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Der Verband öffentlicher Verkehr VöV stimmt in vielen Punkten den heute an einer Medienkonferenz gestellten Forderungen des VAP (Verband verladender Wirtschaft) überein. Anderer Meinung ist der VöV jedoch klar bezüglich der Rolle von SBB Cargo im Binnengüterverkehr: Der VöV ist für einen betriebswirtschaftlich ausgerichteten Schienengüterverkehr mit SBB Cargo als Systemführerin.
In den nächsten Monaten werden wichtige politische Entscheide gefällt, welche die Zukunft des Güterverkehrs auf der Schiene stark prägen werden. Dazu haben heute Morgen in Zürich Vertreter der Kundenseite ihre Vorstellungen präsentiert. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) teilt viele der VAP-Forderungen, unterstreicht jedoch die gemeinsam mit den Transportunternehmen SBB Cargo, BLS Cargo, Rhätische Bahn und den Schweizer Rheinhäfen erarbeiteten Positionen für den Güterverkehr auf der Schiene. Diese in einem Positionspapier publizierten Forderungen hatte der VöV am 10. Januar 2012 an einer Medienkonferenz vorgestellt.
Die Forderungen des VöV für den Binnenverkehr:
- Der Einzelwagenladungsverkehr EWLV der SBB ist als gut funktionierendes System mit unternehmerischen Ansätzen zu erhalten. Unternehmerisch sinnvolle Lösungen bedingen die Ausrichtung auf die Stärken des Schienengüterverkehrs und die Frei¬heit, Angebot und Netz nach betriebswirtschaftlichen Kriterien darauf auszurichten.
- Nach betriebswirtschaftlichen Kriterien muss das Netz konzentriert werden, um die Stärken der Bahn ausspielen zu können. Ergänzend können EWLV-Verkehre bestellt und finanziell abgegolten werden, die den betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht genügen aber aus volkswirtschaftlichen Erwägungen dennoch auf der Schiene erfolgen sollen.
- Der VöV unterstützt die Systemführerschaft von SBB Cargo im Einzelwagenladungsverkehr, die wegen der systemimmanenten Komplexität notwendig ist. Das Kernsystem Normalspur, vor allem in einem flächenmässig kleinen Land wie der Schweiz, muss durch eine einzige EVU betrieben werden. Der Systemführer öffnet jedoch das Netz Dritten diskriminierungsfrei, damit die Auslastung und damit die Rentabilität des Kern-Systems massgeblich verbessert werden können.
- Es ist alles zu unternehmen, damit durch eine allfällige Konzentrierung des EWLV-Systems der Schiene kein Verkehr verloren geht, sondern neuer gewonnen wird. Alternativen sind zum Beispiel kostengünstige Lösungen im kombinierten Verkehr.
- Der Bund muss wie beim Alpentransit garantieren, dass sich die Rahmen-bedingungen – LSVA, Nacht- und Sonntagsfahrverbot, Längebegrenzung der LKW auf 18 Meter – nicht zu Lasten der Schiene verschlechtern.
Die Forderungen des VöV für den Alpentransit:
- Die Bahnen sind für die Verlagerung bereit. Sie können ihre Cargo-Produktivität nochmals steigern. Gleichzeitig muss aber die Politik die für die Gotthard-Zulaufstrecken erforderliche Vier-Meter-Eckhöhe finanzieren. Und sie muss pünktlichen Güterzügen auf der Transitstrecke die gleiche Priorität wie Personenzügen gewähren.
- Die bewährten Lenkungsinstrumente – Nacht- und Sonntagsfahrverbot, LSVA und Längenbegrenzung der LKW – müssen weiterhin greifen, damit der Schienenanteil des Transitverkehrs hoch bleibt.
- Ausbau der Zulaufstrecken in Deutschland und Italien.
Mit der im Januar vorgestellten Broschüre «Die Zukunft des Schienengüterverkehrs» zeigt der VöV detailliert auf, was es braucht, um dem Schienenverkehr in der Fläche wie auch im Alpentransit neue Perspektiven aufzuzeigen.
Für weitere Auskünfte: Ueli Stückelberger, Direktor VöV; 031 359 23 35/079 613 77 01
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