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Unter dem Motto «Die Weichen richtig stellen. Jetzt» führte der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) heute in St. Gallen seine Generalversammlung durch. Dabei thematisierten Bundesrat Moritz Leuenberger, VöV-Präsident Richard Kummrow und VöV-Direktor Peter Vollmer die wachsende Kluft zwischen wachsender Kundennachfrage und immer knapper werdenden finanziellen Mitteln. Als neuer Präsident für die nächsten drei Jahre wurde zudem Urs Hanselmann, Direktor der Basler Verkehrsbetriebe, gewählt.
Bundesrat Leuenberger, der via Video-Botschaft präsent war, relativierte die vielgepriesene Freiheit des Individualverkehrs und befand: «Der öffentliche Verkehr der Schweiz bietet qualitativ die grössere individuelle Freiheit.» In seinem Referat, das sich vor allem mit der Bedeutung des öV für die Schweiz befasste, kam der abtretende UVEK-Vorsteher zu einem bemerkenswerten Fazit: «Der öffentliche Verkehr ist die moralische Infrastruktur der Schweiz.»
Der scheidende VöV-Präsident Richard Kummrow kritisierte in seiner tour d’horizon die Überregulierung des öffentlichen Verkehrs durch Politik und Verwaltung, vor allem aber die Langwierigkeit sämtlicher Planungs- und Bewilligungsverfahren, auch wenn es vielversprechende Ansätze zur Vereinfachung und Beschleunigung der Abläufe gebe. Seine Forderung lautet: «Das System öV braucht Planungssicherheit und Kontinuität für seine Entwicklung.»
VöV-Direktor Peter Vollmer definierte die aktuellen Herausforderungen des Schweizer öV. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Höhenflugs des öV, ablesbar sowohl bei der stark wachsenden Kundennachfrage wie auch bei den quantitativ und qualitativ ausgebauten Angeboten, zeigte er die heute notwendigen Vorkehren und Weichenstellungen, damit der öV auch in Zukunft seine wichtige Rolle als Verkehrsträger wahrnehmen kann. Als entscheidenden Zukunftsfaktor stellt er die rechtzeitige Zurverfügungsstellung der finanziellen Mittel in den Mittelpunkt, damit der öV vor dem Hintergrund zunehmender Umweltprobleme, der Zersiedelung des Landes und wachsenden regionalen Disparitäten, aber auch zur Sicherung und des Ausbaus einer attraktiven wirtschaftlichen Standortqualität auch in Zukunft seine Rolle als nachhaltigerer Verkehrsträger wahrnehmen kann.
Das schweizerische öV-System müsse nicht zuletzt dank einer hohen Produktivität und Qualität stark genug sein, auch unter den Bedingungen einer europäischen Marktöffnung seine Erfolgspositionen, welche die Einmaligkeit des schweizerischen öV ausmachen zu sichern: die flächendeckende Versorgung, die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger mit einem gemeinsamen, attraktiven Fahrplan sowie einem von der Bevölkerung akzeptierten gemeinsamen Preissystem.
Ein alle Verkehrsträger umfassendes Mobility Pricing wird für ihn dabei ein zukunftsweisendes Instrument zur Sicherung der notwendigen Mittel sein. Nicht zuletzt machte sich Peter Vollmer für verstärkte Bemühungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung auf allen Stufen stark. Nur so könne der öV auch in Zukunft die Nase vorn haben und die für die Kundinnen und Kunden immer wichtigere Qualität sichern.
Weitere Auskünfte: Peter Vollmer, Direktor VöV , 079 318 02 35 Roger Baumann, Kommunikation VöV, 079 270 10 00
Videobotschaft Bundesrat Moritz Leuenberger
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