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Die Schweizer Bahnen engagieren sich seit Jahren aktiv in der Sanierung von Bahnübergängen. Als Folge davon sinken die Unfallzahlen. Bis Ende 2014 muss aber noch eine Vielzahl von Bahnübergängen saniert oder ihr Sanierungsbedarf im Detail abgeklärt werden. Die seit 2004 tätige «Task Force Bahnübergänge» hat mit der MICRO-Anlage ein zusätzliches Instrument für die Bahnübergangs-Sanierung geschaffen. Seit April 2011 ist die erste MICRO-Anlage auf einem Bahnübergang auf der BLS-Strecke Bern–Schwarzenburg in Betrieb.
Die Bemühungen der Schweizer Bahnen, ungesicherte Bahnübergänge zu sanieren, führen zu abnehmenden Unfallzahlen an der Schnittstelle zwischen Schiene und Strasse. Die Zahl der Unfälle ist von über 100 pro Jahr Anfang der 90er-Jahre auf unter 40 gesunken. Trotzdem kamen in den letzten Jahren bei Unfällen auf Bahnübergängen jährlich drei bis sieben Personen ums Leben, zudem gab es jeweils acht bis 18 Schwerverletzte.
In den letzten 20 Jahren sind auf dem Netz der Schweizer Bahnen rund 2000 Übergänge saniert oder aufgehoben worden. Es verbleiben gut 2600 Bahnübergänge, welche bis 2014 saniert werden müssen oder bei denen der Sanierungsbedarf näher abzuklären ist. Die Eisenbahnverordnung (EBV) schreibt vor, dass bis 2014 alle Bahnübergänge entsprechend der Verkehrsbelastung und der Gefahrensituation entweder aufzuheben oder so mit Signalen oder Anlagen auszurüsten sind, dass sie sicher befahren und betreten werden können. Die Sanierung von Bahnübergängen wird seit gut sieben Jahren von der «Task Force Bahnübergänge» von VöV, BAV und Branchenvertretern unter der Leitung des Solothurner Regierungsrates Walter Straumann unterstützt. Eines der Ergebnisse dieser Arbeiten ist das heute an einer Medienkonferenz in Bern vorgestellte Konzept «MICRO», eine einfache und kostengünstige Lösung, um Bahnübergänge mit schwachem Verkehr verordnungskonform zu sichern. Eine MICRO-Sicherungsanlage kostet ungefähr 50 Prozent weniger als eine herkömmliche Lösung. Die erste dieser MICRO-Anlagen ist seit Ende April auf der BLS-Strecke zwischen Bern und Schwarzenburg in Betrieb, bis Ende 2014 sollen auf dem BLS-Netz 20 weitere erstellt und in Betrieb genommen werden.
Die Branche ist kreativ Da sich MICRO nicht für alle zu sanierenden Bahnübergänge eignet, arbeiten Bahnen und VöV an weiteren kostengünstigen Lösungen zur Erhöhung der Sicherheit, beispielsweise an so genannten manuellen Bedarfsschranken. Das sind mit mechanischen Schliesssystemen abgeschlossene Schranken oder Tore für private landwirtschaftliche Übergänge. Die manuelle Bedarfsschranke kann nur durch instruierte Benutzer bedient werden.
Um die Sanierung der noch über 2600 ungesicherten Bahnübergänge bis zum Zieljahr 2014 weiter vorantreiben zu können, sind pragmatische Lösungen gefragt, die rasch, unkompliziert und kostengünstig umgesetzt werden können.
Auch wenn sich die Branche aktiv um noch mehr Sicherheit an der Schnittstelle zwischen Strasse und Schiene bemüht, wird es nie eine 100-prozentige Sicherheit geben. Das grösste Risiko ist die Unaufmerksamkeit bis hin zur Grobfahrlässigkeit von Seiten der Strassenbenützer. Die Erfahrung zeigt, dass rote Blinklichter und Ampeln sowie geschlossene Schranken (wie andere Verkehrssignalisationen auch) öfters missachtet werden.
Für weitere Auskünfte: Ueli Stückelberger, Direktor VöV; 031 359 23 35/079 613 77 01 Medienstelle BAV; 031 322 36 43 Medienstelle BLS; 058 327 29 55, media@bls.ch
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