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Tarife im öffentlichen Verkehr steigen im Schnitt um 5,6 Prozent

Der Beschluss des Bundesrats vom August 2011, die Trassenpreise ab 2012 um 200 Millionen Franken pro Jahr zu erhöhen, führt im öffentlichen Verkehr zu höheren Tarifen. Die öV-Branche hat gestern beschlossen, die Trassenpreiserhöhungen nicht vollumfänglich an die Kundinnen und Kunden zu überwälzen. Einen Teil der zusätzlichen Kosten tragen die Verkehrsunternehmen selber und fangen diese durch Effizienzsteigerungen auf. Per 9. Dezember dieses Jahres müssen die Tarife dennoch um durchschnittlich 5,6 Prozent erhöht werden. Betroffen davon sind vor allem die Tarife der General- und Halbtax-Abonnemente.

Der stete qualitative und quantitative Ausbau des Angebots im öffentlichen Verkehr der Schweiz führt zu höheren Kosten. In diesem Jahr kommt nun zusätzlich die Erhöhung der Trassenpreise dazu. Als Folge der stetig wachsenden Nachfrage wurde in verschiedenen Studien und Netzaudits ein hoher Nachholbedarf beim Unterhalt des Schienennetzes ausgewiesen. Deshalb hat der Bundesrat 2011 beschlossen, dass sich Kundinnen und Kunden an diesen Zusatzkosten beteiligen sollen. Entsprechend hat er mit einer Revision der Netzzugangsverordnung die Trassengebühren markant erhöht. Damit leisten auch die Kundinnen und Kunden einen wichtigen Beitrag, um die hohe Qualität des öffentlichen Verkehrs und die Zuverlässigkeit seiner Netze nachhaltig zu sichern.

Eine volle Überwälzung des bundesrätlichen Beschlusses auf die Kundinnen und Kunden hätte alleine zu Tariferhöhungen von rund 9 statt der nun beschlossenen 5,6 Prozent geführt. Die öV-Branche ist aber der Meinung, dass eine Erhöhung in dieser Dimension den Kundinnen und Kunden nicht zugemutet werden kann. Sie hat deshalb reduzierte Tariferhöhungen von durchschnittlich 5,6 Prozent beschlossen. Diese Erhöhung ist dank der Effizienzsteigerungen der Transportunternehmen möglich. Das heisst: die öV-Branche trägt einen wesentlichen Teil der Trassenpreiserhöhung selber. Umgesetzt werden differenzierte Erhöhungen vor allem in den Sortimentskategorien, in denen die durchschnittlichen Erträge pro Personenkilometer vergleichsweise tief sind.

Dies ist hauptsächlich bei den General- und den Halbtax-Abonnementen der Fall. Deshalb werden die Preise der 1. Klasse-GA um durchschnittlich 8.1 Prozent erhöht. Ein „normales“ GA 1. Klasse kostet neu CHF 5800 (bisher: CHF 5350); also pro Tag 1.25 Franken mehr als bisher. Der Preis der 2. Klasse-GA’s steigt um durchschnittlich 6,3 Prozent, ein „normales“ GA 2. Klasse kostet neu CHF 3560 statt wie bisher CHF 3350, also pro Tag knapp 60 Rappen mehr.

Das Halbtax-Abonnement repräsentiert die Erfolgsstory öV Schweiz am deutlichsten: Mittler-weile besitzen über 2,3 Millionen Schweizerinnen und Schweizer dieses Abonnement, das automatisch 50 Prozent Rabatt auf allen Transportunternehmungen des Direkten Verkehrs bringt. Die Preiserhöhung des Einjahres-Halbtax-Abonnements fällt mit 10 Franken – neu 175 statt wie bisher 165 Franken – moderat aus. Diese Erhöhung betrifft 43 Prozent aller Halbtax-Kundinnen und -Kunden.

Ein Teil der Trassenpreiserhöhungen muss auch auf die Billette des Normaltarifs überwälzt werden. Bei den Billetten der 2. Klasse, deren Tarif 2011 unverändert geblieben war, steigen die Tarife klar weniger als bei den Abonnementen, nämlich um 4 Prozent. Hingegen wird der Normaltarif 1. Klasse um 7 Prozent erhöht, die Tarife für Tageskarten zum Halbtax-Abonnement analog dazu um durchschnittlich 5,6 Prozent. Unverändert bleiben die Tarife für das Gleis7-Abonnement für unter 25-jährige sowie die Junior- und Enkelkarten.

Der Direkte Verkehr erhöht die Tarife durchschnittlich um 6,4%. Aber auch die Verbunde sind von den steigenden Trassengebühren und den Kosten der Weiterentwicklung der Angebote betroffen. Der VöV erwartet, dass die Verbunde ebenfalls in den nächsten Monaten ihre Tariferhöhungen festlegen werden. Der VöV geht davon aus, dass der Gesamtdurchschnitt der Tariferhöhungen der öV-Branche bei 5,6% liegen wird. Regional unterschiedliche Bedürfnisse der einzelnen Verbunde können aber zu Abweichungen von diesem Durchschnittswert führen.

Die Preise des öffentlichen Verkehrs sind über die letzten 10 Jahre im Durchschnitt um knapp ein Prozent pro Jahr gestiegen (teuerungsbereinigt); in dieser Rechnung ist die Erhöhung per Dezember 2012 bereits eingerechnet.

Gemäss dem ordentlichen Verfahren führt der VöV ab heute die Gesamtabstimmung bei den über 240 an den Tarifen beteiligten Transportunternehmen durch. Danach sind die neuen Tarife definitiv und gelten ab Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2012. Gleichzeitig werden die neuen Tarife beim Preisüberwacher eingereicht.

Der Trassenpreis

Jede Zugfahrt verursacht den Infrastrukturbetreibern Kosten. Schienen werden abgenutzt, Weichen und Signale müssen bedient und unterhalten werden, Bahnstrom muss produziert und in die Fahrleitungen gespeist werden. Die Eisenbahn-verkehrsunternehmen zahlen den Infrastrukturbetreibern für die Nutzung der Schienennetze ein Entgelt – den Trassenpreis. Dieser ist vom Bundesrat Ende August 2011 per Dezember 2012 erhöht worden.


Für weitere Auskünfte:
Ueli Stückelberger, Direktor VöV; 031 359 23 35 / 079 613 77 01 (bis 15 Uhr)
Roger Baumann, Verantwortlicher Kommunikation; 031 359 23 15 / 079 270 10 00


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Medienmitteilung

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