch gestützten Mitnahmesystems (Pa-ratransit) im Raum Burgdorf/CH. Der 2003 bis 2005 durchgeführte Versuch, von Bund, Kanton und u.a. Regionalverkehr Mittelland RM unterstützt, basierte technisch auf elf Info-Säulen in Burgdorf und Umgebung, bei denen eine Art High-Tech-Autostopp ermöglicht wurde. Das Projekt genoss hohes internationales Ansehen, schaffte aber den Durchbruch bei den Nutzern nicht.
CCTVClosed Circuit Television. Fernseh- bzw. Videoüberwachung, u.a. an Bahnhöfen, Haltestellen und in Fahrzeugen.
CERCommunity of European Railways and Infrastructure Companies. 1988 gegründete Interessenvertretung von 35 europäischen Bahnen gegenüber der EU mit Sitz in Brüssel. Schweizer Mitglieder sind BLS und SBB. Benedikt Weibel (SBB) ist im Management Committee vertreten.
CEVAProjekt einer 16 km langen, grenzüberschreitenden Eisenbahnlinie Cornavin-Eaux Vives-Annemasse (Stadt Genf-Frankreich). Hauptbahnhof und Annemasse lägen mit dieser Linie nur noch 17 Bahnminuten auseinander. Dem Projekt liegt ein Staatsvertrag aus dem Jahre 1912 zugrunde. Die Gesamtkosten werden auf 950 Mio. Franken geschätzt. Die Realisierung der nächsten Etappe soll im Frühsommer 2010 beginnen. CEVA könnte bis 2016 realisiert sein. Das Projekt dürfte total um die 1.5 Milliarden CHF kosten.
ch-directGeschäftsführung und Koordination des Direkten Verkehrs der Schweiz (durchgehende Tarife über mehrere Transportunternehmungen, z.B. mittels Generalbonnement, Halbtax-Abo oder Einzelticket-Abrechnungen). ch-direct ist seit Beginn 2005 beim VöV angesiedelt, die Abrechnungen führt im Auftrag der ca. 250 beteiligten TU die SBB.
Chômage-VereinbarungVereinbarung zur Nutzungsausfall-Entschädigung zwischen den Versicherungen und den öV-Unternehmungen (bzw. dem Versicherungsverband und dem VöV) für Fahrzeuge des öV; hierbei werden in erster Linie Tagesansätze für Entschädigungen bei Bussen (z.B. 120 Franken für einen Trolleybus) und Schienenfahrzeugen festgelegt. Das neueste abkommen datiert vom März 2003.
CiCoCheck-in-check-out. Ticket-Erfassungssystem beim Ein- und Ausstieg aus einem Transportfahrzeug. Das Ticket oder Handy mit dem integrierten Chip muss dabei jeweils aktiv in den Erfassungsterminal oder an ihm vorbei geführt werden. CiCo ist ein bereits ausgereifter Stand der Ticket-Erfassungstechnik, dürfte aber dennoch eher eine Übergangstechnologie sein. C. wird seit 2007 in den Niederlanden flächendeckend eingeführt und ermöglicht dort erstmals einen landesweiten Verbund.
CIFCost, insurance, freight. Finanzstatistischer Sammelbegriff für Kosten, Versicherung(en) und Fracht.
CIM/SMGS-FrachtbriefElektronisches oder Papier-Dokument auf der Basis des Internationalen Übereinkommens über den Eisenbahnfrachtverkehr der westlichen Länder. Der neue Einheitsfrachtbrief trat anfangs 2005 in Kraft und gilt seit Ende 2010 nun auch für die Expansionsgebiete in Osteuropa-Asien, also z.B. für das Gebiet der Russischen.Föderation (Transsib, BAM) und die mongolische Republik.
CISCargo-Informations-System der SBB. Möglichkeit für SBB-Kunden, online Wagenbestellungen und Beförderungsaufträge zu erteilen und sich über den aktuellen Aufenthaltsort der Sendung zu informieren. Das System ist seit November 2004 eingerichtet. Die Zugdaten werden regional mit mobilen Aussengeräten (Handhelds) erfasst.
CITComité international des transports ferroviaires; Internationales Eisenbahntransportkomitee seit 1902 (Bern); Schnittstelle zwischen Bahnen und internationalem Transportrecht; wacht über die einheitliche Anwendung des COTIF. Zum C. gehören ca. 300 Mitglieder, darunter SBB und BLS.
City-LogistikGüterverkehrskonzept, das von einer zentralen Anlieferung der Güter für Stadtgebiete (per Schiene oder Strasse) von aussen und einer Feinverteilung mittels kleinerer Transportfahrzeuge ausgeht. Die CL-Pilotprojekte der neunziger Jahre sind weitgehend gescheitert. Durch die Feinstaub-Richtlinie der EU könnten CL-Konzepte nun konkurrenzfähig werden. Auch "Cargo-Trams" können in begrenztem Ausmass Bestandteil der CL sein.
City-MautStädtisches "Road Pricing", bereits angewandt z.B. in Singapur, London, Oslo oder Stavanger. Auch City-Pricing genannt.
CIVInternationales Übereinkommen über den Eisenbahn-Personen- und -Gepäckverkehr
CLECATEuropean Association for Forwarding, Transport, Logistic and Custom Services. Europäischer Dachverband von 28 nationalen Spediteurenverbänden, gegründet 1958, mit Sitz in Brüssel. Schweizer Mitglied ist Spedlogswiss.
Clef de BerneUrsprünglicher Name für den normierten Vierkantschlüssel für den Eisenbahnverkehr (z.B. Wagen-Endtüren). Die Bezeichnung geht auf Beschluss des „OTIF“ anfangs des 20. Jahrhunderts in Bern zurück.
Click & RailGünstigtickets der SBB, welche (nur) per Internet beim Call-Center in Brig bestellt werden: Die 2003 eingeführten Tickets in den Tarifstufen 6, 9 oder 12 Franken verbilligen die Fahrtkosten z.B. auf der Ost-West-Achse oder ins Tessin um gegen 60 bis 70 Prozent. Die Anzahl der Tickets ist wie bei Billigangeboten im Flugverkehr auf bestimmte Züge und pro Zug limitiert.
Co-Modality2006 geschaffenes Kunstwort der EU, um die optimale Verknüpfung der Verkehrträger, vor allem im Güterverkehr (Schiene und Strasse) zu umschreiben. Mit der Einführung des Begriffes in der Halbzeitbilanz des Weissbuches zur EU-Verkehrspolitik aus dem Jahre 2001 ist die Aufgabe der bisherigen Strategie zur forcierten Verlagerung von der Strasse auf die Schiene verbunden.
CO2-AbgabeIm Bundesgesetz vom 8. Oktober 1999 über die Reduktion der CO2-Emissionen (CO2-Gesetz) vorgesehene, aber vom Bundesrat noch nicht beschlossene Abgabe auf Brenn- und Heizstoffen (ohne Holz und Elektrizität). Die Bundesversammlung muss den Abgabesatz genehmigen. Die Abgabe, theoretisch bis zu 50 Rappen auf einem Liter Treibstoff, wird praktisch vollumfänglich an Betriebe und Bevölkerung zurückerstattet. Eisenbahnunternehmungen würden von einer CO2-Abgabe eher profitieren, der Betrieb von Busunternehmen würde verteuert. 2005 entschied das Parlament, bei den Treibstoffen auf die C. zu verzichten und stattdessen einen Klimarappen (genau: 1.5 Rappen pro Liter Treibstoff) zu erheben. Die Abgabe wird seit Herbst 2005 entrichtet.
Code SharingKooperationsform von Transportunternehmen, vor allem Fluggesellschaften. Beim C. kann eine Fluggesellschaft wie die Air France in Australien in Zusammenarbeit mit der Quantas ihr Netz für ihre Kunden erweitern, ohne selbst Flugzeuge und Personal stellen zu müssen. Quantas ist in diesem Falle operating carrier, Air France marketing carrier. C. findet beim terrestrischen öV insofern statt, als Bahnhöfe in Bezug auf Flugbillete mit Flughäfen verbunden werden können. Die DB ist in diesem Fall der operating carrier, die Lufthansa der marketing carrier.
CotifConvention relative aux transports internationaux ferroviaires. Übereinkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr. Die neue Fassung tritt am 1. Juli 2006 in Kraft, nachdem im Frühling 2006 die Türkei als 27. Staat das Abkommen ratifiziert hat. Damit wird das C. 1980 definitiv abgelöst. Die Schweiz gehört wie D, A oder E zu den Ländern, die die Fassung 2006 bereits ratifiziert haben. Wichtige Eisenbahnländer wie F, I und B stehen aber noch aus. Im Güterverkehr regelt das C. vor allem Rechtsfragen um den Frachtbrief, im Personenverkehr die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
CreamCustomer-driven Rail-freight services on a European mega-corridor based on Advanced business and operating Models. EU-Forschungsprojekt zur Steigerung der Verlagerung von der Strasse auf die Schiene. Innerhalb von Cream werden innovative Verladetechnologien wie ISU oder Floatrailer (für Flachglastransporte) getestet. In der vierjährigen Laufzeit 2007-2010 wurden bislang 2.2 Milliarden tkm verlagert (entsprechend 115'000 langläufigen LKW-Transporten). Die Verlagerung findet momentan vor allem auf dem Korridor Niederlande-Griecheland/Türkei statt.
Cross AcceptanceGegenseitige Anerkennung von Sicherheitseinrichtungen durch verschiedene Länder bzw. Bahnsicherungssysteme als Vorläufer für die europäische Harmonisierung der Zugsicherung.
CRT-FilterContinous Regenerating Trap. Modernes Abgasreinigungssystem u.a. bei Autobussen, bestehend aus Oxydationskatalysatoren und Partikelfiltern, serienmässig im Einsatz seit Ende der neunziger Jahre.
CSCConvention für Save Containers. Übereinkommen über die technische Sicherheit von Containern.
CTRLChannel Tunnel Rail Link.
CUSCustomer Information System. Elektronisches Herzstück der dynamischen Fahrgastinformation der SBB für on Trip-Informationen. CUS ist seit 2009 operativ und verarbeitet rund 1.7 Millionen Meldungen zu etwa 9000 Zügen der SBB. CUS, dessen entscheidender Vorteil die Automatisierung der Kundeninformation zum Beispiel für Perronansagen oder Bildschirme im Rollmaterial ist, wird bereits erfolgreich mit Daten anderer TU, etwa BLS, PostAuto oder RhB verlinkt. CUS beinhaltet rund 20 Einzelprojekte wie zum Beispiel den SMS-Alarm.
CUTEClean Urban Transport for Europe. Demonstrationsprojekt für Brennstoffzellen-Busse von neun europäischen Städten, darunter Luxemburg und Stuttgart. Die insgesamt 27 Citaro-Busse werden bis zum Projektende 2005/2006 mit 28. Mio. Franken von der Europäischen Kommission unterstützt.
DASDriver Awareness Support (Fahrer-Aufmerksamkeits-Assistenten). DAS erfasst mittels Kameras und Sensoren Fahrerübermüdung, spurtreues Fahren oder mangelnde Fahrabstände. In verschiedenen Stufen kann das System warnen oder gar lenken und bremsen.
Direkter VerkehrDurchgehende Beförderung von Personen (und Gütern) zwischen zwei oder mehreren Transportunternehmungen aufgrund eines einzigen Tarifes und Transportvertrages. Beispielhaft verwirklicht bei regionalen Verkehrsverbünden weltweit (nur Personenverkehr) und im international sehr weit fortgeschrittenen nationalen Direkten Verkehr der Schweiz.
Direktverbindungs-BonusWert der Attraktivität von öV-Linien, der angibt, wie gross die Zunahme am Fahrten (Nachfrage) steigt, wenn eine Linie mit einer Umsteige-Beziehung neu zu einer Linie mit Direkt-Verbindung gemacht wird. Der Wert gilt nur für die Menge der öV-Kunden, welche vorher umsteigen mussten. Er beträgt nach SBB-Berechnungen zwölf Prozent. Der Bonus ist vor allem bei Pendlerfahrten wirksam.
Dispo-LokDispolok GmbH ist eine hundertprozentige Siemens-Tochter, welche Siemens-Lokomotiven an Bahnunternehmen vermietet. Das D.-System hat diversen kleinen und privaten Güterverkehrs-EVU nach der Liberalisierung den Marktzugang vor allem in Deutschland er-möglicht.
dopo AvantiBundesrätliches Programm zur Finanzierung des Agglomerationsverkehrs, der Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und der Engpassbeseitigung. D. entstand im Spätsommer 04 nach der Ablehnung der Avanti-Initiative der Strassenverkehrsverbände durch das Volk. Als Varianten stehen ein Infrastrukturfonds (total 20 Milliarden Franken), ein Agglomerationsverkehrsfonds (3 bis 5 Milliarden) und ein Härtefallfonds (2 Milliarden) zur Diskussion. Im Frühling 2006 entscheid sich der Ständerat für einen Infrastrukturfonds mit einer Gesamteinlage von 20.8 Milliarden Franken. Umstritten sit weiterhin der Einbezug der S-Bahnen in den Fonds. Er wird von VöV/SBB zwingend gefordert, vom TCS abgelehnt.
Doppelstock-GüterzügeD,. wie sie in den USA routinemässig verkehren, sind auf dem europäischen Schienennetz nur im Ausnahmefall möglich, da die Ladung allein eine lichte Höhe von knapp 5.6 Metern beansprucht (Fahrdrahthöhe: 5.75 Meter). In Deutschland wird geprüft, ob für den Hafenhinterlandverkehr auf ausgewählten Strecken D. geführt werden können. In der Schweiz verunmöglichen die zahlreichen Tunnel und Brücken den entsprechenden Einsatz.
Drittes EisenbahnpaketVon der EU-Kommission vorgesehenes drittes Richtlinienpaket mit Festlegungen von Qualitätsstandards im Schienengüterverkehr, erweiterten Rechten für die Fahrgäste, umfassender Kabotage auch im Personenverkehr sowie einem europäischen „Lok-Führerschein“ (Zertifizierung).
DuobusHybridbus, der sowohl als Trolleybus (Elektroantrieb) wie als konventioneller Bus (Dieselantrieb) genutzt werden kann. Beispiel: In Fribourg/CH werden die Duobusse hauptsächlich als Trolleybusse eingesetzt, auf Strecken ohne Fahrleitung aber mit dem Dieselantrieb (z.B. Sechszylinder-Motor) betrieben. Herkömmliche Trolleybusse verfügen nur über ein schwaches Hilfsaggregat (PW-Motor) zur Bewältigung von Pannen.
DurchmesserlinieDie D. durchquert einen innerstädtischen (Haupt-)Bahnhof und verbindet periphere Gebiete im Umland der Stadt miteinander. Voraussetzung für D. sind Durchgangsbahnhöfe (im Gegensatz zu Kopfbahnhöfen wie oberirdisch in Zürich). S-Bahnlinie sind fast ausnahmslos als D. gestaltet, z.B. die zürcherische S 12 von Brugg/AG nach Seuzach bei Winterthur.
E-TicketingOberbegriff für elektronisches Fahrgeldmanagement. Darunter fällt u.a. das Schweizer "EasyTicket", aber auch die Zukunftstechnologie "EasyAccess", "EasyCard" oder das Handy-Ticketing.
EasybusEnglisches Lowcost-Bussystem auf der Basis von kleinen Mercedes Sprinter-Fahrzeugen. Die englische Verkehrspolitik erlaubt es, auch parallel zu Bahnlinien direkte Buskonkurrenz zu etablieren. Die Tickets auch für mittlere Strecken kosten übers Internet gebucht teilweise nicht mehr als 1.5 Euro.
EasyCardMultifunktionale AccessCard der SBB auf der Basis von Generalabonnement und Halbtax-Abo mit integriertem intelligentem Chip. E>asy erlaubt zusätzlich zum Bahnfahren den cash-freien Zutritt ohne Wartezeit vor allem zu Kultur- und Sportanlässen, Bädern und Erlebnisparks Im September 04 startet eine einjährige Testphase mit 20'000 Karten. SBB-Partner bei E>asy sind Schweiz Tourismus und Kudelski.
EasyDriveBezeichnung für die kontaktlose Chipkartenlösung im Engadin-Bus, aber auch für je ein österreichisches und schottisches Car-Sharing-System sowie für Fahrschulen, Computerteile und Homebanking-Ausprägungen.
EasyRideSammelbezeichnung für eine Reihe früherer E-Ticketing-Projekte von SBB, Post und VöV. Die zentralen Ziele von ER waren: Erleichterung des Kundenzugangs zum öffentlichen Verkehr durch weitgehende Ablösung der Papierbillette und Vereinfachung der Zahlvorgänge, Kostensenkungen der TU beim Vertrieb, Ermöglichen von einfacheren und flexibleren Tarifmodellen (z.B. Yield-Management). Ehrgeizigstes Einzelprojekt von ER war in der Startphase 1999 EasyAccess, der kontaktlose Zugang zum gesamten schweizerischen öV nach dem System „BiBo“. EasyAccess hätte bei seiner Einführung im Jahre 2006 durch die Nachrüstung sämtlicher Fahrzeuge des öV Investitionskosten von ca. 600 Mio. Franken zur Folge gehabt. ER wird seit 2007 durch fastTRACK abgelöst.
EasyTicketPapierloses Ticket-System des Direkten Verkehrs Schweiz auf der Basis einer Chipkarte.
EEVEnhanced Environmentally Friendly Vehicle. Fortgeschrittener Abgasstandard bei Nutzfahrzeugen, der über die Anforderungen von Euro 5 hinausgeht. EEV wird relativ problemlos mit Gasmotoren erreicht. Bei Dieselmotoren kann der EEV-Standard mit einer Kombination von Russfiltertechnik und Abgasrückführung mittels Turbolader eingehalten werden. EEV vermindert gegenüber Euro 5 die Partikelmenge nochmals um 33 Prozent. Die Partikelwerte sind damit 20 mal, die NOx-Werte acht mal kleiner als bei Euro 1 (1998).
EFMSElectronic Fare Management System. Oberbegriff für alle elektronischen Fahrgeldabrechnungssysteme wie z.B. "E-Ticket".
EIAEuropean Intermodal Association. 1993 gegründete unabhängige Plattform zur Förderung intermodaler Gütertransporte in Europa mit Sitz in Brüssel. BLS und SBB sind Vollmitglieder, Bertschi/Dürrenäsch ist assoziiertes Mitglied.
EIMEuropean Rail Infrastructure Managers. Europäische Vereinigung der unabhängigen Infrastrukturbetreiber u.a. mit Eurotunnel und Réseau Ferré de France und Sitz in Brüssel.
EIMMEtablissement industriel de Maintenance du matériel. Hightech-mässig ausgerüstetes Unterhalts- und Testzentrum für Hochgeschwindigkeitszüge der SNCF (u.a. in Landy).
EisenbahnagenturDie Europäische ERA (European Railway Agency). mit circa 100 Mitarbeitern hilft den EU-Mitgliedsländern und der EU-Kommission in der Umsetzung der Normen zur Verkehrssicherheit und zur Interoperabilität. Sie ist in Lille/Valenciennes (F) angesiedelt und hat ihre Arbeit 2004 aufgenommen. Im Administrative Board sind in der Regel Mitarbeiter der Transportministerien der 28 angeschlossenen Länder (EU-Länder und Norwegen, ohne Schweiz) vertreten. Ihr Direktor ist der Belgier Marcel Verslype.
Eiserner RheinHistorische, heute nur noch einspurige Bahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Antwerpen durch Belgien und die Niederlande, ab 1879 vor allem für den Güterverkehr in Betrieb, ab 1953 im durchgehenden Betrieb stillgelegt. 135 der total 160 km werden aber auch heute noch von Personenzügen befahren. Die Wiederaufnahme des Transitbetriebes ist bei der EU in der Planung fürs Transeuropäische Verkehrsnetz vorgesehen. Das Bundesland NRW favorisiert als Verbindung Antwerpen-Mönchengladbach allerdings eine doppelspurige, elektrifizierte Neubaustrecke. Der Entscheid ist Ende 2011 noch nicht gefallen.
ELTISEuropean Local Transport Information Service (Europäischer Informationsdienst für den Nahverkehr). Website der EU mit umfassenden News und Hintergrunddaten zur EU-Politik im Nahverkehr, zu Forschungsprojekten und zu Fallstudien. Die Schweiz ist mit knapp 10 Fallstudien, vor allem zum öffentlichen Verkehr (Cargotram Zürich, Mobility-Ticket Basel) vertreten. www.eltis.org
EPFEuropean Passengers Federation. Europäischer Fahrgastverband mit 17 Mitgliedern aus 11 Staaten und Sitz in Gent/Belgien.
EPOMMEuropean Platform on Mobility Management. Internationale Partnerschaft zur Förderung von Mobilitätsmanagement in der EU und in europäischen Nicht-EU-Ländern. Die Schweiz ist seit Juni 2004 Mitglied bei E.
ERAEuropean Rail Association. Englische Bezeichnung für die "UIC"?
ERASiehe Eisenbahnagentur
ERFAEuropean Rail Freight Association. Europäischer Verband von Eisenbahnunternehmungen und nationalen öV-Verbänden mit Sitz in Brüssel. Schweizer Mitglied des vom VDV 2002 gegründeten Verbandes ist RM.
ERFCPEuropean Rail Freight Customers Platform mit Sitz in Brüssel
ERIMEuropean Railway Infrastructure Masterplan. UIC-Projekt eines europäischen Bahninfrastrukturleitplans. Mit der sogenannten Eurailinfra-Methode, die Entwicklungsprognosen und Streckenparameter enthält, wird die Schienenkapazität und ihre Entwicklung beurteilt. ERIM umfasst rund 40'000 Streckenkilometer und zwölf Korridore, darunter den Korridor 1 mit der Lötschberg- und der Gotthardstrecke.
ERRACEuropean Advisory Council on Rail Research. Vorschlag eines gemeinsamen Bahn-Forschungsinstitutes auf europäischer Ebene aus dem Jahre 2001, noch ohne Konkretisierung.
ERRIEuropean Rail Research Institute. Bahnforschungsinstitut der "UIC" in Utrecht/NL.
Erstes EisenbahnpaketSammlung von EU-Vorschriften von 1999, welche die Öffnung des Marktes für grenzüberschreitende Güterverkehrsdienste zwischen 2003 und 2008 sowie die Einführung von Vorschriften für die Erteilung von Genehmigungen, die Zuweisung von Fahrwegkapazität und die Erhebung von Entgelten für deren Nutzung vorsehen (Richtlinien 2001/12/EG, 2001/13/EG und 2001/14/EG). Das E. ist seit März 2003 in Kraft.
ERTMSEuropean Rail Traffic Management System. Europäisches Zugleitsystem zum Management des Bahnverkehrs mit dem Ziel, die Kapazität des Netzes zu steigern, die Sicherheit zu erhöhen, die Baukosten zu senken und den Betrieb zu vereinfachen. Das System soll innerhalb der nächsten zwölf Jahre auf den wichtigsten europäischen Schienenverkehrskorridoren eingeführt werden.
ESCElectrical Systems Compatibility. Bezeichnung für die Notwendigkeit, die unterschiedlichen elektrischen Systeme der europäischen Bahnen im Hinblick auf vermehrte Sicherheit und Kostensenkung zu vereinheitlichen ("Interoperabilität").
ESCARVElectrical System Compatibility for Advanced Railway Vehicles. Arbeitsgemeinschaft von rund 14 Produzenten (wie ABB oder Siemens), TU (wie FS und SBB) sowie der Hochschule Harz mit dem Ziel, im elektrischen Bereich beim neuen Rollmaterial umfassende "Interoperabilität" zu schaffen. E. ist eingebettet in das 4. Europäische Rahmenprogramm (mit BRITE EURAM III und RTD3). Sitz von E ist Västeras/Schweden (c/o ADtranz).
ESGElektronisches Schaltergerät. Mittel zur Herausgabe von Tickets und Abos an Bahnschaltern nach SBB-Standard.
ESTWElektronisches Stellwerk. Seit den achtziger Jahren lösen elektronische Stellwerke (Siemens und Alcatel/SEL) die früheren elektromechanischen und mechanischen Stellwerke ab.
ETCSEuropean Train Control System. Zugsicherungssystem. Level 2 von ETCS ist die modernste Norm und dürfte in der EU ab 2006 einsatzfähig sein (Italien und Niederlande). ETCS Level 2 bringt eine reine Führerstandssignalisierung und benötigt dafür Eurobalisen an der Infrastruktur zur Positionsbestimmung und GSM-R zur drahtlosen Übertragung. E. erhöht die Kapazität einer Strecke in der Praxis um bis zu 30 Prozent. Die Schweizer ETCS-Systeme auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist und im Lötschbergbasistunnel werden ab Ende 2007 praktisch einsatzfähig sein.
ETMEurobalise Transmission Module.
Euro DominoPauschalfahrausweis zur freien Fahrt auf dem europäischen Bahnnetz (29 Bahnen). Ausgenommen von der freien Fahrt sind das Wohnsitzland und Nachtreisezüge. Euro Domino Tickets werden in der Regel für ein bis zwei Länder gekauft. Sie kosten (Preisstand November 03) z.B. 2. Klasse für vier Tage (innerhalb eines Monats) in Italien 260 und in Deutschland 297 Franken.
Euro-5Vorläufige letzte und technische höchstentwickelte Stufe der Abgasreinigung bei LKW und Bussen im EU-Raum. Die Euro-5-Motoren werden momentan (2004) serienreif gemacht. "SCR"-Abgasnachbehandlung ist bei ihnen Standard. Die finanziellen Vorteile für Euro-5-Motoren bei der Maut-Bemessung gelten in Deutschland bis 2009.
EurofimaEuropean Company for the Financing of Railrway Rolling Stock. E. verbilligt durch Sicherheiten die Aufnahme von Krediten für den Kauf von Rollmaterial durch jene Bahnen, die Aktionäre bei Eurofima sind. Das sind momentan knapp 30 Transportunternehmungen, darunter die Hauptaktionäre nämlich SNCF, SNCB, DB, RENFE, SJ und SBB. Schweizer Aktionäre sind ausserdem Cisalpino, CityNightLine und Hupac. Die jährliche Kreditvergabe umfasst ca. 2 Milliarden Franken. Sitz der E. ist Basel.
EuropaboxNormierte Ladeeinheit in Ergänzung zum ISO-Container. Die noch nicht abschliessend definierte Europabox soll wie der Sattelauflieger 33 Paletten Platz bieten. Sie dürfte 2.7 bis 2.9 m hoch und rund 12 bis 14 m lang sein. Zweck der Normierung ist ein erleichterter Umlad Schiff-Eisenbahn (zulasten des LKW).
EuropaletteMit 500 Millionen Exemplaren ist die E. der quantitativ wichtigste Ladungsträger weltweit, unersetzbar auch im EWLV der Bahn. Die E. misst 1200 mal 800 mal 144 Millimeter, trägt anderthalb Tonnen, ist in der Regel aus Holz und wurde 1961 unter der Aegide der UIC eingeführt. Sie reduzierte den Beladeaufwand von Güterwagen massiv und bewahrte damit in diversen Ländern den EWLV vor dem Untergang in den siebziger Jahren.
European BullsEuropäische Güterverkehrsallianz mit Comsa/E, Viamont/CS, rail4chem/D, LTE/A, Ferrovie Nord Cargo/I. Die im Januar 05 in Rotterdam gegründete Allianz befährt u.a. die Strecke Rotterdam-Brescia.
EuroSprinterAktuelle Lokfamilie der Firma Siemens. Bezeichnung bei SBB: Re 474 (Güterzugsverkehr), bei DB: 189
EVUEisenbahnverkehrsunternehmen
FABIFinanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur. Umfassende Bundesvorlage zum Erhalt und zum Ausbau der Bahninfrastruktur von SBB und KTU bis über 2040 hinaus. FABI sieht die Überführung der bisherigen FinöV-Finanzierungen (vor allem LSVA, Mineralölsteueranteil und Mehrwertsteuerpromille) in den neuen, zeitlich unbebefristeten Fonds BIF vor, ausserdem aber neue Finanzquellen wie die Reduktion des Fahrkostenabzuges bei der direkten Bundessteuer (250 Mio CHF jährlich), höhere Trassenpreise (300 Mio) und Kantonsanteile (300). Zu FABI läuft im Sommer 2011 das Vernehmlassungsverfahren. Die Gesamtsumme der geschätzten Projektkosten beträgt 42.7 Milliarden CHF, darunter 2 Milliarden für die KTU (ohne BLS und SBB). FABI soll den Viertelstundentakt im Fernverkehr für Zürich-Bern und Genf-Lausanne bis 2035 bringen. Für den ersten Ausbauschritt sind 3.5 Milliarden vorgesehen, die teilweise zeitlich parallel zu den ZEB-Massnahmen realisiert werden sollen. Zu den teuren Einzelprojekten gehören aus heutiger Sicht der Chestenbergtunnel, der Brüttenertunnel, der Wisenbergtunnel und die Neubaustrecke Axen.
Fahrgast-ChartaFreiwillige Verpflichtung der in der UIC, der CER und der CIT zusammengeschlossenen Bahngesellschaften zur Einhaltung von Regeln gegenüber den Kunden u.a. in den Bereichen Information, Sicherheit, Handicaps, Pünktlichkeit und Kundenbeteiligung. Die 2002 abgeschlossene Charta ist die Grundlage u.a. für Ausgleichsregelungen bei Unpünktlichkeit.
FahrplankilometerkostenBetrag für einen gefahrenen Kilometer, zusammengesetzt aus Personal-, Sach- und Kapitalkosten. Beispiele: Gemischter Auto- und Trolleybusbetrieb Winterthur (SW): 8.99 Fr. (2004); Zugsbetrieb RM: 14.00 Fr. (2004).
FahrplanspinneTaktsystem im öV, bei dem z.B. knapp vor der vollen oder halben Stunde Bahnen und Busse im entsprechenden öV-Knoten ankommen und ihn unmittelbar nach der vollen oder halben Stunde gebündelt wieder verlassen.
fastTRACKProjekt einer zukunftsorientierten Mobile Ticketing Lösung beim öV Schweiz. F. löst ab 2007 das Projekt EasyRide ab. Im Unterschied dazu wird F. nur minimale Ausrüstung bei Haltestellen und Rollmaterial benötigen und damit kostengünstiger sein. Basis ist das Handy, was Ticket-Kauf, -Kontrolle und -Zählung weitgehend automatisiert ermöglicht. In seiner ausgereiftesten Form könnte F. national voraussichtlich ab ca. 2011/12 realisiert sein. F. wird unter der Leitung der SBB, in Zusammenarbeit mit Nah- und Regionalverkehr, realisiert.
FeederVerkehrsmittel mit Zubringerfunktion z.B. Nahverkehrszug für den Fernverkehr.
FERFachempfehlung für das Rechnungswesen (u.a. bei Transportunternehmungen). Die FER werden bei den Schweizer TU erst im Ausnahmefall angewendet. Nach der Einführung der Bahnreform 2 ist mit einer flächendeckenden Anwendung zu rechnen.
FernverkehrIm Schweizer öV alle Kursangebote „von nationaler Bedeutung“, die von der SBB gefahren und für welche die SBB von Bund und Kantonen keine Abgeltung bekommt, die also eigenwirtschaftlich betrieben werden sollen. Der F. wird im Eisenbahngesetz und in der Leistungs-vereinbarung SBB erwähnt, aber nicht definiert. Linien-, haltenstellen- und teilweise betriebszeitengenau bestimmt ist der F. in der Fernverkehrskonzession. Fahrplantechnisch umfasst der F. die Eurocity-, Intercity- und InterRegio-Angebote, im Regelfall jedoch nicht die Regio-Express-Züge. Die z.B. von SOB, BLS, RhB, MGB oder MOB betriebenen Langstreckenlinien wie etwa der Glacier-Express sind im Sinne der auf die SBB ausgerichteten Definition kein Fernverkehr.
FFIFreight Forward International. Private Interessengemeinschaft neun führender globaler Speditionskonzerne, u.a. Kühne und Nagel und Panalpina, mit Sitz in Brüssel.
FGIFahrgastinformation. Bundesdeutscher Ausdruck für «FIS» (Fahrgast-Informationssystem).
FiataFédération Internationales des Association des Transitaires et Assimilés. 1926 gegründeter Weltspediteurverband mit rund 2'700 Einzelmitgliedern in 140 Ländern und Sitz in Glattbrugg/CH. Die nationale Schweizer Vertretung bildet Spedlogswiss.
FinöVBundesbeschluss über den Bau und die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs. Die Vorlage wurde im November 1998 mit 63.5 Prozent Ja angenommen. Sie sieht Investitionen im Umfang von 30.5 Milliarden Franken (Preisstand 1995) vor für: Bahn 2000 erste und zweite Etappe, NEAT (Basistunnel Gotthard und Lötschberg mit Zufahrtsrouten), Anschluss der Ost- und Westschweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz sowie Lärmsanierung. Während Bahn 2000 1. Etappe Ende 2004 weitgehend realisiert ist, befinden sich andere F.-Teile noch in der politischen Auseinandersetzung, z.B. die HGV-Ausbauten (ursprünglich vorgesehen: 1.3 Milliarden). F. wird im Wesentlichen durch Erträge der "LSVA", der Mineralölsteuern und der Mehrwertsteuer finanziert.
FISFahrgast-Informationssystem. SBB-interne Bezeichnung für Signaletik- und Kundenführungsnormierungen. Die aktuelle Reform der bisherigen Regelungen, erweitert vor allem um elektronische Applikationen, heisst FISplus, die Koordination unter allen schweizerischen TU FIScommun. FI-Systeme funktionieren auf der Basis direkter Kommunikation (z.B. Fahrplanauskunft des Kondukteurs), auf derjenigen von statischen Anzeigen (z.B. Plakatfahrpläne) oder auf dynamischen Anzeigen (z.B. Laufschriften, Wechselanzeigen über Busankünfte). FIS betreffen jeweils den Zeitpunkt, vor, während und nach der Reise (z.B. Beschwerdemanagement).
FLIRTFlinker leichter innovativer Regional-Triebzug. Neuer S-Bahn-Typ von Stadler/Bussnang für den Einsatz in Agglomerationen., z.B. seit Juni 04 für die Stadtbahn Zug. Die SOB erhält 2007 elf F. mit 219 Sitz- und 233 Stehplätzen.
Floating track slabElastisch gelagerte Gleistragplatten nach dem Masse-Feder-System im Bahnbau.
FSSFührerstandssignalisierung. Art der Zugsicherung, bei der auf Signale an der Strecke zugunsten von Anzeigen im Lokomotivführerstand verzichtet werden kann. FSS wird mit der Inbetriebnahme der ETCS-Strecken u.a. Mattstetten-Rothrist erstmals ca. Ende 2006 realisiert.
FTEForum Train Europe. Europäische Organisation der Eisenbahnver-kehrsunternehmen mit Sitz in Bern (Präsident: Hansjürg Spillmann). Das FTE zählt 95 Bahnunternehmen in 35 Ländern und erstellt vor allem die grenzübrschreitenden Fahrpläne. Die Schweizer Mitglieder sind BLS, CISALPINO, Elvetino, ICF, RhB, SBB und TILO.
GalileoEuropäisches Satellitennavigationssystem u.a. zur Ortung von Zügen, Wagen, Sendungen, das mit total 30 Satelliten 2010 bereit stehen soll. G. stellt ein Konkurrenzprodukt zum US-System GPS dar. G. und GPS werden gemäss einem Kooperationsabkommen zwischen der EU und den USA aber kompatibel sein. G. wird im Gegensatz zu GPS nicht vom Militär kontrolliert sein.
GatewayUmschlagsbahnhof für Container, hauptsächlich im Wechsel Schiene-Schiene oder in der Feinverteilung Schiene-Strasse. Das G. muss über eine leistungsfähige Krananlage verfügen. Im Unterschied zu einem wesentlich flächenintensiveren Rangierbahnhof müssen die Züge nicht rangiert werden. In der Schweiz plant die SBB G. in Basel-Nord und im Limmattal neben dem zentralen Rangierbahnhof. Im Limmattal sollen ab 2015 täglich 900 Container umgeschlagen werden.
Gigaliner60-Tonnen-Sattelzüge, über deren Einführung in einigen EU-Ländern (Holland, Deutschland) diskutiert wird. Schweden lässt G. im Binnenverkehr bereits zu. Die Einführung der G. hätte eine massive Produktivitätszunahme des Strassengüterverkehrs gegenüber dem Schienengüterverkehr auf Langstrecken zur Folge. Experten erwarten Einbrüche beim KV. Eine Übernahme von G.-Aufliegern im KV wäre vom Gewicht her problematisch. G. sind in der Regel 25.25 m lang, also knapp sieben Meter länger als die heutigen Lastenzüge.
GISGeographisches Informations-System. Elektronisch erfasste Kartendaten, auch als Grundlage für die öV-Planung.
GlatttalbahnMeterspurige Tramverlängerung im Norden Zürichs, die in drei Etappen zwischen 2006 und 2010 eröffnet wird. Die total 12.7 km kosten 555 Mio. CHF, ca. 47 Mio. CHF pro km. Mit der Linie 11 werden seit Dezember 2006 der Glattpark, das Fernsehstudio und die Auzelg erreicht. 2008 erfolgt die Erschliessung des Frachtflughafens mit Linie 10, 2010 diejenige des Bahnhofs Stettbach via Wallisellen mit Linie 12.
GleisatmungKontrollierte Ausdehnung lückenlos verschweisster Gleise in engen Radien (höchstens 150 bis 200 m im Schmalspurbereich). Die Längsdehnung sowie veränderte Schotterung bei den Schwellenköpfen führen dazu, dass das Gleis sich gegen aussen hin um bis zu zwei Zentimeter verschieben ("atmen") kann, ohne dass das Gleis deformiert wird.
GPRSGeneral Packet Radio Service. Moderne Datenübertragungstechnik für hohe Übermittlungsgeschwindigkeiten und betriebswirtschaftlich interessante Nutzung ("always on", aber dennoch spezifische Datenfluss-Verrechnung), angewandt z.B. bei der Übertragung von "EasyAcess"-Daten aus einem Linien-Bus an die Leitstelle.
Grands FrèresArbeitslosenprojekt (Pilotversuch 2005) von SBB und verschiedenen KTU in Bussen und Zügen zur Verhinderung von Vandalismus und Gewalt. Zu den Aufgaben der 18- bis 30-jähigen Frauen und Männer gehören auch Hilfeleistungen beim Ein- und Aussteigen sowie Auskünfte. Die G. sind unbewaffnet.
GraufahrerDie grundsätzlich legale Nutzung der Möglichkeit, in begleiteten Zügen mit einem kleinen Aufschlag (5 Franken) ein gültiges Ticket während der Fahrt kaufen zu können, kann G. dazu verleiten, auf die Chance zu spekulieren, dass der Kondukteur nicht vorbeikommt und eine kostenlose Fahrt möglich wird.
Grünbücher EUBerichte der EU-Kommission, die eine Diskussion über grundlegende politische Ziele in einem Politikbereich auslösen sollen. Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Verkehr erschienene G.: "Faire und effiziente Preise im Verkehr" (1995); "Das Bürgernetz: Wege zur Nutzung des Potenzials des öffentlichen Personenverkehrs in Europa" (1995); "Die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt - Eine Gemeinschaftsstrategie für eine dauerhaft umweltgerechte Mobilität" (1992). G. haben öfters einen Vorschlagsbericht, d.h. ein "Weissbuch", zur Folge.
GSM-RGlobal System for Mobile Communication – Rail. Bahnfunk-Standard von rund 30 europäischen Bahnen. GSM-R soll die bisherigen verschiedenen Bahnfunksysteme durch ein einziges digitales ablösen. Es bildet auch die elektronische Grundlage für das europäisch genormte Zugsicherungssystem „ETCS“. GSM-R ist eine gemeinsame Entwicklung der europäischen Bahnen, technisch massgeblich bestimmt von Siemens und Nortel Networks. In der Schweiz werden die SBB und einige KTU wie z.B. die RhB GSM-R übernehmen.
GTWGelenktriebwagen. Regionalzugstyp von Stadler/Bussnang, bis Ende 2003 336 mal verkauft (u.a. BTI, Seetalbahn,THURBO und Olympiabahn Peloponnes). Typisch sind Gewichtsersparnis und schnelle Reparaturfähigkeit durch eine in der Kompositionsmitte angebrachte Antriebseinheit. Die jüngste GTW-Generation ist bis zu 140 km/h schnell (RABe 526).
GVFGGemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Deutsches Förderungsinstrument zugunsten von Investitionen des Nahverkehrs. 2003 kamen rund 2.5 Milliarden Franken zur Auszahlung. Der GVFG-Anteil an den Investitionen kann bis 90 Prozent (S-Bahnen: 80 Prozent) betragen. Die Mittel entstammen der Mineralölsteuer. Das GVFG wird kritisiert, weil es weder Rollmaterial- noch Mobilitätsmanagementsystem-Förderungen zulässt.
GVZGüterverkehrszentrum. Regionale Einrichtung für den Umschlag Strasse/Schiene. In Deutschland existieren derzeit (Oktober 2003) 27 GVZ im Betrieb, davon eines in Weil am Rhein bei Basel und sechs in der Planungsphase (Italien: 6 im Betrieb, 20 weitere in Planung). Zu den GVZ-Merkmalen gehören: Anbindung an Schiene und Strasse (allenfalls Wasserwege), 24-Stunden-Betrieb, konfliktarme Nachbarschaft. Die überregionale Zusammenarbeit der GVZ ist z.B. in Deutschland bisher nicht gelungen.
GyrobusTechnisch originelle Schweizer Lösung zur Speicherung von Energie und zur Abgasvermeidung in Linienbussen ohne Oberleitung. Der in Oerlikon hergestellte G. verkehrte in den fünfziger Jahren zwischen Yverdon-les-Bains und Grandson fahrplanmässig. Dabei speicherte ein Schwungrad aus Verbundstoffen die eingespiesene bzw. die Bremsenergie. Die Einspeisung der elektrischen Antriebsenergie erfolgte an speziell ausgerüsteten Haltestellen. Der G. scheiterte vor allem aus Gewichts- und Kostengründen.
GütertramSiehe Cargotram
GüterverkehrszentrumGewerbegebiet mit einer Vielzahl logistischer Betriebe und Handelsunternehmen mit Anbindung an mindestens zwei Verkehrsträger, in der Regel Bahn und LKW. Die Vorteile liegen in branchenübergreifenden Synergien und in der Vernetzung. Deutschland verfügt momentan (2012) über 35 GVZ, davon die grössten in Bremen (8‘000 Beschäftigte) und Nürnberg. Das wichtigste europäische GVZ ist Interporto Verona. Das grenznächste GVZ ist Weil am Rhein. Die Schweiz verfügt über kein grosses GVZ.
Heavy RailS- und U-Bahnen, Vororts- und Regionalbahnen, in der Schweiz z.B. RBS Bern-Solothurn; siehe auch "Light Rail"
HGVHochgeschwindigkeitsverkehr
HOPHochrechnung der Erlöse im Personenverkehr. Statistische Hochrechnung der Verkehrsdaten FQ und FRASY der SBB (Fahrausweisstruktur, Reisendenfrequenzen, Ein- und Aussteigefrequenzen pro Haltestelle).
House of Rail2006 gegründete Interessenvertretung von vorwiegend britischen und skandinavischen privaten Güter-EVU und Speditionen mit Sitz in London. H. hat keine Schweizer Mitglieder.
HSLHigh Speed Lines. Hochgeschwindigkeitsstrecken im Eisenbahnfernverkehr.
HTEHighspeed Train Europe. Projekt eines Modulzuges für DB, SNCF und Trenitalia mit Geschwindigkeiten bis zu 380 km/h. Der HTE soll vorzugsweise in Doppelstockvarianten und Doppeltraktion und damit einem Transportvermögen von bis zu 1200 Passagieren eingesetzt werden. Geplanter Einsatzbeginn ist 2010.
Hub and SpokeAllgemein Nabe-Speiche Systeme, im Verkehr die Bündelung von Güterströmen auf einen zentralen Umschlagspunkt (Hub) hin. Über die "Speichen" erfolgt die regelmässige Sammlung und Verteilung der Güter. H.-Systeme sind vor allem im eiligen Postverkehr sowohl auf der Schiene wie auf der Strasse verbreitet.
HupacSchweizer Logistik-Gruppe für den kombinierten Verkehr mit Sitz in Chiasso. H. besitzt 3000 eigene Tiefladewagen, transportiert jährlich ca. 400'000 Strassensendungen und beschäftigt 220 Personen. Im Zentrum des Systems steht der Hub in Busto Arsizio mit einer Kapazität von 30 Shuttlezügen.
HVZHauptverkehrszeit. Im Strassenverkehr gemäss Verkehrszählungen (Resultat: Tagesganglinien) normalerweise die Zeit zwischen 06.30 und 08.30 sowie zwischen 16 und 19 Uhr, (Rush hours), allerdings abhängig von kulturellen Einflüssen (Frühaufsteherkultur) oder regionalen Strukturen (Möglichkeit der mittäglichen Rückkehr vom Arbeitsplatz nach Hause). Im öffentlichen Verkehr ist oft die Zeit bis 20 Uhr gemeint. Nachher beginnt in vielen öV-Netzen die Nebenverkehrszeit mit ausgedünntem Takt.
Hybrid-StadtbahnStadtbahn oder Tram mit etwa gleich starkem elektrischem wie dieselelektrischem Antrieb. Erstes Beispiel dafür ist seit 2005 das RegioTram RBK in Kassel. Die TSOL in Lausanne und die SBB-Züge Genf-Bellegarde sind in eingeschränktem Masse (nur Hilfsantrieb) ebenfalls Hybrid-Stadtbahnen.
Hybrid-ZugZug oder Tram mit etwa gleich starkem elektrischem wie dieselelektrischem Antrieb. Erstes Beispiel dafür ist seit 2005 das RegioTram RBK in Kassel. Die TSOL in Lausanne und die SBB-Züge Genf-Bellegarde sind in eingeschränktem Masse (nur Hilfsantrieb) eben-falls Hybrid-Stadtbahnen. Seit Oktober 2007 verkehrt in der Region Champagne-Ardenne (F) ein von Bombardier gebauter bimodaler Hybridzug als erster H. im Hochleistungsbereich.
HybridbusPendant zum Hybrid-PW im öV-Einsatz mit je einem elektrischen und einem – normalerweise – Verbrennungsmotoren-Antrieb. Der H. ist in der Lage, 15 bis 30 Prozent fossile Treibstoffe einzusparen, ist aber in der Anschaffung noch bis zu 50 Prozent teurer. Seit 2007 verkehrt in Lenzburg der erste H. in der Schweiz. Die wichtigsten Hersteller, in der Schweiz z.B. Hess Bellach, haben H. im Angebot oder werden sie in Kürze anbieten. Der H. dürfte ab 2010 voll serienreif sein.
IBISIntegriertes Bordinformationssystem. Zentralrechner vor allem für Linienbusse.
IBSInteressengemeinschaft der Bahnspediteure. Interessenvereinigung mit vorwiegend deutschen Mitgliedern, darunter als assoziierte M. der VDV, SBB Cargo Deutschland und Rhenus Alpina Basel. IBS wurde 1996 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.
IGBTInsulated Gate Bipolar Transistor. Die heute standardisierte Form des elektronischen Schaltventils bei Lokomotiven als technische Weiterentwicklung des Gate Turnoff Transistors GTO. Mit dem I kann der Wechselstrom der Stromversorgung so in Gleichstrom umgerichtet werden, dass ruckfreies Beschleunigen und eine optimale Stromnutzung und Rekuperation möglich sind. Die Schweizer BBC hat in dieser Technik in den achtziger Jahren zusammen mit der japanischen Industrie Pionierarbeit geleistet. Der I. ist heute Industriestandard.
Inbound LogisticsVersorgung von Fertigungs- und Montagestandorten
INFOSBB-Datenbank für den Fahrplan
Intelligentes DrehgestellNeuer Drehgestelltyp, bei dem Sensoren Geschwindigkeit und Belastungen messen und motorgetriebene Stellglieder darauf basierend z.B. die Achsstellung verändern. Bombardier hat mit dem Mechatronic Bogie erfolgreiche Tests durchgführt.
IntermodalitätVerknüpfung (mindestens) zweier Verkehrsträger wie z.B. Bahn und LKW oder Schiff und LKW im Güterverkehr.
InteroperabilitätFähigkeit von Zügen oder Zugsteilen, hindernislos auf den nationalen Bahnnetzen Europas mit all ihren unterschiedlichen technischen und betrieblichen Regelungen zu verkehren. Im Zentrum der Interoperabilität stehen die Zugssteuerung, die Zugsicherung und die Signaltechnik. Im weiteren Sinne sollen auch Schienenverkehrstelematik, Personalausbildung oder Lärmmassnahmen vor allem an Güterwagen Interoperabilität garantieren. In der EU fördern zwei verschiedene Richtlinien (96/48/EG, 2001/16/EG) die Interoperabilität im Bereich der Eisenbahnen. Die Einzelheiten sind in den TSI (Technische Spezifikation für die Interoperabilität), die von der EG-Kommission erlassen werden, geregelt. Trotz I. kommen aber noch immer Schildbürgereien vor. So verhindert z.B. der französische Zoll noch Mitte 2008, dass SBB-Flirts auf gewissen Bahnhöfen anhalten können, weil sie angeblich mangelhafte Seitenaufprall-Stabilität hätten. Im Rest Europas hat der erfolgreiche Stadler-Zug keine Probleme.
Iso-ContainerI. für den kombinierten Verkehr kommen in den Ausprägungen 20- und 40-Fuss-Container vor. Sie sind 2.44 m breit und 6.1 bzw. 12.2 m lang. Neben diesen europäischen Normgrössen verkehren aber auch noch 45-Fuss-Container mit einer Länge von 13.7 m und in den USA 48-Fuss-Container (14.6 m).
ITFInternational Transport Forum. Früher: Conférence Européenne des Ministres des Transports CEMT. Intergouvernementale Organisation mit 51 Vollmitgliedern, darunter die Schweiz und ausserhalb Europas Japan und die USA. Die 1953 gegründete CEMT funktioniert mittels Resolutionen, z.B. zur Entwicklung der europäischen Eisenbahnen (Resolution 2002/1), Chartas, Empfehlungen und Agreements, z.B. ASOR betreffend den internationalen Bus- und Car-Transport. Zentrum der ITF ist Leipzig mit einem jährlichen Kongress. Anwärter auf eine ITF-Mitgliedschaft sind China, Indien und Brasilien.
iTMIntelligent Tracking Management. Durchgängige Überwachung der Transportkette inklusive Güterwagen. iTM ist eine Antwort des kombinierten Verkehrs af die erhöhten Sicherheitsanforderungen im Gütertransport.
its-chPlattform der Verkehrstelematik Schweiz. Die Informations- und Koordinationsplattform wird vom ASTRA geleitet und ist ein lockerer Zusammenschluss verschiedener Organisationen, darunter der VöV, und Firmen (z.B. Siemens). i. veranstaltet periodisch Tagungen und Weiterbildungen. ÖV-seitig werden dabei vor allem Projekte im Zusammenhang mit der Fahrgastinformation vorgestellt. i. ist tendenziell strassenlastig, berücksichtigt aber neben dem öV vor allem auch multimodale Anwendungen der Verkehrstelematik, z.B. beim Car-Sharing. i. veranstaltet 2008 den europäischen ERTICO-Kongress in Genf.
IVHWInter Vehicle Hazard Warning. Automatisches bordgestütztes Warnsystem für Strassenverkehrsfahrzeuge vor Unfällen und Stau. Voraussetzung ist die umfassende Ausrüstung aller Fahrzeuge mit IVHW-Sendern sowie der Fähigkeit des System, alle Fahrzeuge per GPS geografisch exakt lokalisieren zu können. Die Realisierung des Systems ist noch offen.
IVTInstitut für Verkehrsplanung, Transporttechnik, Strassen- und Eisenbahnbau der ETH Zürich. Leitung: Kay W. Axhausen. Die Gruppe öffentlicher Verkehr umfasst ein gutes Dutzend MitarbeiterInnen unter Leitung von Ulrich Weidmann (als Nachfolger von Heinrich Brändli). Zu den spezialisierten Projekten des IVT gehört die Betriebssimulation von Eisenbahnnetzen ("Open Track") sowie Interoperabel Intermodal Horizontal Transhipment (IN.HOT.RA., ein Beitrag zum Kombinierten Güterverkehr).
JITJust in Time. Transport- und Produktionskonzept, das darauf beruht, (teure) Lagerhaltung bei der Endmontage abzubauen und sich extern gefertigte Teile auf den genau benötigten Zeitpunkt hin liefern zu lassen. Ökonomisch hat die Wirtschaft damit die privaten Lagerungskosten teilweise auf den öffentlichen mitbezahlten Raum abgewälzt und damit externalisiert. JIT ist beim LKW-Transport durch zunehmende Staus und beim Schienenverkehr durch Verspätungsrisiken vor allem an den Grenzen und durch mangelnde Priorisierung des Güterverkehrs gefährdet.
K-SohleKunststoff-Komposit-Bremssohle an Schienenfahrzeugen, vor allem bei Güterwagen. Sie bestehen aus einem Gemisch aus Metallfasern und Kautschuk-Harzverbindungen. K. vermindern den Lärm, der durch raue Radlaufflächen entsteht, auf etwa die Hälfte gegenüber herkömmlichen Bremssohlen. SBB und Railion beschaffen nur noch Güterwagen mit K. Die neue Technik reduziert die Wartung, verformt aber das Rad stärker. Dadurch ergeben sich insgesamt höhere Unterhaltskosten als bei der herkömmlichen Grauguss-Bremstechnik. Die Umrüstung pro Wagen kostet um die 8'000 CHF. Alternativen zur K.-Sohle bilden Scheibenbremsen, z.B. im LEILA-Drehgestell.
KabotageDie K., also der innerstaatliche Schienen- und Strassengüterverkehr, der bislang für ausländische Unternehmen nicht zugänglich ist, soll ab Anfang 2007 EU-weit liberalisiert, d.h. voll zugelassen werden. Polnische Lastwagenunternehmen dürfen ab diesem Zeitpunkt dann auch z.B. Transporte von Dortmund nach München ohne Beschränkung durchführen.
Kap-HaltestelleHaltestellenart bei Tram und Bus, bei welcher der Trottoirbereich zum Einsteigen auf die Fahrbahn hinausgezogen wird (Kap). Ein Überqueren der Fahrbahn entfällt für Ein- und Aussteigende, ohne dass z.B. die Tramlinie an den Strassenrand verlegt werden muss. Konventionelle Haltestellenarten bei Tram und Bus sind gegenüber der K. die Rand-Haltestelle und die Bus-Bucht.
KEPKontinuierliche Erhebung Personenverkehr. Fahrgasterhebung der SBB mittels Telefoninterviews.
KernapplikationVom VDV festgelegter Standard für das elektronische Ticketing in Deutschland
KilometeranstossArt der Preisberechnung im "Direkten Verkehr". Beim Kilometeranstoss wird ein Billett mit zunehmender Distanz pro zurückgelegtem Kilometer preiswerter (Entfernungsrabatt). Die Einzelunternehmung erhält für ihre Strecke eine kleinere Entschädigung, wenn diese Strecke Teil eines Langstreckentickets ist, als wenn sie die Teilstrecke auf ihrem Gebiet einzeln verrechnen könnte. Das Gegenstück dazu ist der "Preisanstoss".
KletterweicheBehelfsweiche bei Bauarbeiten vor allem bei Trambahnen. Während die Tramgleise im Normalfall in die Fahrbahn eingelassen sind, wird die K. auf die Fahrbahn draufgelegt. Über abgeflachte Endstücke wird die aufgelegte Weiche befahren.
KlimarappenFiskalische Massnahme zur Erreichung der Klimaziele der Schweiz, taktisch als Mittel zur Verhinderung der CO2-Abgabe eingesetzt. Beim Klimarappen würden - in den Treibstoffpreis integriert - 1 bis 2 Rappen zusätzlich erhoben und zu zwei Dritteln in freiwilligen Projekten zur Energieersparnis (EnergieSchweiz) und zu einem Drittel im Ausland (Joint Implementation) eingesetzt. Ein Klimarappen ergibt momentan einen Ertrag von 70 Millionen Franken. Der Klimarappen hat keine Lenkungswirkung. Der strassenseitige öV würde mit dem Klimarappen deutlich weniger belastet als mit der „CO2-Abgabe“. Ob damit die CO2-Ziele erreicht werden können ist wegen der Unsicherheit der CO2-Eliminierungskosten im Ausland umstritten. Der Klimarappen wird von der Erdölwirtschaft und dem TCS propagiert. Im Herbst 2005 wurde der K. anstelle der CO2-Abgabe als Klimamassnahme verbindlich eingeführt.
KnotensystemAngebotsprinzip bei Bahn 2000. Unmittelbar vor der ganzen (bzw. zusätzlich vor der halben) Stunde trifft das Gros der Züge in den Knotenbahnhöfen ein und verlässt es kurz danach wieder. Damit werden in erster Linie rasche Anschlüsse garantiert. Voraussetzung für das K. sind Fahrzeiten zwischen den Knoten unter einer Stunde, was z.B. die Bahn 2000-Neubaustrecke zwischen Bern und Olten erforderlich machte. Ausserdem benötigt das K. hohe Kapazitäten für die zeitlich konzentrierten Fussgängerströme. Vollknoten gemäss Bahn 2000 sind Zürich (bisher), Bern (neu), Basel (neu) und Olten (neu). Biel und Lausanne sind Vollknoten nach dem 15/45 Abfahrtsrhythmus. St. Gallen und Luzern sind wegen zu langer Fahrzeiten momentan noch nicht voll ins Knotensystem integrierbar.
Kombinierter VerkehrGüterverkehrsart mit Containern (vor allem 20 und 40 Fuss), Sattelaufliegern bzw. Wechselaufbauten sowie kompletten Lastwagen und Sattelzügen. Der Schienentransport wird dabei ergänzt durch einen Vor- und/oder Nachlauf auf der Strasse, im Ausnahmefall auf dem Wasser.
KonzessionEisenbahnen inkl. Trambahnunternehmen müssen nach schweizerischem Recht (Eisenbahngesetz) für ihre Infrastruktur über eine K. verfügen. Sie wird vom Bundesrat nach Anhörung der Kantone erteilt. Bedingungen: Die Transportleistung muss zweckmässig und wirtschaftlich erfolgen und darf keine öffentlichen Interessen, z.B. der Raumplanung oder des Naturschutzes, verletzten. Wenn fremde Eisenbahnunternehmen auf der Infrastruktur der konzessionierten TU fahren wollen, brauchen sie eine Bewilligung des BAV. Der entsprechende Netzzugang muss gemäss Eisenbahngesetz diskriminierungsfrei sein.
KUBAKundendatenbank von SBB und "Direktem Verkehr" Schweiz. K. ist z.B. die Voraussetzung für Mail-Versände an Halbtax- und Generalabo-Kunden.
KurvenkreischenLärm, der durch das Befahren enger Kurven durch Schienenfahrzeuge entsteht. Von K. wird physikalisch gesprochen, wenn der Lärm in den Kurven um mindestens zehn dB(A) grösser ist als auf gestrecktem Gleis.
KVKombinierter Verkehr.
LastrichtungAuf einer Strecke des öffentlichen Verkehrs jene Richtung, auf welcher die Mehrheit der Transporte stattfindet. Die L. ist insbesondere dort wichtig, wo bei Bahnhöfen die Anschlüsse z.B. zwischen Bus und Bahn nur in einer Richtung optimal ausgestaltet werden können. Das geschieht dann mit Rücksicht auf die L., die zwischen morgens (Pendlerhinfahrt) und abends (Pendlerrückfahrt) wechseln kann.
LBTLötschberg-Basistunnel. Teil der NEAT; Eröffnung 2006/2007.
LEALokpersonal Electronic Assistant. Mobiles NetBook (Mini-Computer), auf dem die Lokführer der SBB seit Dezember 2002 alle notwendigen Daten in elektronischer Form bekommen. Die Daten müssen vor der Fahrt auf LEA geladen werden. LEA löst die umfangreichen Papierinformationen für Lokführer (Fahrpläne, Hinweise auf Langsamfahrstellen) ab mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen und die Nebenarbeitszeiten zu senken.
LeilaLeichtes und lärmarmes Drehgestell für den Güterverkehr. L. steht noch in Entwicklung; es soll Kostenvorteile vor allem durch höhere Jahreslaufleistungen und geringeren Verschleiss bringen. Die Entwicklung von L. wurde auch durch das schweizerische BUWAL gefördert.
LeistungsvereinbarungSteuerungsinstrument der öffentlichen Hand für den Schienenverkehr. Die erste L. setzte der Bund mit der SBB für die Jahre 1999 bis 2002 in Kraft (5.8 Mia. Franken). Die jetzige L. gilt von 2007 bis 2010 und umfasst 5.9 Mia. Franken. Sie definiert u.a. die Ziele im Fern- und im Güterverkehr. Im Zahlungsrahmen der L. sind auch Neubauten wie die 2. Rheinbrücke bei Basel oder die Doppelspur Cham-Rotkreuz vorgesehen. Mit der Realisierung der Bahnreform 2 sollen auch die übrigen konzessionierten Bahnen der Schweiz eine L. bekommen.
LenskeyEinfaches, optisches Lesegerät, um bei den Click&Rail-Tickets auf dem Griesmuster-Code den Realtext entziffern zu können. L. werden dann eingesetzt, wenn kein echter Scänner wie das ZPG 2 zur Verfügung steht.
LGZLanggüterzüge. LGZ sind in Europa 800 bis 1500 m lang (= doppelte Länge konventioneller Güterzüge). Vorteil: Kapazitätserhöhung der Strecke. Nachteile: trägere Fahrdynamik, Notwendigkeit längerer Überholgeleise, angepasste Sicherungstechnik (Länge Strecken-block) und wegen der Begrenzung der Zugshakenlasten in den Zug integrierte zweite oder dritte Lokomotive.
LIB-IndexIm Liberalisierungsindex 2004, erstellt von IBM für die DB, wird der aktuelle Stand der Bahnliberalisierung elf Jahre nach den ersten Marktöffnungen dargestellt. Die Länder GB, S, D, NL, DK, I, CH und P gehören (in dieser Reihenfolge) zu den Ländern, die den Liberalisierungsfahrplan einhalten. Die Schlusslichter im L. bilden Irland und Spanien.
LichtraumprofilDefinierte Umgrenzungslinie des Fahrweges beim Schienenverkehr. Das L. bestimmt über die Breite und Höhe von Fahrzeugen und deren Beladung. Die Schweiz hat im Normalspurbereich das gleiche L. wie die Nachbarstaaten, während Grossbritannien ein kleineres, Russland ein grösseres L. aufweisen. Das L. spielt vor allem bei Tunnels eine Rolle. So erlaubt das L. des Gotthard-Scheiteltunnels nur RoLa-Verkehr mit einer Lastwageneckhöhe von 3.8 m statt 4.0 m wie beim entsprechend angepassten Lötschberg-Scheiteltunnel. Das gültige L. verhindert auf den meisten Strecken den Einsatz von doppelstöckigen Neigezügen.
Light RailStrassen- und Stadtbahnen; im Unterschied zu "Heavy Rail", in der Schweiz z.B. RBS Bern-Ostermundigen-Worb
Lillsches ReisegesetzDas LR besagt, dass die Anzahl der Besucher (Reisenden) eines Ortes davon abhängt, wie gross der Reisewert des Ausgangsortes Q (kein Kino, wenig Läden, Einwohnerzahl), der Anziehungswert des Zielortes Z (Safari-Park, Spitzengastronomie, Einwohnerzahl) und das Quadrat der Distanz dazwischen ist. Die Formel lautet R = (Q*Z)/(D im Quadrat). Der Erfinder Eduard Lill war österreichischer Eisenbahn-Ingenieur und publizierte seine Formel 1889. Sie gilt heute als sehr vereinfachte Darstellung zur Beschreibung vor allem touristischer Mobilität.
LKZLogistik-Kompetenz-Zentrum. Das LKZ Prien (Bayern) führt ein EU-Förderungsprogramm zur Verlagerung des alpenquerenden Verkehrs auf die Schiene im Rahmen des Projektes "Alpine Freight Railway" (AlpFRail) aus. Start des Projektes: 2004.
LL-SohleLow-low-Bremssohle für Eisenbahnwagen. LL steht für besonders leise. Die LL-Sohle ist eine Verbundstoffsohle und kann ohne weiteren Aufwand und im Idealfall kostenneutral die herkömmliche Grauguss-Sohle ersetzen und dabei den Lärm vor allem bei Güterwagen halbieren. Die Lärmminimierung ist leicht schlechter als bei der K-Sohle, und entscheidender Nachteil der LL-Sohle ist die hohe Radabnutzung. Neuwagen werden deshalb mit Bremsscheiben oder K-Sohlen ausgerüstet.
LLPLead Logistics Provider.
LLZLieferanten-Logistik-Zentrum.
LoginAusbildungsverbund im öffentlichen Verkehr mit u.a. SBB, BLS, MOB, SZU und VöV. In sechs Berufsfeldern, darunter KV und Gleiswegbauer, werden permanent ca. 1'200 Lehrlinge ausgebildet.
LogistikparkRäumliche Zusammenfassung mehrerer Logistik-Immobilien mit unterschiedlichen Besitzern und Nutzern. Das "GVZ" stellt eine klassische Form des Logistikparks dar.
Lok-FührerscheinGeplante europäisch-einheitliche Regelungen für die Berechtigung zum Führen einer Lokomotive. Während die technischen und Sicherheitsanforderungen weitgehend geklärt sind, gibt es aktuell noch einen Konflikt darüber, ob das Unternehmen oder eine Behörde den L. ausstellen kann. Die EU will das Problem im Rahmen des Dritten Eisenbahnpaketes lösen.
LRZLösch- und Rettungszug. Spezialkomposition für die neuen alpenquerenden Tunnels mit modernster Technologie, am Lötschberg ab September 2004 einsatzbereit.
LSS-CHNationales Leit- und Störmeldesystem Schweiz unter Federführung der SBB. Das L. löst rund 20 bisherige, nicht kompatible Leit- und Störmeldesysteme ab. Es steuert rund 33'000 Anlagen, darunter 54 Tunnels, kostet ca. 31 Mio. CHF (2008) und wird 2015 beendet sein. Es umfasst u.a. die Überwachung von Kundeninforation, Weichen-heizungsanlagen, Temperaturmessungen in technischen Räumen, Sumpfpumpen oder Telecomeinrichtungen.
LuftliniengeschwindigkeitBerechnungsgrösse, bei der die effektive Fahrzeit für eine (gewundene) Strecke auf die Distanz der Luftlinie bezogen wird. Die L. kann gegenüber den effektiv gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten um einen beträchtlichen Faktor nach unten abweichen. So wird auf der ICE-Neubaustrecke Dortmund-München bis zu 300 km/h gefahren; die L. beträgt jedoch nur 83 km/h.
LVGLückenlos verschweisstes Gleis
LZBLinienzugsbeeinflussung. Deutsches Zugssteuerungssystem, mit "ETCS" vereinbar.
M2MMachine to Machine. Informationsaustausch zwischen mobilen Geräten wie LKW, Linienbussen oder S-Bahnen auf der einen und einer zentralen Leitstelle ohne Zutun von Personal auf der andern Seite. Mit M2M können technische Störungen an Fahrzeugen, Verspätungen, Passagierdaten "Easy Access") oder der Ladungszustand in Realzeit erfasst werden.
Magdeburger UrteilEntscheid des Europäischen Gerichtshofes EuGH vom 24. Juli 2003 zur Rechtmässigkeit staatlicher Unterstützung für den öffentlichen Verkehr (Rechtssache C-280/00 Altmark Trans; auch Altmark Urteil). Danach ist eine staatliche Subvention dann rechtens bzw. muss von der EU nicht besonders geprüft werden, wenn der Subvention eine Gegenleistung etwa in Form einer öffentlich gewünschten Transportleistung gegenübersteht. Überkompensationen dürfen nicht gewährt werden, und die Grundlagen der Zahlungen müssen transparent sein. Das Luxemburger Urteil gilt als massgeblich für das Verhältnis zwischen Staat und Transportunternehmungen in der EU.
Marco PoloFörderprogramm der Europäischen Kommission für "nicht strassengebundene Verkehrsprojekte" im Güterverkehr. Die Schwerpunkte sind: Starthilfen für Aktionen zur Verkehrsverlagerung; Förderung von Serviceleistungen von strategischem europäischem Interesse; Förderung kooperativen Verhaltens im Güterlogistikmarkt ("gemeinsame Lernaktionen") und Aktionen zur Verkehrsvermeidung. Das Programm ist seit 2003 in Kraft und hat das Vorgängerprogramm "PACT" abgelöst. Bis 2006 stehen 75 Mio. Euro, von 2007 bis 2013 wahrscheinlich 740 Mio. Euro zur Verfügung.
MAXMetropolitain Area Express. US-amerikanische Bezeichnung für Light-Rail-Systeme, die im Stadtinnern analog Trambahnen, ausserhalb wie S-Bahnen funktionieren (Hybridbahn). Pionierstadt für MAX ist Portland/Oregon. In Deutschland verwirklichte (als erste und mit zwei Stromsystemen) die Albtalbahn in Karlsruhe, in der Schweiz z.B. die RBS von Bern über Gümligen nach Worb dieses Prinzip.
MDIMustersammlung der Dokumente im internationalen Personenverkehr (CIT)
MegatrailerSpezieller Sattelauflieger mit einer Innenhöhe von drei Metern, geeignet für 34 Eurpaletten. Auf der Bahn verladene Megatrailer erfordern ein P/70-400-Profil, das am Lötschberg-Basistunnel verfügbar ist.
MMIMan-Machine-Interface (Mensch-Maschine-Schnittstelle). Grundsätzliche alle Möglichkeiten von Menschen, Maschinen zu bedienen, z.B. mittels Hebeln, Gaspedal oder der Benutzeroberfläche von Computern oder Handhelds. Im Verkehr bezeichnet MMI in der Regel die Bedienung einer Computertastatur oder eines Touch-Screen-Bildschirmes z. B. eines Ticketautomaten (öV) oder eines Navigationsgerätes (MIV). Ebenfalls gebräuchlich: Human-Machine-Interface HMI.
MobilBonusKundeninformation und Kundenbindungssystem des Direkten Verkehrs (DV) Schweiz als Direct-Marketing-Kanal für Halbtax- und Generalabonnement-Besitzer. Erscheint vier Mal pro Jahr und wird von SBB-Marketing herausgegeben.
MobilCenterProjekt für eine nationale Grundstruktur für Informationen zur kombinierten Mobilität und zum Tourismus. Das Projekt lief 2001 bis 2003 unter Federführung des VöV; es wurde von den SBB erarbeitet und vom BfE mitfinanziert. Einerseits sieht M. die Web-Architektur, andererseits ca. 1'200 Infokonsolen an rund 800 bis 1'000 Haltestellen und Bahnhöfen, und drittens ein zentrales Animationsbüro für die dezentrale Erfassung und Erneuerung aller Infos für das Web vor. Realistische Chancen bestehen seit 2004 nur noch für die Realisierung der Web-Grundstruktur (MobilNet).
Mobile TicketingSammelbegriff für alle Ticket-Bestell- und Reservationsmöglichkeiten auf der Basis von Mobilfunk (Handy)
Mobiler-TechnikUmschlagtechnik Schiene-Strasse, u.a. von SBB und ÖBB eingesetzt. Mit der MT werden Container horizontal mit einer hydraulischen Verschubeinrichtung vom Lastwagen auf den Eisenbahnwagen und umgekehrt befördert. Vorteile: Rascher Umschlag ohne zusätzliche Infrastruktur (ähnlich "ACTS"). In der Schweiz sind vor allem die Unternehmen, die in RailLogistics organisiert sind, mit der MT aktiv. MT ist preislich eine ernsthafte Konkurrenz für den reinen LKW-Transport.
Mobility PricingAlternativbegriff für "Road Pricing", aber unter Einbezug der Pricing-Politik im öffentlichen Verkehr
ModalohrVerladesystem der Rollenden Landstrasse, entwickelt von der französischen Lohr industrie. Ist auch für den unbegleiteten kombinierten Verkehr geeignet. Vorteil von Modalohr: Es können nicht kranbare Sattelauflieger verladen werden, Krananlagen sind nicht nötig, Nachteil: teures Rollmaterial. Durch die Trennung von Zugmaschine und Auflieger sind 50 Prozent mehr Wagen notwendig. Der subventionierte französische Modalohr-Versuchsbetrieb einer Tochtergesellschaft von SNCF und Trenitalia. zwischen Aiton und Orbassano (I), der im November 2003 startete, ist verkehrspolitisch umstritten.
MORA CMarktorientierte Rationalisierungsoffensive Cargo. Güterverkehrsstrategie von DB Cargo (Vorgängerin Railion) zur Reduzierung und damit Rettung des Wagenladungsverkehrs. MORA C ist von DB Cargo Ende 2002 offiziell abgeschlossen worden bzw. die (vereinheitlichte) Benutzeroberfläche.
N.E.W-KorridorGeplanter Internationaler See-/Schiene-Güterkorridor zwischen Nordamerika, Nordeuropa und Asien. Die anfänglich optimistischen Einschätzungen der UIC über die Realisierung sind momentan (2008) deutlich gedämpft.
NachfragelastizitätMasszahl für die Änderung der Nachfrage bei einer Veränderung des Preises. Im Schweizer öV geht man von folgenden Grobannahmen aus: Bei Preiserhöhungen im Nahverkehr: -0.2 bis -0.3, im Fernverkehr -0.25 bis -0.4. Massgeblich ist auch die N. im motorisierten Individualverkehr. Hier betragen die Elastizitäten bei Erhöhungen bis 20 Prozent -0.3, über 20 Prozent -0.4. Anders ausgedrückt: Steigt der Preis eines Nahverkehrstickets von 2.40 Franken auf 2.80 Franken (= 17 Prozent), verringert sich die Nachfrage - ohne Berücksichtigung allfälliger Angebotsverbesserungen - mutmasslicherweise um 3.5 bis 5 Prozent.
NachtbusöV-Angebot ausserhalb des Regelangebotes der TU, normalerweise ab Mitternacht. Nachtbusse verkehren oft nur am Wochenende, in grösseren Städten aber auch unter der Woche. Oft ist für ihre Nutzung ein Zusatzpreis (z.B. neben GA- oder lokalem Abo-Besitz) zu bezahlen. Der erste Nachtbus am Wochenende verkehrte 1982 von Bern nach Jegenstorf (RBS). 1989 führte die SVB in Bern das erste Nachtnetz während der ganzen Woche ein. Genf folgte 1994. Das Nachtnetz des ZVV inklusive S-Bahnen am Wochenende (seit 2002) ist gewinnbringend. Die Schweiz gehört zu den Pionierländern der Nachtbus-Entwicklung.
NCTSNew Computerised Transit System. Elektronisches Zollverfahren innerhalb der EU, im April 04 verbindlich eingeführt
NENichtbundeseigene Eisenbahnen (D). Beispiel: Häfen und Güterverkehr Köln HGK.
NeigezügeZüge mit aktiver oder passiver Triebkopf- und Wagenkastenneigung. N. gibt es seit den frühen achtziger Jahren vor allem in Italien, mittlerweile in ganz Europa.In der Schweiz verkehren vor allem die "Pendolini" (ETR 470 Cisalpino) auf den Strecken nach Italien und die NeiTec-Züge (ICN) auf der Jurasüdfusslinie. N. können durch ihre laterale Beweglichjkeit von vier bis acht Grad Kurven schneller befahren und schaffen so Fahrzeitverkürzungen ohne Infrastrukturanpassungen. Sie sind wegen der zusätzlichen technischen Ausrüstung in der Anschaffung ca. drei bis fünf Prozent teurer als herkömmliche Züge. Bei einem Teil der Bahnkunden gelten gewisse N.-Baumuster als Schwindel und Übelkeit verursachend.
NGVNatural Gas Vehicle.
NHTNeue Haupttransversale. Vorgängerprojekt zur Bahn 2000 im Schweizer öV aus den siebziger Jahren. Die NHT folgte tendenziell der Logik schneller Intercity-Verbindungen à la TGV. Das Paradestück hätte Bern mit Zürich, allerdings abseits der Autobahn und zusätzlich mit einer Neubaustrecke Rothrist-Schlieren via Seon-Wohlen verbunden. Bahn 2000 ist demgegnüber nicht in erster Linie ein Bau- sondern ein Angebotskonzept. Die NHT scheiterte 1984 politisch u.a. am massiven Landverbrauch. a
NINANiederfluhr-Nahverkehrspendelzug. RABe 525 der BLS von Bombardier. Von den 79 t schweren NINAs mit 160 Sitzplätzen sind 2004 32 Einheiten im Einsatz.
NVZNebenverkehrszeit.
ObusDeutsche Bezeichnung für Trolleybus (Antriebsenergie wird elektrisch via Fahrleitung ins Fahrzeug eingespiesen)
OCPNationales Operation Center Personenverkehr der SBB im Bahnhof Bern. Das 2006 OCP ist die Schaltstelle für alle Informationen um den störungsfreien Ablauf des Personenverkehrs der SBB, aber auch die Disposition von Sonderzügen bei Grossanlässen. Es hat die die früheren Betriebsleitzentralen Lausanne, Luzern und Zürich abgelöst und arbeitet mit knapp 100 Personen rund um die Uhr.
On-Trip-InformationFahrgastinformation während der Reise, z.B. als Bahnhofs- oder Wagenanzeige (aussen oder innen, akustisch und/oder optisch) nach dem Bring-Prinzip oder via Handy oder elektronische Info Konsolen nach dem Hol-Prinzip.
Online-TicketAllgemein: Distributionskanal, bei dem der Kunde über Internet sein Ticket bei einem Call-Center bestellt. Das SBB-O. wird als DIN A4-Blatt zu Hause ausgedruckt. Es enthält dieTicket- Angaben sowohl in offenem Text als auch mit Barcode (mit Scänner oder Lenskey lesbar). Erstes O. im November 2004; im Juni 2007 ist eine Mio. O. erreicht.
Open-TrackSimulationsprogramm der ETH Zürich für den Schienenverkehr
OSSOne-Stop-Shop. Hier: Kontaktstelle für Eisenbahnverkehrsunternehmen betreffend Planung von Transporten auf dem Schienennetz und Erwirkung des Trassenzugangs einheitlich für mindestens ein ganzes Land. Der OSS (auch: Trassenvergabestelle) für die Schweiz wird von SBB, BLS und RM bei SBB Infrastruktur in Luzern organisiert. O. Im allgemeinen Sinne bedeutet: Bürgerschalter in Verwaltungen, bei denen abteilungsübergreifend alle Dienstleistungen an einem einzigen Ort vermittelt werden.
OTIFZentralamt für den internationalen Eisenbahnverkehr (Bern). Zwischenstaatliche, 1985 gegründete Organisation mit 41 Mitgliedsstaaten und dem Ziel, eine einheitliche Rechtsordnung im Personen- und Güterverkehr zu schaffen ("COTIF").
Outbound LogisticsVersorgungskette von der Herstellung über alle Handelsstufen bis zum Konsumenten
P-WagenGüterwagen im Besitze Privater (z.B. Erdölfirmen); im Gegensatz zu "R-Wagen"
PACTPilot Actions for Combined Transport. EU-Förderprogramm im Güterverkehr zwischen 1997 und 2002; 2003 von "Marco Polo" abgelöst.
PADPostautodienst
PantoffelanschlussSalopper Ausdruck für zeitlich grosszügige bemessene Umsteigezeiten z.B. an Bahnhöfen (Gegenbegriff: „Turnschuhanschluss“)
ParallelverkehrFührung verschiedener öV-Arten im gleichen Korridor, z.B. als Schienen- und Busverkehr. P. gilt wegen der Kannibalisierung des öV-Kundenpotenzials als problematisch. Das Konzessionsrecht dient u.a. zur Verhinderung von P. Wenn Bus und Bahn im P. sich ergänzende unterschiedliche Erschliessungen und Verbindungen anbieten, kann P. sinnvoll sein. Mit der Liberalisierung ist die Gefahr klassischen P. als Verdrängungswettbewerb wieder grösser geworden.
ParatransitSchatten-öV; Formen des öffentlichen oder teilöffentlichen Verkehrs, die nicht alle klassischen Merkmale (Tarifpflicht, Linienpflicht, Transportpflicht, Fahrplanpflicht, Konzession, Professionalität) erfüllen, z.B. Rufbus, Bürgerbus, Carlos. Im weitesten Sinne gehört auch das Taxi dazu.
PartikelfilterAn das Abgassystem von Verbrennungsmotoren angeschlossenes Gerät, welches die Russpartikel minimiert. P. in Dieselbussen oder Lokomotiven filtern bis zu 95 Prozent in einem tendenziell aufwändigen Verfahren heraus. Es gibt P. als Keramik- oder als elektrostatische Filter. Russpartikel unterhalb einer kritischen Grösse (PM10) stehen im Verdacht, eine Rolle bei Atemwegs- und Lungenkrebserkrankungen zu spielen.
Pendelkosten-ElastizitätSchätzwert, nach dem sich die Nutzung eines Pendlerverkehrsmittels ändert, wenn der dafür zu bezahlende Preis steigt oder sinkt. Im Zürcher Zupendlerverkehr errechnete sich 2004 aus den Werten der Volkszählung 2000 für die Zugsnutzung ein Wert von – 0.08 und für den Bus-/Tramverkehr ein Wert von – 0.07. Anders ausgedrückt: Wenn der Abo-Preis für die Bahn um 5 Prozent steigt, geht die Nutzung um 0.4 Prozent zurück. Bei den Tram-/Buspreisen beträgt der Kundenrückgang 0.35 Prozent. Der Vergleich mit der „Pendelzeit-Elastizität“ zeigt, dass die Pendler ca. drei Mal eher auf Zeit- als auf Kostenveränderungen reagieren.
Pendelzeit-ElastizitätSchätzwert, nach dem sich die Nutzung eines Pendlerverkehrsmittels ändert, wenn die damit verbundene Reisezeit steigt oder sinkt. Im Zürcher Zupendlerverkehr errechnete sich 2004 aus den Werten der Volskzählung 2000 für die Zugsnutzung ein Wert von - 0.27. Das heisst, wenn die Pendlerzeit um zehn Prozent sinkt, steigt die Nutzung der Bahn um 2.7 Prozent. Umgerechnet auf die Pendelzeit Zürich-Bern gemäss Fahrplanwechsel Dezember 2004 (minus 20.5 Prozent) ergäbe sich eine Steigerung der Bahnnutzung um 5.5 Prozent (nur Pendler allein). Beim Autopendeln käme als Folge davon es zu einer Mindernutzung von 4.8 Prozent ( + 0.24). Die hohe Kreuzelastizität gilt hier nur, weil Bahn- und Autopendeln in die Stadt Zürich eine ähnliche Dimension haben. Wäre der Autoanteil drei Mal höher, läge die Kreuzelastizität für die (Minder-)Autonutzung - geschätzt - drei Mal tiefer.
People MoverFührerlose Kleinbahn, oft in Kombination von Seil- und Luftkissentechnik (auch PTS = Personen-Transportsystem); P. sind vorzugsweise auf Flughäfen, in Museen, Freizeitparks und Spitalzentren im Einsatz. In der Schweiz ist ein P.-Projekt auf dem Flughafen Zürich in Betrieb. P. sind meist Insellösungen.
PerlenschnurDarstellungsform von Haltestellen bei der Fahrgastinformation in Form einer Linie mit aneinander gereihten Punkten.
PerlenschnutDarstellungsform von Haltestellen bei der Fahrgastinformation in Form einer Linie mit aneinander gereihten Punkten.
PLABEIT-gestütztes Platzreservierungssystem der SBB für Gruppenreisen (Wagen-, nicht Platzbewirtschaftung) für Bahnhöfe.
Plan FretSanierungsprogramm für den Schienengüterverkehr der SNCF. Der Plan dürfte erst bei der Bahnliberalisierung 2007 voll greifen. Bis zu diesem Zeitpunkt bietet das französische Eisenbahnnetz nur einen beschränkten Zugang (nur für Bahnen, nicht für freie KV-Anbieter).
PlattformlokomotiveStandardisierte Lokomotive für verschiedene Stromsysteme und Diesel, vor allem für den grenzüberschreitenden europäischen Verkehr. Beispiel: Lokomotivfamilie Traxx von Bombardier (bei SBB: Re 484). Plattformloks sind kommerziell und betrieblich attraktiver als Lokwechsel an der Grenze.
PM10Feinstaubteilchen u.a. von Dieselabgasen, die kleiner als ein Hundertstel Millimeter gross sind. PM10 können durch "Partikelfilter" (z.B der "CRT-Filter" der Neoplan-Busse) deutlich reduziert werden. Untersucht wird gegenwärtig auch, ob PM2.5, Teilchen die vier Mal kleiner als PM10 sind, noch problematischere Gesundheitsfolgen haben.
Pneu-TramA.) Spurgeführtes Tram der Firma Lohr/F, das auf Pneus fährt (Translohr). Vorteile: Niedrigere Infrastrukturkosten gegenüber Schienen-Tram, Wegfall der Oberleitungen (zukünftig). Nachteile: Relativ hohe Fahrzeugkosten, keine Kompatibilität mit bisherigen Systemen. Für das Pneu-Tram liegt eine Bestellung für die Verbindung Venedig-Mestre vor. B.) Pneu-Tram ist auch ein umgangssprachlicher Begriff für den Trolleybus.
POR InTicketPrisma Online Reporting. Elektronisches Tool zur Auswertung z.B. von Abo-Verkäufen von Verbunden innerhalb des Prisma-Abrechnungssystems der SBB.
Porta AlpinaRegionales Teil-Projekt der NEAT, wonach mit einem unterirdischen Bahnhof im Gotthard-Basistunnel eine direkte Anbindung des Bündner Oberlandes (Raum Sedrun) an z.B. die belgischen und lombardischen Städte geschaffen wird. Das Projekt kostet rund 50 Mio. Franken und soll vom Bund und dem Kanton Graubünden finanziert werden. P. hat in der Tendenz negative Auswirkungen auf die Kapazität des Gotthard-Basistunnels, die aber durch Zusatzerträge kompensiert werden könnten. Das Projekt ist umstritten und noch nicht definitiv entschieden.
PPPPublic-Private-Partnership. Alternative Beschaffungsmethode der öffentlichen Hand für Dienstleistungen und Infrastrukturen, die neu nicht mehr durch die Verwaltung selber, sondern durch Private koordiniert und erstellt bzw. erbracht werden. Klassische Merkmale sind: Öffentliche Aufgabe, mindestens ein privater Partner, Risikoallokation an Private, (Mit-)Finanzierung mit privatem Kapital. Das grösste europäische PPP ist die Londoner Metro. In der Schweiz stehen eher Parkhäuser und Strassen (Tunnel Rapperswil) als PPP in Diskussion. Ob es zu Kosteneinsparungen kommt, ist fraglich.
Pre-Trip-InformationInformationen über Reiseverbindungen vor dem Reiseantritt (z.B. Kursbuch-Studium, Infos via Internet-Fahrplan, SMS über Zugsverspätungen)
PreisanstossArt der Preisberechnung im Direkten Verkehr. Bei einem Ticket, das mehrere Teilstrecken unterschiedlicher Unternehmungen umfasst, werden die Preise der Einzelstrecken zusammengezählt. Ein kumulierter Entfernungsrabatt analog dem "Kilometeranstoss" existiert nicht. Das für den Kunden teurere und die Kilometeranstoss-TU benachteiligende Preisanstoss-System wird dort angewandt, wo z.B. Unternehmungen vorwiegend Verkehr innerhalb eines Tarifverbundes abwickeln (Beispiel RBS).
PrimoveStrassenbahnsystem, welches die Energieversorgung mittels Induktion besorgt. Im Bahnkörper eingelassene Komponenten versorgen berührungsfrei die Stromaufnahmespulen im Wagenboden mit Energie, welche das Tram vorantreibt. Das System von Bombardier befindet sich anfangs 2009 in Erprobung in Halle. Die Vorteile von P. sind – zusammen mit Ultrakondensatoren – per saldo geringerer Energieverbrauch und Wegfall von Oberleitungen (d.h. kleinere Tun-nelprofile). Momentan sind die Investitionskosten gegenüber herkömmlichen Trambetrieb aber noch ca. 30 Prozent höher.
PRISMA 2Allgemein: Standardsoftware für die zentrale Kommunikation innerhalb von SBB, teilweise auch im "Direkten Verkehr". Speziell: Aktuelles Verkaufsgerät der SBB mit umfassendem Billetsortiment. Es löst das bisherige elektronische Schaltergerät ESG und das kleine Verkaufsgerät KVG ab. KTU und Andere können PRISMA 2 für den Jahrespreis von 22'000 Franken mieten.
Pro GareSchweizer Verband der privaten StationshalterInnen; gegründet 2003. Anfangs 2004 funktionierten 18 Bahnhöfe nach Stationshaltermodell, darunter Frauenbrunnen/BE, Maienfeld/GR, Melide/TI und Colombier/NE.
PubliCar1995 eingeführtes Rufbussystem von Postauto Schweiz in ländlichen Gebieten. P. erfordert Anmeldung bei einer (Telefon-)Zentrale (Reservationszwang). Innerhalb der Betriebszeiten erfolgt die Fahrt mit Kleinbussen ohne fixe Streckenvorgabe bis zur Haustür. Zum Grundtarif (z.B. GA) erfolgt ein Aufschlag von in der Regel drei Franken. Im November 03 existierten 32 P-Regionen mit Schwergewicht in der Waadt und im Thurgau sowie ein Betrieb in Dole (F). P. hat das Passagieraufkommen in den letzten sieben Jahren verzehnfacht..
PünktlichkeitIm Eisenbahnwesen definierte mögliche Abweichung von der angestrebten Ankunftszeit. Güterverkehr: bis 30 Minuten Abweichung (ÖBB, SBB), Personenverkehr: bis fünf Minuten Abweichung (SBB), bei Light Rails manchmal schon 2-Minuten-Schwelle.. Die international angestrebte Pünktlichkeitsrate beträgt 95 Prozent. (Beispiele: HUPAC-Züge 2005: 75 Prozent, SBB-Binnenverkehr: 95 Prozent)
R-WagenGüterwagen im Besitze von Bahnen (R = réseau); im Gegensatz zu "P-Wagen"
Rail CitySBB-Geschäftsbereich, der die sieben grössten Bahnhöfe umfasst, mit dem vorrangigen Ziel eines höheren Liegenschaftenertrages. Kundenseitig besteht das Ziel darin, die sieben SBB-Grossbahnhöfe unter die kundenfreundlichsten Verkehrszentren Europas zu bringen.
RailplusVereinigung ausgewählter Schmalspurbahnen der Schweiz zum Zwecke der Weiterbildung der Angestellten und zur Interessenwahrnehmung. Railplus wurde 2003 von AB, ASM, BDWM, Fart, NstCM und SOB gegründet.
RailRunnerRR ist eine US-amerikanische Intermodal-Technik im Güterverkehr. Dabei werden Sattelauflieger unter ein Drehgestell geschoben, ohne Kran hochgehoben und im Verband mit einer vorgespannten Lokomotive verschoben. Die Auflieger müssen technische Bedingungen erfüllen. Das System gilt auch für Europa als zukunftsträchtig.
RailteamR. ist eine Kooperation von neun europäischen Bahnen mit internationalen Hochgeschwindigkeitszügen, darunter die SBB (zehn Prozent Anteil). Lille, Brüssel, Köln, Frankfurt und Stuttgart bilden Hubs. R. will einen Vielfahrerbonus anbieten, der aber 2008 noch nicht realisiert ist. Das Netz der 2007 gegründeten R. umfasst rund 5'000 km. Der Sitz von R. ist Brüssel.
RalpinRollende Landstrassen zwischen Freiburg (D) und Novara sowie Freiburg und Lugano. R. ist ein Joint Venture und zu je 30 Prozent im Besitze von BLS, Hupac und SBB, zu 10 Prozent von Trenitalia. 2008 werden rund 85'000 LKW im alpenquerenden Verkehr transportiert. Der Sitz der RAlpin ist in Olten.
RBLRechnergesteuertes Betriebsleitsystem z.B. bei Nahverkehrsunternehmen.
RCCRail Control Center. Nationale Hauptbetriebsleitstelle der SBB in Olten. RCC soll ab 2008 ca. 700 vorwiegend Disponenten beschäftigen. Es ersetzt drei bestehende Betriebsleitzentralen und wird neben Olten vier regionale Unterzentren haben.
ReachstackerR. oder auch Reach Stacker sind fahrbare Umschlag- bzw. Stapelgeräte mit veränderbarer Reichweite vor allem für Container, z. B. Bahn-Lastwagen an Terminals. Sie können Lasten bis zu 45 Tonnen heben und Container auch in der dritten Reihe greifen.
RekuperationZurückgewinnung von Strom bei der Betätigung einer elektromotorischen Bremse. Bei Lokomotiven kann der Strom wieder in die Oberleitung zurück gespiesen werden, bei Bussen kann die R. zu Aufladung hocheffizienter Kondensatoren (Supercaps) führen. Die R. ist im Eisenbahnbau seit Jahrzehnten üblich und spart z.B. auf der Gotthardstrecke bis zu einem Drittel (theoretisch bis zu 50 Prozent) des Energieverbrauchs.
REVERASBB-Software für die Produktionsplanung in den Bahnhöfen
RFIDRadio Frequency Identification. Transponder-Technologie des berührungslosen Datenaustausches über elektromagnetische Felder mit integriertem Chip, Sender und Antenne. Anwendungsbereiche sind u.a. Sendungsverfolgung allgemein, Kühlkettenüberwachung; Diebstahlschutz; Markensicherung gegen Fälschungen. RFID-Tags können deutsch als "Funketiketten" umschrieben werden. Die Rentabilitätsgrenze bei Einzelverpackungen wird bei ca. 10 Cent pro Stück erreicht (Mitte 2004: 25 Cent). Bei der Bahnwagonverfolgung wird RFID bereits eingesetzt, u.a. auch zur Registrierung heftiger Stösse zum Nachweis von Transportschäden.
RICRouting Identification Code. Zertifizierung für Eisenbahnwagen.
RichtungsbetriebFührung der Züge auf vierspurigen Strecken nach dem Autobahnprinzip: je links auf zwei Gleisen in die eine, je rechts in die andere Richtung (AABB). Beim Linienbetrieb werden die Züge auf Vierspurstrecken nach dem Muster ABAB geführt.
RIDRèglement concernant les transports internationaux ferroviaires des marchandises dangereuses. Europäische Ordnung für die internationale Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter. Das RID ist in praktisch permanenter Abänderung (Zweijahresrhythmus).
RIVInternationales Güterwagentauschabkommen. Momentan in Revision, ab 2005 in der heutigen Form ungültig.
RMTSGegenüber dem technisch anspruchsvollen "ETCS" vereinfachtes Zugssicherungssystem auf elektronischer Basis.
RNERail Net Europe. Von der "UIC" geschaffene kommerzielle Plattform für den gemeinsamen Trassenverkauf ("OSS") oder die Fahrplankoordination. RNE wurde 2003 gegründet und umfasst Ende 2004 20 miteinander vernetzte OSS in Europa. Sitz des RNE ist Wien, ihr Präsident Nicola Mandarino.
Road-PricingGebührenerhebung im Strassenverkehr.
RoLaRollende Landstrasse. Angebot im Güterverkehr, komplette Lastwagen auf die Schiene (Niederflurwaggons) zu verladen. RoLa-Verbindungen müssen eine hohe Abfahrtsdichte haben, ihre Terminals sollen von der Autobahn her gut erreichbar sein, und der – praktisch immer subventionierte – Preis muss sich an der Höhe der variablen LKW-Kosten auf der Strasse ausrichten. RoLA-Verbindungen gibt es u.a. am Lötschberg, am Brenner und zwischen Mittel- und Osteuropa. Die längste europäische RoLa verbindet Bettembourg (Lux) und Perpignan (F) über 1060 km. Durch die Schweiz werden momentan jährlich rund 100'000 RoLa-LKW geführt. Ein Transport zwischen Freiburg i. Br. und Novara/I kostet mit einem 34 Tonnen-LKW bei den attraktiven Nachtverbindungen 380 Euro (Preisstand August 04). Angeboten werden 10 tägliche Verbindungen. Die RoLa wird kritisiert, weil hohe Tara-Lastwagengewichte mittransportiert werden und die Rollmaterial-Investitionen doppelt so hoch wie beim UKV sind.
RTARail Tec Arsenal Fahrzeugversuchsanlage GmbH. Forschungs- und Testinstitut für Schienen- und Strassenfahrzeuge, die extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind (populär: Klima-Windkanal-Anlage in Wien)
RTERegelwerk Technik Eisenbahn. Auf dem Schweizer Eisenbahngesetz beruhende Sammlung von Regelungen und Dokumenten vor allem im Bahnbereich. Das RTE wird seit 2004 vom VöV herausgegeben. Es gibt zum Beispiel Auskunft zum Lichtraumprofil bei Bahnen (2006), zur Spurkranzschmierung an Schienenfahrzeugen (2008) oder zur Standardisierung der Fahrgastinformation bei Bahn, Tram und Bus (2009). Die Projektoberleitung wird präsidiert von Georges Bregnard (Directeur CJ).
Rufbus-SystemAngebot im öffentlichen Verkehr, das keine Fahrplanpflicht kennt, sondern auf individuellen Zeitwunsch hin und in der Regel über Voranmeldungen funktioniert. Beispiel dazu sind "Publi-Car", Flexi-Boat oder CasaCar. Anfangs 2004 bestehen rund 250 Rufbusse und Ruf-Seilbahnen in der Schweiz. Bei Rufbussen wird zum normalen Tarif meist noch ein Zuschlag erhoben.
RöVERevision der öV-Erlasse. Teilpaket der bisherigen Bahnreform 2. Mit dem R.-Paket werden vor allem Fragen des Sicherheitsdienstes, der Steuerpflicht der TU, der Ausschreibungen und der Gewinnmöglichkeit der TU geregelt. Ziel ist es, die wenig umstrittenen Teil der früheren Bahnreform 2 rasch zu realisieren und damit die rechtliche Gleichheit zwischen SBB und übrigen TU Schritt für Schritt für ca. 2007 zu realisieren.
S-POSSelf-Point of Sales. Billettautomat des Schweizer öV, der nach einer Entwicklungsphase durch SBB (Federführung), BernMobil, VBL, BLS, ZVV, Post und TNW ab 2008 u.a. beim ZVV, bei der SBB und beim TNW installiert wird. Zum S-POS gehören ein Standard über die Benutzeroberfläche (MMI), die Datenübertragung und die Be-nutzung durch behinderte Menschen. Die SBB allein installiert bis 2009 400 neue S-POS-Automaten, welche die alten Tastenautomaten ersetzen..
Safety im öVTechnisch-betriebliche Sicherheit (im Unterschied zu "Security")
ScheibenbremseModerne Form einer Bremse beim Eisenbahn-Rollmaterial, welche die herkömmliche Klotzbremse ablöst. Die S. erlaubt höhere Geschwindigkeiten, neu vor allem im Güterverkehr, ermöglicht gleichmässigeres Bremsen und ist deutlich weniger lärmig.
Schienenbonus I (Attraktivität)Empirischer Wert, der anzeigt, um wieviel attraktiver, ausgedrückt in Fahrten (Nachfrage) ein Schienen-Angebot auf einer gleichen oder ähnlichen Strecke gegenüber einem Bus-Angebot ist. Das heisst umgekehrt, dass die Aufgabe einer Bahn bedeutet, dass ein gleichwertiges Bus-Angebot um knapp einen Drittel weniger nachgefragt wird. In der Praxis sind die Angebote wegen anderer Linienführung oder anderer Fahrpläne aber kaum je genau vergleichbar. Der Schienenbonus ist tendenziell auf den höheren Fahrkomfort der Bahn und ihre echte oder vermutete höhere Pünktlichkeit zurück zu führen. Phänomen und Wert des S. sind in der wissenschaftlichen Literatur umstritten.
Schienenbonus II (Lärm)Lärmwert, der davon ausgeht, dass Schienenlärm – subjektiv – zum Beispiel wegen seiner Periodizität als weniger störend empfunden wird als Strassenlärm. In Deutschland wird dieser Bonus mit 5 dB (A) quantifiziert. In der Schweiz kann die Differenz gemäss Lärmschutzverordnung bis zu 15 dB (A) betragen.
SchlupfBei der Eisenbahn und beim Pneufahrzeug der mehr oder weniger geringe Energieverlust, der dadurch entsteht, dass die Kraftübertragung vom Rad zur ebenen Fläche nicht genau 1 zu 1 sondern mit einer kleinen Asynchronität geschieht. Erstrebenswert ist ein möglichst kleiner S. Schienen mit nassem Laub können den S. derart vergrössern, dass die Funktionsfähigkeit in Frage gestellt ist; das Rad „schleudert“.
Schuhbinder-KursSchlecht frequentierter Kurs im öffentlichen Verkehr, bei dem - ironisch ausgedrückt - keine Passagiere zu sehen sind, weil sich alle gerade die Schuhe binden.
SchwarzfahrenBenutzung des öffentlichen Verkehrs ohne gültige Berechtigung (Billet, Abo). Schwarzfahren wird mit Bussgeldern bestraft, in der Schweiz meist 80 Franken (z.B. SBB). Die Schwarzfahrerquote liegt nach Schätzungen und Kontrollen zwischen 2 und 6 Prozent. Mit verstärkten Kontrollen hat die SBB die erfasste Quote zwischen 2002 und 2004 von 4 auf 1.6 Prozent senken können.
SCRSelected Catalytic Reduction. Katalysatortechnik in LKW und Bussen zur Erfüllung der Euro-4-Abgasnorm. Motorenintern werden Partikelausstoss und -verbrauch mit Hilfe des" AdBlue"-Zusatzes gesenkt. Bei "AdBlue" handelt es sich um eine wässrige Harnstofflösung. AdBlue-Tankstellen sind momentan noch sehr selten (eine erste z.B. an der Inntal-Autobahn). SCR steht in Systemkonkurrenz mit "AGR", womit die Euro-4- und -5-Normen mit ähnlichem Kostenaufwand und ähnlicher Effizienz erreicht werden.
Security im öVÖffentliche Sicherheit, also Schutz der Kunden und des Personals vor Aggressionen und Kriminalität in Fahrzeugen und dem Zugang von Haltestellen und Bahnhöfen, Schutz vor Vandalismus, Sabotage und Terrorismus (im Unterschied zu „Safety“). Zur Abwendung entsprechender Gefahren ist der öV zum Aufstellen eines Sicherheitsdienstes verpflichtet.
SEMIBELSchweizerisches Emissions- und Immissionsmodell für die Berechnung von Eisenbahnlärm.
Service PublicS. ist eine garantierte Grundversorgung (hier mit öffentlichem Verkehr) zu erschwinglichen Preisen. S. hat eine definierte Qualität etwa bezogen auf den Komfort und ist flächendeckend, umfasst also ausgesprochen auch Rand- und wenig dicht besiedelte Gebiete. Die nicht gedeckten Kosten der Grundversorgung, im öV in der Schweiz ca. 50 Prozent, trägt die öffentliche Hand. Auf nationaler Ebene ist die Grundversorgung in der Abgeltungsverordnung ADVF definiert.
SicherheitsfahrschaltungSicherheitserinrichtung im Lok-Führerstand (auch „Totmanntaste“), die erfordert, dass der Lokführer alle 30 Sekunden mit einem Drücken nachweist, dass er noch handlungsfähig ist. Bleibt der Kontakt z.B. infolge eines Herzinfarktes, aus, wird nach zwei Warnungen und total knapp 6 Sekunden der Zug notgebremst.
SIM-ZügeSimplon-Inter-Modal-Züge. Synonym für Huckepack-Züge auf dem Lötschberg-Simplon-Korridor, die wegen der 4m-Eckhöhe der geladenen LKW ein grösseres Profil als Personenzüge benötigen (grösser als P/C 45). SIM-Züge wechseln deshalb gelegentlich das Gleis, fahren also „Slalom“, was die Kapazität der Strecke herabsetzt.
SitzplatzkilometerMassstab für die Betriebsleistung. Die S: sind das Produkt aus Wagenkilometern und der in den Wagen angebotenen Sitzplatzzahl. Werden S. und Personenkilometer eines Unternehmens ins Verhältnis gesetzt, ergibt sich die Platzausnutzung in Prozent.
SmartboxOben offener, faltbarer Container für den "KV". Die S. eignet sich vor allem für Hackgut (z.B. aus Sägereien) und Biomassetransporte und ist derzeit (2004) in Österreich in Entwicklung.
SMGSInternationales Übereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr der östlichen Länder
SpieldetektorPrüfgerät zur Entdeckung von Verschleisserscheinungen an Rad- und Achsaufhängungen, Lenksystemen und Federungen von Bussen.
SprinterDeutscher Ausdruck für Kleintransporter bis 3.5 t Gesamtgewicht. Sprinter haben den Ruf, überproportional am Unfallgeschehen beteiligt zu sein (Nachweis umstritten). Für sie gilt weder Tempolimit noch LKW-Maut. Ein Tempolimit und weitere sicherheitsrelevante Massnahmen wie Mindestabstandsregelung sind in Diskussion. S. werden vor allem von "KEP"-Diensten eingesetzt, welche das Limit bekämpfen.
SRCISwiss Rail Cargo Italy. SBB-Güterverkehrstochter für Oberitalien mit Sitz in Gallarate. Nach dem operativen Start im Dezember 2003 will SRCI bis Ende 2004 mit ca. 100 Mitarbeitern wöchentlich 120 Züge fahren. Zum Lok-Park gehören MAK G 200 Dieselloks, 18 RE 474 und 18 RE 485.
SRMSupplier Relationship Management.
SRVSimultaneé Revêtement et Voie. Neues französisches Verfahren, das die Gleiseinbauzeiten bei Trambahnen verkürzt.
SSDTSuper Self Discharching Train. Güterzug mit Selbstentlademöglichkeit. Je vier bis sechs Waggon verfügen über ein dieselgetriebenes Förderband, das z.B. Schüttgut rasch entladen kann. Der 2007 zugelassene Zug befördert mit 600 m Länge ca. 5'000 t Ladung.
StationshaltermodellAus der Verantwortung der TU ausgegliederte Bahnhofsbedienung durch Private. StationshalterInnen arbeiten auf eigene Rechnung mit TU-Provision. Das Modell besteht seit 1991 in der Schweiz und umfasst zwischen 15 und 20 kleinere Stationen wie z.B. Eschenbach/LU, St. Gallen-Bruggen oder Bouveret/VS. Die Statiosnhalter sind in einer IG Stationshalter zusammengeschlossen.
STSSwiss Travel System. Fahrausweissystem der SBB für im Ausland wohnhafte Fahrgäste. Die GA-ähnlichen Fahrausweise wie der "Swiss Pass", der Swiss Flexi Pass oder die Swiss Card bieten Ermässigungen vor allem für Ferienreisende. Fast alle der insgesamt sechs Fahrausweistypen gibt es auch an den SBB-Schaltern in den Schweizer Flughäfen.
SUICASuper Urban Intelligent Card. Von der Japan Railway East im November 2001 im Raum Tokio eingeführtes kontaktloses Ticket (Verbreitung: ca. 6 Mio. im November 03)
SupercapLeistungsfähiger Stromspeicher (Kondensator) mit hoher Anfangskraft, aber mangelhafter Dauerleistung. Der S. gilt momentan als zukunftsträchtige Möglichkeit, rekuperierten Strom in Hybrid-Bussen oder Trams zum Anfahren einzusetzen.
Supply Chain ManagementLieferketten-Optimierung.
Swiss PassPauschalfahrausweis für ausländische Touristen auf dem öV-Netz der Schweiz (Gültigkeitsbereich etwa analog dem Generalabonnement). Der S. kann nur mit Nachweis ausländischen Wohnsitzes erworben werden. Preisbeispiel Januar 05: Swiss Pass für einen Erwachsenen 2. Klasse und vier Tage Gültigkeit: 245 Franken.
SYFASystemfahrplan. SBB-Software für das Planungssystem Fahrplan.
TAFFTelematics Applications For Freight
TaktfahrplanFahrplan mit Abfahrtszeiten, die sich periodisch, z.B. im Stunden- oder Halbstundentakt wiederholen, also z.B. 7.08, 7.41, 8.08, 8.41. Pionierländer des T. sind Holland und die Schweiz. Die SBB fahren seit 1982 im Takt und konnten dabei ihr Zugsangebot auf einen Schlag um 20 Prozent ausweiten. Mit "B 21" wird der T. nochmals grundlegend verdichtet.
TangentiallinieIn einem gewissen Abstand rund um ein Grosszentrum herum verlaufende öV-Linie, welche Subzentren miteinander verbindet (Gegenstück: Radial- oder Durchmesserlinien). Vorteil von T.: Sie vermeiden die hohe Verkehrsdichte im Zentrum (vor allem bei Buslinien wichtig); Nachteil von T.: Das Kundenpotenzial ist oft klein. T. sind in der Schweiz z.B. Bus 28 in Bern (Eigerplatz-Wyler) oder Bus 8 in Winterthur (Zinzikon-Moosacker).
TangentiallinienIn einem gewissen Abstand rund um ein Grosszetnrum herum ver-laufende öV-Linie, welche Subzentren miteinander verbindet (Ge-genstück: Radial- oder Durchmesserlinien). Vorteil von T.: Sie vermeiden die hohe Verkehrsdichte im Zentrum (vor allem bei Buslinien wichtig); Nachteil von T.: Das Kundenpotenzial ist oft klein. T. sind in der Schweiz z.B. Bus 28 in Bern (Eigerplatz-Wyler) oder Bus 8 in Winterthur (Zinzikon-Moosacker).
TBMTunnelbohrmaschine. Schild-TBM fräsen aus dem Gestein oder der Molasse runde Vollschnitt-Löcher in der Regel für Doppelspurtunnel heraus. TBM verfügen über Schilde mit 50 bis 100 Rollenmeisseln, die mittels Druck kombiniert mit Rotation funktionieren. Die Schilde haben Durchmesser von bis zu 13 m, die ganze TBM kann mit Versorgungs- und Gesteinstransporteinrichtungen gegen 200 m lang sein und rund 2'000 Tonnen wiegen. Die TBM kamen bei vielen Bahn 2000-Baustellen, z.B. Adlertunnel bei Liestal, und bei der NEAT zum Einsatz. Die Alternative dazu ist der "Bohrjumbo".
TCSTrain Coupling and Sharing. In Planung befindliches Güterverkehrssystem der DB, bei dem Zugsteile (z.B. mit dem „Cargo-Sprinter“) ohne Rangierbahnhöfe auf der Fahrt zusammengestellt und vor den verschiedenen Zielen wieder getrennt werden können. Das System hat Ähnlichkeiten mit dem Flügelzugsystem im Personenverkehr. Pro Güterzugsteil wird eine eigene Zugseinheit benötigt, sodass längere TCS-Züge auf dem zentralen Transportabschnitt über mehrere Antriebsteile verfügen.
TETransporteinheit. Darunter versteht man die – künstliche – Addition von Tonnenkilometern im Güter- und Personenkilometer im Personenverkehr zwecks Errechnen einer einheitlichen Verkehrsleistung z.B. de Bahn. Energetisch dürfte zur echten Vergleichbarkeit bei der Addition der Tonnenkilometer nur halb gezählt werden.
TEN-VTranseuropäische Netze Verkehr. Festgelegt in der Entscheidung Nr. 1692/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 1996 über gemeinschaftliche Leitlinien für den Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes. Ziel: Ausgleich der (ökonomischen) Unterschiede zwischen den Regionen und den Mitgliedstaaten. Es besteht je ein TEN Eisenbahn (94'000 km), Strassen (89'700 km), Flughäfen und Binnenschifffahrt. Bei der Eisenbahn wird unterschieden nach konventionellen und Hochgeschwindigkeitsstrecken. TEN existieren auch für den Energiebereich (TEN-E) und die Telekommunikation (eTEN). Zwischen 2000 und 2006 investiert die EG ca. 7 Milliarden Franken in die Entwicklung der TEN. Die TEN-V-Liste umfasst 30 vorrangige Infrastrukturprojekte, die im Falle von grenzüberschreitender Linienführung mit bis zu 20 Prozent EU-Geldern mitfinanziert werden können. Zu den TEN-V im Bahnbereich gehören z.B. die Betuwelinie Rotterdam-Emmerich und die Linie Lyon/Genova-Basel-Duisburg-Rotterdam/Antwerpen. Die Fertigstellung weist gegenüber der Planung starke Verzögerungen auf, die Finanzierung weist einen stark negativen Trend auf.
TennisschlägerlinieBus- oder Tramlinie in Form eines Tennisschlägers. D.h. auf einem Teil der Linie findet klassisch-beidseitiger Linienbetrieb statt, auf dem meist weniger frequentierten Schlussstück bedienen Bus oder Tram die Haltepunkte im Einbahnbetrieb (Endschlaufe). Beispiele: Bus Bahnhof Palma nach S’Arenal (Ballermann 9-1), Regionalbus Lenzburg Linie 91 (Endschlaufe Langsamstieg). Vorteil der T.: die Endschlaufe kann zeitsparend befahren werden (Ein-Richtungsbetrieb), Nachteil: Umweg für einen teil der Fahrgäste.
TERFNTrans-European Rail Freight Network. Transeuropäisches Schienengüternetz (TESGN) gemäss Richtlinie 91/440/EG zur Entwicklung der Eisenbahnunternehmen der Gemeinschaft: Netz auf dem im internationalen Güterverkehr seit März 2003 der Open access gewährt werden muss.
TEUTwenty-foot Equivalent Unit. Masseinheit auf der Basis eines 20-Fuss ISO-Containers von 6.10 m Länge. Gebräuchlich im Schiffs-, Bahn- und LKW-Verkehr. Eine UIRR-Sendung (kombinierter Verkehr) entspricht im Durchschnitt 2.3 TEU.
TINATransport Infrastructure Needs Assessment
TonnenkilometerZentrale Masszahl für den Güterverkehr. Der T. oder abgekürzt tkm ist das Produkt aus Menge (Tonnen) und Distanz (Kilometer). Brutto-tkm erfassen das Gesamtgewicht, also z.B. Ladung und Eisenbahnwaggon, Netto-tkm nur die transportierte Ladung allein. Im Eisenbahnverkehr entsprechen die Netto-tkm etwa 50 Prozent der Brutto-tkm.
TotmannbremseSicherungssystem in Führerständen u.a. von Lokomotiven. Die zur T. gehörende Totmanntaste muss in periodischen Abständen gedrückt werden. Unterbleibt das, vermutet das System den Ausfall des Fahrzeugführers und bremst mittels T. den Zug ab.
Tracking & TracingSendungsverfolgung; z.B. permanente Ortung von Güterwagen durch das Bahnunternehmen via GPS
TragschnabelwagenSpezialgüterwagen mit bis zu 32 Achsen zum Transport überschwerer Teile, etwa Transformatoren. Am 14. März 2011 zog die SBB einen T. mit dem Gesamtgewicht von 326 Tonnen, um das Kraftwerk Lavorgo/TI mit einem neuen Transformator (186 t) zu versorgen, der schwerste Gotthard-Einzeltransport aller Zeiten.
TraktionEnergetisch unterschiedliche Art eines Lokomotivantriebes, ausgeprägt als elektrische, dieselelektrische, dieselhydraulische und Dampf-Traktion. Physikalisch definiert sich Traktion als Motorkraft (der Lokomotive) minus Schlupf.
Tram-TrainTram-Zug als Kombination herkömmlicher Züge (Komfort) mit den Vorteilen eines Trams, das als Nahverkehrsmittel das Stadtzentrum erreicht. Im engeren Sinne verbindet der Tram-Train seit November 2006 Aulnay und Bondy (F) miteinander. Die Zweisystem-Stadtbahn von Karlsruhe (seit 1992) gehört ebenso zum Typus des Tram-Train wie in der Schweiz z.B. das „Muri-Bähnli“, das in der Stadt Ortsverkehr, in Muri Agglomerationsverkehr und in Worb Regionalverkehr darstellt.
Transfrigoroute1955 gegründeter Verein mit 27 nationalen Gruppierungen (Europa und Nordafrika) zur Förderung des Transports temperaturgeführter Lebensmittel und Güter.
TransnetDeutsche Bahngewerkschaft (entsprechend dem schweizerischen SEV)
TransportketteVerständnis eines Weges als aufeinanderfolgende Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel. Im Güterverkehr bildet der "KV" z.B. in der Abfolge LKW-Bahn-LKW eine Transportkette. Im Personenverkehr kann eine T. z.B. darin bestehen: Fahrt mit dem Velo zum Abfahrtsbahnhof, Fahrt mit dem Car-Sharing-Auto ab Zielbahnhof bis zur End-Destination. Die Mobilitätsforschung geht davon aus, dass nur mit optimierten Transportketten die Nachteile verknüpfter Wege (Planungserfordernis, teilweise Fremdbestimmung) vermindert werden können.
TranswaggonInternationales Unternehmen für Privatwaggonvermietungen mit Hauptsitz in Hamburg. T. vermietet rund 9'100 Waggons, u.a. auch an die SBB und hat in der Schweiz Niederlassungen in Zug und Buchs/SG.
TrasseZeitlich und örtlich definierte Zugangsberechtigung zum Schienennetz.
TrassenpreisEntgelt für die Benutzung eines Schienenweges. Im T. inbegriffen ist die Stromlieferung. Der T. setzt sich bei einem Güterzug Basel-Chiasso so zusammen: 30 Prozent Energie (tagsüber), 26 Prozent Unterhalt, 4 Prozent Fahrdienst, 1 Prozent Knotennutzung, 38 Prozent Deckungsbeitrag. Bei einem Zug mit 700 Nettotonnen ergibt sich ein km-Preis von ca. 9.50 Franken. Für einzelne Verkehrsarten wie z.B. den UKV entfällt der Deckungsbeitrag (T.-Subvention). Der T. kann dann auf unter 5 Franken fallen.
TrassierungsparameterTrassen-Kennzahlen, vor allem hinsichtlich der maximalen Steigungen (z.B. 26 Promille bei Bahn 2000) oder Radien (z.B. 4000 m bei Bahn 2000). Die T. geben über die erwarteten Geschwindigkeiten und die Verkehrsarten (z.B. Güterverkehr oder HGV) Auskunft.
TrolleybusStrecken-, aber nicht spurgebundenes Nahverkehrsmittel auf der Basis eines Omnibusses, gespiesen aus einer oberhalb des Fahrzeuges fest installierten Fahrleitung. T. verfügen oft über einen kleinen, fahrleitungsunabhängigen Hilfsmotor für Notfälle. Die T. (in Deutschland: O-Busse) erfordern höhere Investitionskosten als Busse mit Verbrennungsmotoren, sind aber leiser, umweltfreundlicher und im Betrieb in der Regel preiswerter. Die Lifecycle-Kosten von T. und konventionellen Nahverkehrsbussen sind vergleichbar. In der Schweiz fahren T. noch in Genf, Lausanne, Lugano, St. Gallen, Bern, Winterthur, Luzern, Zürich und Neuchâtel. In Basel gibt es aktuell eine politische Kontroverse zum Erhalt der einzigen T.-Linie.
TSITechnical Specifications of Interoperability. Technische Spezifikation für die "Interoperabilität", festgelegt von der EG-Kommission. Bis jetzt bestehen TSI für Hochgeschwindigkeitsstrecken im ? TEN-Netz. TSI für konventionelle Strecken sind in Ausarbeitung. Die Einhaltung der Technischen Spezifikationen ist obligatorisch, die Einhaltung der technischen Normen jedoch nicht.
TurnschuhanschlussSalopper Ausdruck für (zu) kurz bemessene Umsteigezeiten an Bahnhöfen, meist unter fünf Minuten.
TVMFranzösisches Zugssteuerungssystem. Mit "?ETCS" vereinbar.
TwistlockVerschlussriegel bei (Bahn- und Schiffs-) Containern; in manueller, halbautomatischer und automatischer Form
TübbingVorgefertigtes Element aus Eisenbeton oder Stahl z.B. für den Bahntunnelbau. Die T., typischerweise einem Achtelkreis entsprechend und 40 bis 90 Zentimeter dick und 1 bis 1.7 m breit, werden unmittelbar hinter dem Schild der "Tunnelbohrmaschine" als massiven Druck aushaltende Tunnelverkleidung montiert. Bei grossen Tunnelbauten wie der NEAT werden die T. in ad-hoc-T.-Fabriken an Ort und Stelle hergestellt.
UICDie Union internationale des Chemins de Fer befördert die Harmonisierung unter den Schienenverkehrsunternehmen, traditionell vor allem der Staatsbahnen. UIC wurde 1922 gegründet, hat seinen Sitz in Paris und organisiert 163 Mitglieder. Die Schweiz ist unter den TU mit der SBB und der BLS, ausserdem dem VöV, vertreten. SBB-Generaldirektor Benedikt Weibel ist seit 2003 Chairman (Präsident). UIC gibt Publikationen (z.B. "ERTMS - On Track or Success - Implementing the European Train Control System", 2004) sowie eine detaillierte weltweite Statistik ihrer Mitglieder heraus und führt Kongresse durch, 2004 etwa denjenigen zur Energieeffizienz der Eisenbahnen.
UIPInternationale Privatgüterwagen-Uninon.
UIRRInternational Union of combined Road-Rail transport companies. 1970 in München gegründeter europäischer Verband der Kombi-Gesellschaften; 19 Mitglieder in 14 Ländern, darunter Hupac Intermodal (Schweiz), die ca. 30 Prozent des Kombitransportvolumens in Europa repräsentieren. Sitz der UIRR ist Brüssel.
UITPUnion Internationale des Transports Publics. Weltweite Interessenorganisation von rund 2500 regionalen und städtischen Transportunternehmungen sowie der Produzenten in 80 Ländern mit Sitz in Brüssel. Die UITP-Mitglieder-TU beschäftigen rund 850'000 Personen und bewegen 313'000 Fahrzeuge. Die Schweiz zählt ca. 30 Voll- und etwa ebenso viele persönliche Mitglieder. UITP führt jährlich mehrere Kongresse, oft verbunden mit Industrieausstellungen, durch. UITP versteht sich auch als Weiterbildungsinstitution und gibt Forschungsberichte sowie die zweimonatliche Zeitschrift "Public Transport International" heraus. Ihre offiziellen Stellungnahmen fasst UITP als "Focus-Papiere" zusammen, z.B. zur "Vorbeugung und Bekämpfung von Bränden in U-Bahnen" oder über "Die Finanzierung des ÖPNV-Betriebs". Präsident von UITP ist der Direktor der Kölner Verkehrsbetriebe Wolfgang Meyer, Generaldirektor der Holländer Hans Rat. Ulrich Sinzig (ASM) und Jürg Zehnder (Alcan) sind 2 der 13 Vizepräsidenten. Im Policy Board sind ausserdem Hans-Rudolf Kamber (BernMobil), Christoph Stucki (TPG) und Peter Vollmer (VöV) vertreten. UITP deckt zusammen mit UIC (Staatsbahnen) weltweit praktisch alle wichtigen TU ab.
UmsteigezeitDie pro Bahnhof/Haltestelle spezifisch nötige Zeit, um auch Mobilitätshandicapierten (z.B. Senioren mit schweren Trolleys) ein sicheres Umsteigen auf einen Anschlusszug zu ermöglichen. Die U. beinhaltet eine Marge für geringfügige Zugsverspätungen (ca. 2 Minuten). Bahnhöfen mit Zugswechsel auf das gegenüberliegende Gleis sind U. von normalerweise 3 Minuten zugeschieden. Grosse Bahnhöfe mit mehreren Ebenen haben etwa doppelt so hohe U. (Zürich: 7 Min., Bern, 6 Min.). Der elektronische Fahrplan verzeichnet nur Anschlüsse mit eingehaltenen U. (siehe auch „Turnschuhanschluss“).
UNIFEUnion of the European Railway Industries. 1991 aus drei unabhängigen Bahnindustrie-Vereinigungen geboren, zog UNIFE 1992 nach Brüssel. Die in UNIFE vertretenen Firmen beschäftigen 130'000 Personen mit einem Umsatz von gegen 27 Milliarden Euro. Schweizer Mitglieder von UNIFE ist Stadler/Bussnang. Swissrail ist assoziiertes Mitglied.
Unpaariger VerkehrVerkehr zwischen zwei Punkten bzw. Ländern, bei dem in die eine Richtung quantitativ deutlich mehr Güter fliessen als in die andere. Beispiel: Alpenquerender Güterverkehr durch die Schweiz mit wesentlich höherem Anteil in Nord-Süd-Richtung oder Güterverkehr China-USA.
VALVéhicule automatique léger. Führerlose "Light Rail", realisiert z.B. in Lille, Rennes und auf Strecken der Pariser Métro. Vorteile der VAL gegenüber bemannten Zügen: Mehr Personal für Kundenkontakte, flexible Taktanpassung, Energieeinsparung, höchste Zuverlässigkeit.
Value PricingVerkehrslenkung mittels gebührenpflichtiger Fahrspuren auf Autobahnen
VDVVerband Deutscher Verkehrsunternehmen. Parallelverband zum Schweizer VöV in Deutschland mit Hauptsitz in Köln, einem Hauptstadtbüro in Berlin sowie Geschäftsstellen in Brüssel und 9 Bundesländern. Die im VDV organisierten rund 530 Unternehmen inkl. DB Regio beschäftigen ca. 115'000 Personen. Der VDV geht auf 1895 zurück (Verein Deutscher Strassenbahn- und Kleinbahnverwaltungen) und wird heute präsidiert von Dieter Ludwig (Karlsruhe). Hauptgeschäftsführer ist Adolf Müller-Hellmann. Der VDV erarbeitet unter anderem die Kernapplikation EFM (Elektronisches Fahrgeld-Management) und bietet eine Kooperationsplattform für den Güterverkehr mit mehr als 1'000 einschlägigen Links. Der VöV hält enge Beziehungen zum VDV, vor allem mit zweijährlichen Meetings der Vorstände alternierend in der Schweiz und in Deutschland.
VerbandsbeschwerderechtEine definierte Anzahl von Heimat-, Natur- und Umweltorganisationen wie pro natura, der VCS oder die Schweizerische Energie-Stiftung sind berechtigt, Behördenentscheide zu Infrastrukturprojekten vor Gericht auf die Vereinbarkeit mit dem Umweltrecht hin anzufechten. Beim öV sind dem VBR z.B. neue Eisenbahnlinien, Hafenanlagen der Schifffahrtsbetriebe oder Anschlussgeleise im Wert von über 40 Mio. Franken unterstellt.
VerkehrsverbundEngste Kooperationsform von an sich selbständigen Transportunternehmen, der Fahrpläne, Tarife und teilweise Betrieb gemeinsam organisiert. V. haben ein eigenes Marketing, eigene Einnahmen und Einnahmenverteilung und in der Regel eine hohe Mitbestimmung für den Besteller des Verkehrs. In der Schweiz ist nur der ZVV ein echter V., während es sich bei den übrigen Kooperationen um "Tarifverbunde" oder Abonnements-Verbunde handelt. Im ZVV spielt der Kanton Zürich als Besteller eine zentrale Rolle im V.
VerpendelungTechnik der Zusammenstellung einer Zugskomposition, die es ermöglicht, dass der Zug ohne Lokomotivenwechsel sowohl in die eine oder in die andere Richtung fahren kann. Lokomotivbespannte Züge benötigen dazu in der Regel einen Steuerwagen am der Lokomotive entgegengesetzten Zugsende. Die V. ermöglicht schnelle ein- und Ausfahrten in Kopfbahnhöfen (wie Zürich). Neue Züge wie der ICE, der NeiTec der SBB oder S-Bahnzüge sind durch die je am Anfang und am Ende der Komposition vorhandenen Führerstände zum Vornherein verpendelt.
Versement TransportFranzösisches Finanzierungssystem für den Agglomerationsverkehr. Eine VT-Abgabe zahlen Betriebe mit mehr als neun Angestellten, die innerhalb des Perimeters der städtischen Verkehrsmittel angesiedelt sind. Die Erhebungssätze der Steuer variieren zwischen 5 Promille (Städte unter 10'000 E.) und 25 Promille (Grossraum Paris). Momentan haben rund 180 französische Gebietskörperschaften das VT, das seit 1971 besteht, eingeführt. Es finanziert den öV mit ca. 6 Milliarden Franken.
ViasuisseNationale Verkehrsinformationszentrale der Schweiz. Die 2001 von SRG, SBB und TCS gegründete AG in Biel sammelt bei Polizei, SBB und Tiefbauämtern Infos zum Strassenverkehr (z.B. Staumeldungen) und öV und verbreitet sie vorab über Radio, Tel 163 und Internet. V. beschäftigt 24 Mitarbeitende. VR-Vizepräsident ist Rudolf Sturzenegger/SBB; VöV und SBB sind auch im Beirat vertreten.
VIRIATOFahrplan-Planungssystem im Schweizer öV. Für den Fahrplan 2006 auch bei den SBB im Betrieb. Wird mittelfristig "SYFA" ablösen.
VisiteurTechnische Aufsicht im Eisenbahnverkehr für Ladung, Kupplung, Bremsen. Visiteure werden sowohl am Ausgangsbahnhof als auch auf Bahnhöfen auf der Strecke eingesetzt.
VISPVerkaufsinformationssystem Personenverkehr
VollknotenöV-Knoten mit garantierten Anschlüssen je um ..00 und ..30. V. sind momentan Zürich, Bern, Basel, Olten und Winterthur. Mit ZEB werden auch Lausanne, Biel, St. Gallen und Lugano V.
VST 36Vom VöV (früher: VST) entwickeltes Schienenprofil für Spezialbahnen (36 = 36 kg/Laufmeter). Das V. ist mittlerweile zu einem anerkannten Europrofil geworden.
WagenkastenneigungTechnische Einrichtung bei Personenwaggon (z.B. ICN der SBB) zwecks Steigerung der Kurvengeschwindigkeiten (plus 15 Prozent). Die W. gibt es in passiver und - heute verbreitet - aktiver, also gleisbogenabhängig gesteuerter Form. Häufige Neigungswechsel bei der W. können bei einem Teil der Passagiere zu Unwohlsein oder Übelkeit führen.
WagenstandsgeldEnrtschädigung, z.B. einer Mühle, an ein Bahnunternehmen, wenn Güterwagen überlange benötigt und damit dem Verkehr entzogen werden. Beispiele von Fristen: 8 Stunden fürs Abladen, weitere 12 Stunden für das Wiederbeladen. Preisbeispiel für einen SBB-Zweiachswagen auf SBB-Gleis für 24 Stunden über der Limite: 53 Franken (2006).
Walenstadt-UrteilKompromissurteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom November 2008 betreffend die Höhenanpassung eines Perrons für den Zugang für Rollstühle und Rollatoren im Bahnhof Walenstadt/SG. Weil der Bahnhof in einer überhöhten Kurve liegt und die Bahnwagen deshalb geneigt durchfahren oder halten, musste von der Norm-Perronhöhe von 550 mm (über Schienenoberkante) auf der Kurveninnenseite abgewichen werden, damit Fahrzeugteile wie z.B. Trittbretter oder sich nach aussen öffnende Türen nicht auf dem Perron schleifen. Die von der SBB und dem einschlägigen RTE-Regelwerk des VöV als richtig erachtete Korrektur der Perronhöhe auf 470 mm musste laut Urteil auf sicherheitsmässig noch zumutbare 495 mm erhöht werden. Zwar könnte mit Zurücknehmen des Perrons die Höhe 550 mm realisiert werden, der Spalt zwischen Einstieg und Perron würde aber auch für Nichtbehinderte zu gross. Zusätzlich erschwert wird das Problem dadurch, dass sich die Gleislage aufgrund der Verdichtung des Schotters ändert (d.h. die Gleise langsam absinken), die Wagenräder sich abnutzen und die Wagen auf der Gleisinnenseite beim Halt durch die Federung einnicken. Mit der in Walenstadt realisierten Perronhöhe von 495 mm ist der selbständige Zugang in die Fahrzeuge für Rollstühle und für Rollatoren, der so genannte niveaugleiche Einstieg, zwar nicht gewährleistet. Das Hindernis beim Einsteigen für Gehbehinderte ohne Rollstuhl, für Senioren und Kinderwagen ist aber doch verkleinert. Das Urteil hält zudem auch fest, dass die Unabhängigkeit behinderter und altersbedingt eingeschränkter Personen – wie sie z.B. durch den niveaugleichen Einstieg gewährleistet wird – grundsätzlich immer anzustreben ist. Wenn dieses Ziel wie im Fall Walenstadt aus Verhältnismässigkeitsgründen nicht erreichbar ist, müssen zwingend angemessene Ersatzlösungen wie Hilfestellung durch das TU-Personal erbracht werden. Die Abweichung vom Grundsatz des selbständigen Zugangs für Rollstühle und Rollatoren begründet das Gericht mit der Betriebssicherheit und des sonst unverhältnismässigen Kostenaufwandes für das Transportunternehmen, wenn der Bahnhof beispielsweise in eine Gerade verlegt würde und so die Norm-Perronhöhe 550 mm realisiert werden könnte. Gemäss Gericht ist vor allem nicht zumutbar, dass verschiedene - auch internationale - Wagentypen vom Verkehr in Walenstadt ausgeschlossen würden. Mit dem langsamen Verschwinden älterer Wagentypen könnte sich das Problem mit der Zeit vermindern.
Weissbücher EUMeist umfangreiche Vorschlagspapiere der EU-Kommission zur Entwicklung eines (politischen) Bereichs. WB zum öffentlichen Verkehr: "Die europäische Verkehrspolitik 2010: Weichenstellungen für die Zukunft" (2001); "Eine Strategie zur Revitalisierung der Eisenbahn in der Gemeinschaft" (1996). W. knüpfen oft an "Grünbücher" an.
Weisser DieselTreibstoffgemisch aus Diesel, Wasser und einem Additiv. Wirtschaftlicher und umweltfreundlicher Antrieb durch Minderverbrauch und Bindung der Russpartikel im Wasserdampf. Nachteil: Benötigt aufwändige Steuerelektronik.
WIWOWalk in, walk out. Berührungsloses Erfassungssystem für das Ticketing beim Ein- und Ausstieg aus einem Transportmittel. Die weiterentwickelte Variante von WIWO ist "BIBO".
X-RailAllianz von sieben Güterverkehrsunternehmen in Mitteleuropa zur Verbesserung der Qualität im internationalen Wagenladungsverkehr WLV. Partner sind SNCB-Logistics (Belgien), CD Cargo (Tschechien), Green Cargo (Schweden), Rail Cargo Austria, DB Schenker Rail, SBB Cargo und CFL Cargo (Luxemburg). 2008 fanden Testfahrten statt, im Februar 2010 wurde in Zürich der definitive Vertrag unterzeichnet. Potenzial hat vor allem die gemeinsame Datenbank, welche helfen kann, die Pünktlichkeit wegen der neu möglichen Wagenpriorisierung zu steigern.
ÜberwerfungKreuzungsfreies Bauwerk einer Eisenbahndoppelspur, bei dem ein Gleis zwei andere überbrücken oder "überwerfen" muss. Ü. verhindern, dass durch das Abzweigen bzw. Kreuzen die Kapazität einer Doppelspur eingeschränkt wird. Die berühmteste CH-Überwerfung ist die Tunnel-Ü. Önzberg der Bahn 2000-Neubaustrecke bei Herzogenbuchsee/Wanzwil, die Abzweigungsgeschwindigkeiten bis zu 240 km/h erlaubt.
ZAMZugsanzeigemodul. Überkopfanzeige auf Bahnperrons elektromechanischer oder elektronischer Art.
ZANASYZugankunfts-Anzeige-System, von SBB entwickelt u.a. in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau. Z. zeigt den Buschauffeuren mit einer Überkopfanzeige die Soll- und Ist-Ankunftszeit, die Zugsart, die Zugnummer und den Herkunfts-Bahnhof an. Die erste Anzeige wurde 2005 in Mellingen-Heitersberg montiert. Seit 2008 sind Anzeigen auch an Bahnhöfen im Raum Baden - Brugg - Turgi aufgehängt. Z. ist Teil der umfassenden technischen Kundeninformationsplatt-form CUS der SBB.
ZEBZukünftig Entwicklung der Bahninfrastruktur. ZEB ist im Wesentlichen ein Bundeskonzept zur Verwendung der FinöV-Gelder, die bisher für die Bahn 2000 2. Etappe vorgesehen waren. Gemäss den Parlamentsbeschlüssen vom März 2009 sind in einem Kernangebot 5.4 Milliarden für ca. zwei Dutzend Ausbauprojekte vorgesehen, darunter Rupperswil-Gruemet (1'000 Mio.), Olten-Däniken (= Eppenberg-Tunnel, 300 Mio.), Oerlikon-Winterthur (700 Mio.) oder Renens (240 Mio.). Die jetzige ZEB-Planung Phase 1 verzichtet ausdrücklich auf den neuen Juradurchstich (Wisenberg), auf den Doppelspurausbau von Ligerz-Twann oder auf einen Ausbau des Heitersberg. Für kleine Massnahmen im Regionalverkehr sind 250 Mio. CHF vorgesehen. Das Programm soll ab 2015 umgesetzt werden und bis 2030 realisiert sein.
ZPGZugspersonalgerät. Tragbarer Kleincomputer als mobiles Verkaufs- und Infogerät. Von der zweiten elektronischen Generation, dem ZPG 2, beschaffen die SBB im Jahre 2004 2000 Stück. Die Beschaffung des mit ihr abgestimmten Gerätes ist ebenfalls bei der DB vorgesehen.
Zweisystem-BahnSchienensystem, bei dem die Fahrzeuge sowohl Tram- als auch klassische Eisenbahnstrecken nutzen können (eine Verbindung von "Light Rail" und "Heavy Rail"). Z. ist pionierhaft in Karlsruhe und Saarbrücken verwirklicht. Es setzt gleiche Spurweiten für Tram und Eisenbahn voraus und ist deshalb in der Schweiz kein Thema.
Zweites EisenbahnpaketVon der EG-Kommission Anfang 2002 verabschiedete Vorschläge für Richtlinien mit folgendem Inhalt. 1.Entwicklung eines gemeinsamen Sicherheitskonzepts. Das Ziel besteht darin, die einzelstaatlichen Sicherheitssysteme nach und nach in ein einziges System zu überführen. 2.Weiterentwicklung der Grundprinzipien der Interoperabilität: 3.Schaffung einer europäische Agentur für Sicherheit und Interoperabilität im Eisenbahnverkehr. 4.Ausweitung und Beschleunigung der Öffnung des Eisenbahngüterverkehrsmarktes für das Jahr 2007 Bahnkabotage). Während das erste Eisenbahnpaket lediglich den Markt des grenzüberschreitenden Güterverkehrs öffnet, schlägt die Kommission eine Öffnung auch des inländischen Güterverkehrsmarktes bis 2006 vor. Die Vorschläge sind im April 04 vom europäischen Parlament verabschiedet worden.
Öffentlicher Verkehr öVDer öffentliche Verkehr (öV) im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes (PBG) und der schweizerischen Praxis umfasst folgende Merkmale:

-Personen werden regelmässig, also mit einem Fahrplan, und gewerbsmässig, also gegen einen Preis für Einzelbillette und Abonnemente befördert. Der öV wird somit professionell betrieben.

-Verkehrsmittel des öV sind Eisenbahn, Tram, Bus, Personenschiff, Seilbahn, Lifte und weitere spurgeführte Transportmittel.

-Unternehmen des öffentlichen Verkehrs (TU) benötigen eine Konzession des Bundes. Die Konzession wird erteilt, wenn der öV-Betrieb zweckmässig und wirtschaftlich erbracht wird und durch Wettbewerb zu andern TU des öffentlichen Verkehrs keine nachteiligen volkswirtschaftlichen Effekte entstehen, etwa durch doppelt subventionierten Parallelverkehr. Eine Ausnahme zur Bundeskonzession bilden kantonale Konzessionen für Seilbahnen und Skilifte.

-Zu den Grundpflichten der TU im öffentlichen Verkehr gehören die Transportpflicht, die Fahrplanpflicht, die Betriebspflicht und die Tarifpflicht.

-Der Schweizer öV findet in Form des Regionalverkehrs (Bei-spiel Bahnlinie Urnäsch-Appenzell), des Orts- und Agglomerationsverkehrs (Beispiel Tramnetz Bern), des Fernverkehrs (Beispiel Intercity Lausanne-Genf) und des touristischen Verkehrs (Beispiel Schilthornbahn) statt.

-Wenn der öffentliche Verkehr Erschliessungsfunktion für Siedlungen von mindestens 100 Einwohnern hat, kann er staatliche Beihilfen in Form von Abgeltungen bekommen. In der Schweiz erhalten um die 140 TU Abgeltungen von Bund, Kantonen und im Ortsverkehr auch von Gemeinden.

-Die Transportunternehmen des öV gehören, wenn sie Abgeltungen bekommen, also ohne die touristischen Einrichtungen, zwingend zum Direkten Verkehr. Sie handeln nach dem Grundsatz „Eine Reise – ein Ticket“, auch wenn mehrere TU am Transport beteiligt sind.

-Transportunternehmen des öV können in Bundesbesitz sein - Beispiel SBB -, in privatem Besitz - Beispiel Maag Busbetrieb Kloten - oder in gemischtem Besitz - Beispiel BLS AG. Die sogenannten Privatbahnen der Schweiz sind in der Regel im Besitz der Kantone und oft anteilig auch des Bundes.

-Zum schweizerischen Verständnis von öffentlichem Verkehr gehört, dass der Staat die Infrastruktur für die Bahnen vorhält.

Für den öV ist ein Linienbetrieb üblich, aber nicht zwingend. So weichen etwa die CarPublic-Kurse von PostAuto von diesem Prinzip ab. Privat betriebene Mitnahmedienste wie „Nez-Rouge“, studentische Automitnahme-Organisationen oder von Nicht-Professionals betriebene Bürgerbusse sind teilöffentlicher Verkehr oder Paratransit.

Auch nicht öV im engeren Sinne ist der Schienengüterverkehr seit der Bahnliberalisierung Mitte der neunziger Jahre. Aus seiner Geschichte her und da er nicht nur infrastrukturmässig eng mit dem öV des Personenverkehrs verbunden ist, behandeln ihn VöV und Öffentlichkeit jedoch weitgehend analog dem öV. So hat etwa der Bund auch ausländischen Schienengüterverkehrsunternehmen die infrastrukturbedingte Umrüstung von Lokomotiven auf ETCS bezahlt.
ÖkopunkteregelungLKW-Dosierungssystem über die österreichischen Alpentransitstrecken mit dem Ziel der Schadstoffreduzierung. Bei der Ökopunkteregelung werden schmutzigere LKW (Euro 2 und Euro 3) stärker mit Abgaben belastet. Die Ö. wird 2004 nicht mehr erneuert und läuft aus.

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